Für die Teilnehmer der Umfrage Heimatcheck in der Samtgemeinde Sachsenhagen gehört das Thema Gesundheit und Pflege zu den wichtigsten Bereichen für ihre Entscheidung bei den nahenden Kommunalwahlen. Damit ist dieses Thema zentraler für sie als im Befragungsgebiet insgesamt. Vergleichsweise positiv bewerten die Sachsenhäger die Erreichbarkeit der Verwaltung in ihrer Region.
Gesundheit sowie Wohnen- und Dorfentwicklung
Dass Wohnen und Stadt- beziehungsweise Dorfentwicklung in der Samtgemeinde Sachsenhagen zu den wichtigsten Themen für die Entscheidung bei den Wahlen im September zählt, ist nicht weiter überraschend. Schließlich wird dieses auch von den Teilnehmern im Befragungsgebiet insgesamt so eingeordnet. Abweichend vom Gesamtergebnis ist dagegen der hohe Stellenwert des Bereiches von Gesundheit und Pflege. In Sachsenhagen erreicht dieses Themenfeld 15 Prozentpunkte mehr als im Gesamtgebiet. Die Platzierung von Wirtschaft (Arbeitsplätze, Standortentwicklung) unter den wichtigsten Themen deckt sich ebenfalls weitgehend mit dem Ergebnis im Gesamtgebiet (nebenstehende Grafik). In den Kommentaren werden der Zusammenhalt und die Gemeinschaft mehrmals als Vorzug hervorgehoben. Zusammenhalt und Demokratie nimmt denn auch einen relativ hohen Stellenwert für die Wahlentscheidung ein, liegt auch etwas über dem Gesamergebnis.
Eher kritischer Blick auf Gesundheitsversorgung
Beim Blick auf die Bewertung der Situation wird klar, dass die Sachsenhäger bei der Gesundheitsversorgung eher Luft nach oben sehen. „Den Ärztemangel! Man wartet zum Beispiel auf einen Hausarzt-Termin circa 10 Tage und auf einen Facharzt-Termin 4 Monate und sogar schon mal 1,5 Jahre”, so eine Stellungnahme zu den drängendsten Problemen aus der Samtgemeinde.
25 Prozent der Umfrage-Teilnehmer in der Samtgemeinde Sachsenhagen stimmen der Aussage zu, dass sie in der Region zeitnah einen Termin bei Haus- und Fachärzten bekommen. Im Gesamtumfrage-Gebiet wird hier ein Wert von 30 Prozent erreicht. Die Sachsenhäger sehen sich hier also etwas schlechter versorgt.
Längerer Weg zum Krankenhaus
Ein noch deutlicher Unterschied zum Gesamtgebiet ergibt sich bei der Frage nach der Notfall-/Krankenhausversorgung. 29 Prozent der Umfrageteilnehmer in der Samtgemeinde Sachsenhagen stimmen zu, dass diese gut erreichbar und zuverlässig sei. Im Gesamt-Umfragegebiet Schaumburg und Wunstorf wird hier ein Wert von 47 Prozent erreicht, ein durchaus gutes Ergebnis. Hier dürfte sich ein ähnlicher Effekt auswirken, wie in anderen Bereichen des Nordkreises auch. Mit der Zusammenlegung der drei ehemaligen Krankenhäuser zum Klinikum Schaumburg ist das nächste Krankenhaus für die Sachsenhäger sozusagen weiter weggerückt. Nun führt sie der Weg zum Krankenhaus und zur Notaufnahme bis nach Vehlen, während sie früher nur bis Stadthagen fahren mussten. Dieses könnten sie als schwierigere Erreichbarkeit des Krankenhauses bewerten.
Etwas anders sieht es beim Pflegeangebot aus. Auch hier sehen die Teilnehmer in der Samtgemeinde Sachsenhagen Luft nach oben. Nur 27 Prozent ordnen die Pflegeangebote und Unterstützung für Angehörige in der Region als ausreichend an. Das ist aber immer noch mehr als im Gesamtergebnis, wo lediglich 22 Prozent eine ausreichende Versorgung sehen. Auch ordnen die Sachenhäger die Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel als deutlich besser ein (14 Prozent) als im Gesamtbefragungsgebiet (7 Prozent).
Gut versorgt mit Internet
Die Grundversorgung mit Internet und Mobilfunk bewerten die Einwohner der Samtgemeinde als grundsätzlich positiv (64 Prozent Zustimmung). Das entspricht nahezu genau dem Niveau im Gesamtbefragungsgebiet. „Wichtige Behördengänge lassen sich in der Region digital erledigen“, diesem Satz stimmen 20 Prozent der Umfrageteilnehmer in der Samtgemeinde zu. Offenbar erwarten die Teilnehmer hier noch einen Zuwachs an Möglichkeiten. Dies entspricht exakt auch dem Ergebnis im Gesamtumfragegebiet. Immerhin 45 Prozent antworten, dass Verwaltung und Service in der Region gut erreichbar seien und zügig reagieren würden. Dies liegt merklich über dem Ergebnis im Gesamtgebiet (39 Prozent). Entscheidungen und Vorhaben der Kommune werden transparent kommuniziert, dieser Einschätzung stimmen 25 Prozent der Teilnehmer in Sachsenhagen zu. Im Gesamtgebiet sind dies 20 Prozent.
Lob für touristische Infrastruktur
Als deutlich positiv wird die touristische Infrastruktur eingeordnet. Mit 66 Prozent Zustimmung liegt sie in der Samtgemeinde merklich über dem Gesamtergebnis (50 Prozent). Die Freizeit- und Ausflugsangebote werden ebenso positiv bewertet wie im gesamten Befragungsgebiet. Die Landesgartenschau wird mehrheitlich als die Attraktivität der Region stärkend eingeordnet.
Rund 74 Prozent der Teilnehmer in der Samtgemeinde geben an, sich wahrscheinlich an der kommenden Wahl zu beteiligen. Hier zeigt sich also ein hohes Interesse. Dies ist ein Bild, das sich ganz ähnlich auch für das Gesamtbefragungsgebiet zeigt.
Foto: gi