In diesem Jahr haben wir unseren Heimat-Check um einige zusätzliche Fragen erweitert, die sich 2025 als wichtige Themen rauskristallisiert hatten, unter anderem zu Gesundheit, Verwaltung, Digitalisierung und Tourismus. Jetzt können wir die Ergebnisse für die Samtgemeinde Eilsen im Detail vorlegen. Sie ergänzen die Auswertung von 2025, als Eilsen mit einem Gesamtdurchschnitt von 6,38 Punkten auf Rang 4 im Landkreis lag und vor allem bei Lebensqualität, Familienfreundlichkeit und Gesundheitsversorgung über dem Regionsmittelwert abschloss.
Damals lobten die Befragten die Lebensqualität mit 7,43 Punkten, dicht gefolgt von Familie & Kinder, Seniorenfreundlichkeit, Einzelhandel, Infrastruktur und einer starken Gesundheitsversorgung, während Verkehr, ÖPNV, Immobilienmarkt sowie Digitalisierung und Klima als deutliche Baustellen markiert wurden. Da hat sich nun doch einiges getan, wenn man die Leserantworten in diesem Jahr anschaut. Dieses Mal wollten wir aber vor allem wissen, was sich ändern soll und welche Themen im Lokalen so wichtig sind, dass sie für die nächste Kommunalwahl ausschlaggebend sind.
Beim Thema Gesundheit bestätigt Eilsen seine Stärken, der Block auf einzelne Themen zeigt aber klare Baustellen. Besonders positiv bewertet wird die Notfall- und Krankenhausversorgung: 73 Prozent der Befragten stimmen eher oder voll zu, dass sie gut erreichbar und zuverlässig ist. Damit knüpft die aktuelle Befragung an die überdurchschnittlichen Gesundheitswerte von 2025 an, als die medizinische Versorgung zu den klaren Pluspunkten der Samtgemeinde zählte. Gleichzeitig wird aber deutlich, wo aus Sicht der Bürger der Alltag schwieriger geworden ist: Nur 30 Prozent geben an, dass sie zeitnah Termine bei Haus- und Fachärzten bekommen, und lediglich 23 Prozent empfinden Pflegeangebote und Unterstützung für Angehörige als ausreichend. Da muss vor allem die Bundespolitik ran, so der Tenor.
Noch kritischer fällt der Blick auf den Fachkräftemangel im Gesundheits- und Pflegebereich aus. Nur 13 Prozent finden, dass die Region hier genug tut, um gegenzusteuern, während 43 Prozent Maßnahmen wie die „Landpartie für Medizinstudierende“ als sinnvollen Weg gegen den Hausärztemangel bewerten. Eilsen profitiert also von überregionalen Initiativen, zugleich erwarten die Menschen vor Ort aber zusätzliche, kommunal verankerte Antworten: Wie lassen sich Pflegeangebote ausbauen, Fachkräfte gewinnen oder halten, damit die gute Krankenhausstruktur sich auch in der täglichen Versorgung der Patientinnen, Patienten und Angehörigen widerspiegelt?
Vor dem Hintergrund der 2025 geäußerten Forderung, „die Bevölkerung mehr in die Entscheidungen der Gemeinde mit einzubeziehen, um bei Entscheidungen auf mehrere Meinungen zu hören“, lässt sich das als klarer Arbeitsauftrag an Politik und Verwaltung lesen.
Besonders attraktives Freizeitangebot
Beim Tourismus zeichnen die neuen Daten ein grundsätzlich positives Bild, das dennoch nicht frei von kritischen Untertönen bleibt. 69 Prozent der Befragten finden, dass Freizeit- und Ausflugsangebote die Region attraktiv machen (landkreisweit 57 Prozent), 52 Prozent bewerten die touristische Infrastruktur – von Wegen bis Beschilderung – als gut ausgebaut, auch das liegt über dem Durchschnitt im Landkreis. Für einen Kurort wie Eilsen bestätigt das die Rolle als Ausflugs- und Erholungsziel. Mit Blick auf die Landesgartenschau Bad Nenndorf 2026, deren Attraktivitätswirkung für die Region von 65 Prozent positiv eingeschätzt wird, wird die Frage drängend, ob Eilsen diese Chance vor allem touristisch oder auch als Anlass zur Verbesserung der eigenen Aufenthaltsqualität nutzt.
Der Heimat-Check 2026 setzte den Blick explizit auf die Kommunalwahl und ihre Themen. Die Teilnehmenden aus der Samtgemeinde Eilsen nennen „Wirtschaft & Zukunft“ und „Sicherheit & Alltag“ mit jeweils 44 Prozent am häufigsten als entscheidend für ihre Wahlentscheidung, gefolgt von „Zusammenhalt & Demokratie“ (40 Prozent), „Gesundheit & Pflege“ sowie „Bildung“ mit jeweils 32 Prozent. Wohnen und Dorfentwicklung liegen mit 28 Prozent im oberen Mittelfeld, während Digitalisierung und Verwaltung (20 Prozent), Mobilität und ÖPNV sowie Klima- und Flächenschutz (je 16 Prozent) etwas weniger häufig genannt werden, Tourismus und Standortattraktivität spielen mit 8 Prozent eine ergänzende Rolle.
Was soll sich vor Ort ändern?
Verkehr beruhigen und Wege sichern: Mehrfach wünschen sich Bürger gezielte Verkehrsberuhigung, Tempokontrollen auf Hauptstraßen und besser gepflegte Geh- und Radwege – gerade mit Blick auf den Kurort-Charakter Eilsens.
Einkaufen im Ort erleichtern: „Wir wünschen uns mehr Einkaufsmöglichkeiten direkt vor Ort, ohne lange Wege“ – dazu gehören eine größere Auswahl an Geschäften, längere Öffnungszeiten und eine bessere Erreichbarkeit, insbesondere für ältere Menschen ohne Auto.
Radwege, Spielplätze und Angebote für Familien verbessern: Sicherere und gepflegte Radwege, Schattenplätze und Babyschaukeln auf Spielplätzen sowie zusätzliche Sitzbänke an Wanderwegen stehen oben auf der Wunschliste.
Verwaltung digitaler und transparenter machen: Die Menschen wünschen sich einfach nutzbare digitale Behördengänge, eine zügig reagierende Verwaltung und eine transparentere Kommunikation über Vorhaben und Entscheidungen der Kommune.
Damit schließen sich die Kreise wieder zur Auswertung des Vorjahres und zeigt den Weg für die Kommunalpolitik: Die Samtgemeinde stellt die wirtschaftliche Zukunft der Region und die Sicherheit im Alltag an erste Stelle. Darüber hinaus spielen gesellschaftlicher Zusammenhalt, Bildung und Gesundheitsversorgung eine wichtige Rolle für die Wahlentscheidung.
Dorfmittelpunkt / Marktplatz auf dem Remisengelände zeitnah umsetzen mit Sitzmöglichkeiten, Springbrunnen ...