Nachdem Hannover 96 ohne Punkte aus Kaiserlautern zurückgekehrt ist, gilt es nun, im Duell mit Fortuna Düsseldorf wieder einen Aufwärtstrend einzuleiten. Die Gäste aus dem Rheinland sind dabei, sich nach verkorkster Hinrunde aus dem unteren Tabellendrittel herauszuarbeiten.
Es war klar, dass in Kaiserlautern eine knifflige Auswärtsaufgabe auf die Mannschaft von 96-Trainer Christian Titz wartete. Nachdem Hannover auf dem Betzenberg einmal mehr eine Führung vergeigte, ist die Enttäuschung trotzdem groß. Zumal sich auch in dieser Begegnung manche bekannten Muster wiederholten.
Die Mannen von Titz legten schwungvoll los, Benedikt Pichler verpasste schon nach vier Minuten eine aussichtsreiche Chance. Die „Roten“ drückten die Platzherren auf eigenem Platz in die Defensive und bestimmten die Begegnung. Allerdings gelang es nach der Anfangsphase zunächst nicht mehr, sich hochkarätige Möglichkeiten herauszuspielen. Im Laufe der ersten Halbzeit befreite sich Kaiserslautern mehr und mehr aus der Umklammerung und setzte 96 seinerseits unter Druck. In dieser Phase wehrte Torwart Nahuel Noll zwei dicke Chancen des 1. FCK ab. Titz stellte um und Hannover gewann bis zur Halbzeit an Kontrolle zurück.
In der Halbzeit wechselte der Coach, Benjamin Källmann ersetzte als Mittelstürmer Pichler. Auf dem linken Flügel folgten ein Neuzugang dem anderen. Elias Saad kam für Noah Weißhaupt in die Begegnung. Die „Roten“ bestimmten auch die Auftaktphase der zweiten Hälfte, erneut fehlte jedoch oftmals die letzte Genauigkeit für hochkarätige Chancen. Bis der eingewechselte Waniss Taibi einen Konter gut ausspielte, um schließlich genial per Hacke auf Enzo Leopold abzulegen. Der traf zum 1:0. Rund 15 Minuten vor Schluss sprach nun einiges für einen 96-Sieg. Einmal mehr verpatzten die „Roten“ jedoch die gute Ausgangslage. Saad ließ Luca Sirch auf der Außenbahn durchbrechen. Dessen schnelle Flanke verwertete Ivan Prtajin geschickt zum 1:1, allerdings auch nicht messerscharf markiert von der 96-Innenverteidigung. Als kurz darauf Taibi mit Gelb-Rot vom Platz musste, verteidigten die Hannoveraner in Unterzahl zunächst gut. Um dann in der Nachspielzeit doch noch zwei Gegentreffer zu kassieren, den ersten etwas unglücklich. Zu leichtfertige Ballverluste nach der Führung, den nicht unterbundenen Tiefenlauf vor dem 1:1 sah Titz unter anderem als Ursache für die Niederlage.
Im Aufstiegsrennen läuft Hannover nun der Musik hinterher, Kaiserslautern ist vorbeigezogen. Sonnabend um 13 Uhr kommt Fortuna Düsseldorf nach Hannover, das zuletzt zwei Siege holte. Die Fortunen werden in Hannover zuallererst auf Defensive Stabilität setzen. Hannover wird bissiger im Abschluss und durchgängig konzentriert in der Defensive agieren müssen, um zum Erfolg zu kommen. Möglicherweise wird wieder Källmann im Sturmzentrum beginnen. Mustapha Bunde steht nach überwundener Verletzung für die offensive Außenbahn zu Verfügung.
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