Egbert Trowe lebt seit sieben Jahren mit einer fremden Leber, engagiert sich heute in der „Selbsthilfe Lebertransplantierter” und informiert fachkundig über ethische, medizinische und rechtliche Aspekte bei der Organspende. Es sei ein brisantes, sensibles Thema, mit Ängsten und Tabus verbunden. Aber jeder könne betroffen sein, könne durch Unfall oder Krankheit in die Situation kommen, dass er auf ein gespendetes Organ angewiesen sei.
In Niedersachsen warten über 2000 Menschen auf ein Spender-Organ, weil der eigene Körper lebenswichtige Funktionen nicht mehr übernehmen kann. Die Wartezeit beträgt zwischen fünf und neun Jahren. Die Stiftung Eurotransplant führt eine Warteliste und ist für die Vermittlung der Organe zuständig, die in Deutschland und anderen EU-Staaten entnommen werden. Für die Vermittlung eines Organs gelten festgelegte Kriterien. Es wird nach Verträglichkeit, Erfolgsaussicht, Wartezeit und Dringlichkeit abgewägt. Ein Transplantationsgesetz regelt Spende, Entnahme und Übertragung eines Organs, damit jegliche Form des Missbrauchs ausgeschlossen wird.
„Nur bei einem Hirntod kommt ein Mensch als Organspender in Frage. Hirntod ist die Zerstörung der gesamten Hirnsubstanz. Alle Funktionen fallen für immer aus - es ist der Tod der Zentrale,” klärte Egbert Trowe auf. In solchen Situationen müssten schnelle Entscheidungen getroffen werden. Zwölf Prozent der Deutschen hätte mittlerweile einen Organspenderausweis, der die Zustimmung eines Menschen zu Lebzeiten dokumentiere. Liege kein Ausweis vor, entschieden die nächsten Angehörigen - die allerdings vielfach mit einer Entscheidung überfordert seien, da in den Familien nur sehr selten über das Thema gesprochen werde.
Altersgrenzen für die Tauglichkeit als Spender gibt es übrigens nicht. Die Hälfte der Organspender ist älter als 50 Jahre.
Die niedersächsischen Landfrauenverbände engagieren sich im Netzwerk Organspende, möchten vor einem breiten Publikum informieren, Vorbehalte und Ängste lösen. Es gehe nicht in erster Linie darum, für Spendenbereitschaft zu werben, es gehe darum, dass sich mehr Menschen mit dem Thema beschäftigen, sich eine Meinung bilden und diese dann auch äußern. Auch der Verein Rinteln-Hessich Oldendorf hat das große Thema mit seiner Informations-Veranstaltung aufgegriffen. Am Ende bedankte sich Vorsitzende Anne-Marie Strüve bei Egbert Trowe für die fundierte Aufklärung. -
Bereits am kommenden Samstag, dem 13. März, laden die Landfrauen zu einem weiteren Vortrag ein: „Feuerschutz im Haushalt” heißt das Thema ab 14.30 Uhr im Feuerwehrgerätehaus am Seetor. Dazu sind auch Kinder und Jugendliche willkommen. Anmeldungen nimmt Elfriede Rügge unter der Telefonnummer 05152/2645 entgegen.