In der kleinen Küche nehmen die grünen Lokalpolitiker Sven und Kai Platz. Die Mikros stehen bereit, die dampfende Teetasse darf nicht fehlen: So und nicht anders entsteht „SvenFM“, der Podcast von Bündnis 90/Die Grünen für die Region. Hier wird nicht nur geredet, sondern gelebt, was politische Kommunikation heute sein kann – persönlich, direkt und nah dran am Puls der lokalen Themen.
SvenFM entstand im Grunde im Wahlkampf. Das FM steht dabei für Frings-Michalek und assoziiert passenderweise gleich das Thema Radio.
Wer Sven nach seiner Motivation fragt, den Podcast zu starten, bekommt eine einfache wie ehrliche Antwort: Politik soll greifbar sein, für alle verständlich und möglichst ungeschminkt. „Ich wollte nie nur Sender auf Social Media-Kanälen sein – Podcast heißt für mich zuhören, diskutieren und Menschen auf Augenhöhe begegnen“, sagt er. Gestartet wurde bei YouTube. Das hat einen Vorteil, Dank der „Doppelform” aus klassischem Audio und Videopodcast kann man zusehen oder nur zuhören, je nachdem was einem besser in die Situation passt.
Politische Prozesse und Entscheidungen einfach erklären
Der SvenFM-Podcast lehnt sich an Küchentischgespräche an, wie sie im Wahlkampf von Sven geführt werden und wie man sie aus dem Alltag kennt. Das Ziel ist, politische Prozesse und Entscheidungen einfach zu erklären, Hintergründe transparent zu machen, und damit Barrieren abzubauen, die viele Bürger bislang von der Mitgestaltung abgehalten haben.
Besonders schätzt Sven am Podcast-Format die Freiheit in der Themenwahl und das ungezwungene Gespräch. Ein „Redaktionsplan” entsteht oft aus spontanen Ideen, dem Feedback der Community und tagesaktuellen Entwicklungen. „Manchmal sitzt man da, hat eine Ratsfrau wie Sandra Schauer-Bolte aus Schaumburg zu Gast und merkt: Die Herausforderungen sind überall ähnlich – egal ob in Bückeburg oder Bochum. Politik funktioniert eben lokal, bleibt aber für die Menschen immer und überall relevant.“
Die Vorbereitung auf eine Folge ist daher ein Gemeinschaftsprojekt. Gäste werden persönlich eingeladen, Themen werden im Team abgestimmt, Kai ist für die technische Seite zuständig, während Sven die Interviewführung übernimmt. Dennoch bleibt Platz für Überraschungen. „Wir setzen die Segel und schauen, wo der Wind uns hintreibt“, meint Kai und beschreibt damit den Charme des Formats. Man nimmt sich eine halbe Stunde Zeit für ein echtes Gespräch, mit allem, was dazugehört, also auch Schweigen, Lachen und das ehrliche Eingeständnis, manchmal keine perfekte Antwort parat zu haben.
Niederschwelliger Zugang
Der Kontakt zu den Zuhörern ist essenziell. Rückmeldungen werden gesammelt, ausgewertet, dienen oft als Inspiration für neue Folgen und natürlich für die politische Arbeit. „Unsere große Hoffnung ist natürlich, dass mehr Menschen Feedback geben, ihre Sicht teilen und eigene Anliegen bekannter machen“, sagt Sven. Der niederschwellige Zugang und die direkte Ansprache machen SvenFM zu einem echten partizipativen Modell, das zu Mitgestaltung gleichermaßen anregt wie der und Politikverdrossenheit entgegenwirkt.
Politiker erleben im Podcast dabei eine besondere Herausforderung: Hier steht nicht die polierte Pressemitteilung im Vordergrund, sondern die glaubwürdige Vermittlung von Prozessen, Zielen und Fehlern. „Wir laden alle ein – auch aus anderen Parteien wie der SPD oder CDU – und wollen echte Geschichten hören“, sagt Sven. Ob die Integrationserfolgsgeschichte eines Bürgermeisters, die Erlebnisse einer Kindergärtnerin, oder Berichte aus dem Rettungsdienst – alle Themen, die das Leben in der Region berühren, kommen auf den Tisch. Bisher sind drei Folgen SvenFM plus eine Folge SvenFM unterwegs erschienen, zudem gibt es schon eine Homestory.
Das Format lebt von dem festen Willen, Politik für jeden zugänglich zu machen. Mit regelmäßig- unregelmäßigen Folgen und dem Anspruch, die gesellschaftliche Diskussion aus dem Ratssaal hinaus ins Wohnzimmer zu bringen, sehen Sven und Kai ihren Podcast als den perfekten Einstieg in den Dialog – und als Plattform für den konstruktiven Austausch. „Ein Podcast ist kein Hochglanzprospekt, sondern ein Raum, in dem Fehler passieren dürfen, Meinungen entstehen und Lösungen wachsen.“