Bei den Einschätzungen zum Thema Gesundheitsversorgung hat unsere Heimatcheck-Umfrage eine gewisse Zweiteilung für den Landkreis ergeben. Insgesamt erreicht die Notfallversorgung/Krankenhausversorgung unter den Teilnehmern eine positive Bewertung, einige Regionen Schaumburgs sehen sich jedoch in diesem Bereich merklich schlechter aufgestellt als andere.
Beim Heimatcheck wurden die Teilnehmer auch nach ihrer Einschätzung der Ist-Situation im Themenfeld Gesundheit befragt. Hierzu zählte die Bewertung der Aussage: „Die Notfallversorgung/Krankenhausversorgung ist in der Region gut erreichbar und zuverlässig.“ 47 Prozent der Teilnehmer im Gesamtgebiet kamen zu diesem Satz zu der Einordung „stimme eher zu“ oder „stimme voll und ganz zu“. Hiermit werde ein im überregionalen Vergleich sehr beachtlicher Wert erreicht, wie das Unternehmen „Co mind“ einschätzte („Co mind“ nahm die Umfrage im Auftrag des Schaumburger Wochenblattes) vor.

Unterschiedliche Bewertung je nach Region

Beim Blick auf die Ergebnisse zu dieser Frage in den einzelnen Städten, Samtgemeinden und der Gemeinde Auetal wird jedoch deutlich, dass in der Einschätzung zu dieser Frage ein gewisser Riss durch den Landkreis geht. Dieser verläuft entlang der Geografie. Gebiete, die dichter an dem neu errichteten, zentral gelegenen Klinikum liegen kommen in dieser Frage zu einer weit positiveren Einschätzung als weiter entfernt gelegene.
Es verwundert kaum, dass Obernkirchen bei dieser Frage mit 88 Prozent den positivsten Wert erreicht. Vor der Neugestaltung des Krankenhauswesen im Landkreis war Obernkirchen ohne eigenes Klinikum. Nachdem jedoch die Häuser in Rinteln, Stadthagen und Bückeburg im Ortsteil Vehlen zum neuen, größeren Klinikum Schaumburg zusammengeführt wurden, haben die Obernkirchener „ihr“ Krankenhaus im Stadtbereich.
An anderen Ende der Skala steht die Samtgemeinde Nenndorf mit 27 Prozent der Stimmen im Bereich „stimme eher zu“ oder stimme voll und ganz zu“. Rodenberg, Lindhorst und Sachsenhagen landen in ähnlichen Bereichen.
Der Hintergrund ist augenfällig. Als noch das Krankenhaus in Stadthagen existierte, hatten die Bewohner der genannten Samtgemeinden eine kürzere Anfahrt zu Krankenhaus und Notfallaufnahme. Mit der Zusammenführung in Obernkirchen ist das Klinikum also von ihnen sozusagen weiter weggerückt. Auch die Rettungswagen brauchen nach der Notfallversorgung am Einsatzort nun länger, um anschließend bis nach Vehlen zu fahren. Möglicherweise spielt auch eine Rolle, dass laut Leserberichten Rettungswagen im Raum Bad Nenndorf, Rodenberg teils länger brauchten, um am Einsatzort zu Hilfe zu eilen. Dies scheint für eine gewisse Enttäuschung zu sorgen, beziehungsweise als Verschlechterung der Verhältnisse wahrgenommen zu werden.
Ähnliches ist wohl für Stadthagen (42 Prozent) und Rinteln (43 Prozent) zu vermuten. Beide Orte waren schließlich bis zur Fusion selbst Krankenhausstandorte und verloren nun diesen Status. Bückeburg hat in diesem Trio bei 66 Prozent Zustimmung einen gewissen Sonderstatus: Das Klinikum in Vehlen liegt sozusagen vor der Haustür Bückeburgs.

Modernisierung durch Fusion

Festzuhalten ist hier, dass die Krankenhausfusion einen Modernisierungsschub brachte. Das neue Klinikum bietet nun ein Behandlungsspektrum in einer Breite an, wie es dies in Schaumburg insgesamt zuvor nicht gab. Zudem sollte mit der Fusion ein Krankenhausstandort im Landkreis auch für die Zukunft erhalten bleiben. Bei drei kleinen Häusern wäre dies schwierig geworden. Die Stimmung in den weiter von Obernkirchen entfernt gelegenen Samtgemeinden scheint sich trotz dieses Hintergrunds jedoch nicht zu wandeln.
Der Heimatcheck ist als offene Online-Umfrage keine repräsentative Umfrage. Trotzdem gibt er ein wertvolles Stimmungsbild der Bürgerschaft wieder.