Ab Mitte Januar 2026 trudeln in den Briefkästen junger deutscher Staatsangehöriger die ersten Schreiben zum neuen Wehrdienst ein. Die Bundeswehr startet damit die Wiederbelebung der Wehrerfassung und richtet sich vor allem an den Jahrgang 2008, der nun volljährig wird.

Start der Versandaktion

Die Briefe mit einem QR-Code zur Online-Bereitschaftserklärung gehen wöchentlich raus und zwar zentral und im Auftrag der Bundeswehr. Ab dem 1. Januar 2026 bezieht das Militär die Daten von den Meldeämtern ein und verschickt nach eigene Angaben monatlich rund 54.000 solcher Schreiben, also an rund 650.000 Personen pro Jahr. Männer müssen den Fragebogen ausfüllen, Frauen können freiwillig antworten; wer sich drückt, riskiert Bußgelder.

Was steht im Fragebogen?

Im Online-Formular geben die Adressaten persönliche Daten, Ausbildungsstand und Beruf an. Daneben geht es um die grundsätzliche Dienstbereitschaft: Hat man Interesse an der Bundeswehr, und wenn ja, in welchem Bereich wie Heer oder Luftwaffe? Man kann sogar angeben, ab wann ein Einstieg realistisch wäre und ob eine längere Verpflichtung infrage kommt. Diese Angaben helfen der Bundeswehr, motivierte Kandidaten für eine Karriere herauszufiltern – kein Automatismus für eine Einberufung, sondern der erste Schritt zur freiwilligen Wehrerfassung.
Das Gesetz zum Neuen Wehrdienst trat am 1. Januar 2026 in Kraft und modernisiert die Strukturen ohne volle Wehrpflicht. Ziel: Eine stärkere Reserve aufbauen. Ab 2027 sollen Männer des Jahrgangs 2008 gemustert werden. Interessierte landen zunächst in einem Assessment in einem Karrierecenter, wo körperliche, geistige und charakterliche Tauglichkeit für spezifische Verwendungen – also Aufgaben wie Soldat oder zivile Rollen – geprüft wird. Das nächste Karrierecenter für die Region liegt in Hannover, Ada-Lessing-Straße 119; wohnortnahe Beratungsbüros in 99 Standorten bundesweit ergänzen das Netz, im Landkreis Schaumburg ist bisher keines bekannt.