Die Teilnehmer am „Heimatcheck 2026“ in der Samtgemeinde Nenndorf ordnen den Themenbereichen „Wirtschaft“, „Bildung“, „Sicherheit“ sowie „Zusammenhalt und Demokratie“ die größte Bedeutung für ihre Wahlentscheidung im September zu. Kritischer als im Gesamtgebiet sehen sie die Krankenhaus- und Notfallversorgung. Die Erreichbarkeit der Verwaltung erfährt eine bessere Bewertung als im Gesamtgebiet, sehr positive Zustimmungsraten erreicht die Samtgemeinde im Tourismus-Bereich.
Wirtschaft und Bildung
Die Teilnehmer in der Samtgemeinde Nenndorf setzen bei den wichtigsten Themen für ihre Wahlentscheidung etwas andere Schwerpunkte als die Befragten im Gesamtgebiet (nebenstehende Grafik). Eine Besonderheit ist, dass das Thema „Wohnen und Stadt- beziehungsweise Dorfentwicklung“ hier nicht auf den vordersten Plätzen landet, während es im Gesamtgebiet an erster Stelle steht. Ist der Hintergrund, dass die Bewohner der Samtgemeinde in diesem Bereich mit der Situation zufriedener sind als in Schaumburg und Wunstorf insgesamt? Sicherlich haben die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Laga der Stadtentwicklung in Bad Nenndorf selbst einen Schub gegeben. Zudem wurden in den letzten Jahren regelmäßig Baugebiete erschlossen. Ob hier Zusammenhänge bestehen, bleibt Mutmaßung. Die hohe Einordnung von „Wirtschaft“, „Bildung“, „Sicherheit“ sowie auch Zusammenhalt und Demokratie deckt sich etwa mit den Ergebnissen im Gesamtgebiet.
„Wieder mehr Fachärzte“
Auffällig bei der Beurteilung der gegenwärtigen Situation ist, dass die Notfall-/ und Krankenhausversorgung in der Samtgemeinde Nenndorf kritischer beurteilt wird als im Gesamtgebiet. Hier stimmen nur 27 Prozent der Einstimmung zu, dass beides gut erreichbar und zuverlässig sei. Im Gesamtgebiet wird ein Wert von 47 Prozent erreicht. Hier wie in anderen Samtgemeinden des Nordkreises dürfte eine Rolle spielen, dass das nächstgelegene Krankenhaus samt Notfallaufnahme nun nicht mehr in Stadthagen liegt. Auch die Nenndorfer fahren zum neuen, zentralen Klinikum in Vehlen etwas länger als früher nach Stadthagen. Nur 30 Prozent der Teilnehmer am Heimatcheck in der Samtgemeinde Nenndorf stimmen zu, dass sie in ihrem Umfeld zeitnah Termine bei Haus- und Fachärzten bekommen. Dies ist exakt das gleiche Ergebnis wie im Gesamtgebiet. „Mehr Ärzte, um schneller Termine zu bekommen“ oder „Fachärzte müssen wieder mehr werden“ sind denn auch zwei der Kommentare, die in den frei formulierbaren Feldern verfasst wurden.
Mit nur 33 Prozent Zustimmung wird das Pflegeangebot und die Unterstützung für Angehörige auch in der Samtgemeinde eher als unzureichend eingeordnet. Dies ist aber immerhin noch um rund 10 Prozentpunkte besser als im gesamten Befragungsgebiet (22 Prozent). Als etwa ebenso unzureichend wie im Gesamtgebiet werden die Maßnahmen eingeordnet, die den Fachkräftemangel in Gesundheit und Pflege verbessern sollen.
„Verwaltung gut erreichbar“
„Wichtige Behördengänge lassen sich in der Region einfach digital erledigen.“ Hier stimmen von den Teilnehmern in der Samtgemeinde Nenndorf 23 Prozent der Befragten zu. Dieser Wert ist etwas höher als im Gesamtgebiet (20 Prozent). Die Bewohner der Samtgemeinde kommen in Bezug auf Erreichbarkeit und zügige Reaktion von Verwaltung und Service auf eine Zustimmung von 49 Prozent. Ein durchaus guter Wert, im Gesamtgebiet liegt das Zustimmungsergebnis bei dieser Frage bei 39 Prozent. Auch im Feld der transparenten Kommunikation von Entscheidungen und Vorhaben der Kommune erreicht die Samtgemeinde Nenndorf einen Wert merklich über dem Gesamtgebiet. 35 Prozent der Teilnehmer schätzen die Kommunikation als transparent ein, in Gesamtgebiet sind es lediglich 20 Prozent. Die Versorgung mit Internet und Mobilfunk wird im Raum Nenndorf wie im Gesamtgebiet als gut eingeschätzt.
Positive Beurteilung für Tourismus
Wenig überraschend ist, dass die Samtgemeinde mit dem Kurort in Bad Nenndorf im Bereich Tourismus sehr positive Bewertungen einfährt. Das Freizeit- und Ausflugsangebot wird mit 68 Prozent noch einmal besser eingeordnet als die ohnehin positive Einschätzung im Gesamtgebiet mit 58 Prozent. Die touristische Infrastruktur in der Samtgemeinde punktet ebenfalls (65 Prozent gegenüber 50 Prozent im Gesamtgebiet). 71 Prozent schätzen die Landesgartenschau in Bad Nenndorf als Stärkung für die Attraktivität der Region ein, gegenüber 56 Prozent im Gesamtgebiet.
77 Prozent der Befragten in der Samtgemeinde Nenndorf geben an, wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich an der nahenden Kommunalwahl teilzunehmen. Damit zeigen sie ganz ähnlich wie auch im Gesamtgebiet ein sehr hohes Interesse an der Wahl.