Wie aus einer ganz normalen „Emma” eine Spürhündin wird | Schaumburger Wochenblatt

Wie aus einer ganz normalen „Emma” eine Spürhündin wird

Auf die Nase kommt es an: „Emma” ist ein junger Bouvier und seine Fähigkeit zu riechen ist statistisch etwa 100 Millionen mal besser als das eines Menschen. (Foto: ste)
Auf die Nase kommt es an: „Emma” ist ein junger Bouvier und seine Fähigkeit zu riechen ist statistisch etwa 100 Millionen mal besser als das eines Menschen. (Foto: ste)
Auf die Nase kommt es an: „Emma” ist ein junger Bouvier und seine Fähigkeit zu riechen ist statistisch etwa 100 Millionen mal besser als das eines Menschen. (Foto: ste)
Auf die Nase kommt es an: „Emma” ist ein junger Bouvier und seine Fähigkeit zu riechen ist statistisch etwa 100 Millionen mal besser als das eines Menschen. (Foto: ste)
Auf die Nase kommt es an: „Emma” ist ein junger Bouvier und seine Fähigkeit zu riechen ist statistisch etwa 100 Millionen mal besser als das eines Menschen. (Foto: ste)

Spürhund entdeckt vermissten Senior! Hund erschnüffelt kiloweise Koks! Leiche wird von Spürhunden entdeckt. Ein Millionenfund durch den Einsatz eines Geldspürhundes! Die Reihe der Überschriften in den Medien ist lang, wenn es um den Einsatz von Spürhunden für alle möglichen Sachen geht. Lebende oder auch tote Menschen, Betäubungsmittel, Geld, aber auch Datenträger, Sprengstoff, Bettwanzen, Diabetes oder Schimmel können Hunde mit ihrem extrem leistungsfähigen Geruchssinn mit bis zu 300 Millionen Riechzellen erschnüffeln. Das „Riechhirn” umfasst etwa zehn Prozent des gesamten Hirns und die Riechschleimhaut ist bis zu 200 Quadratzentimter groß. Im Vergleich dazu: Menschen haben maximal zehn Millionen Riechzellen, nutzen ein Prozent ihres Hirns zum riechen und haben eine etwa fünf Quadratzentimeter große Riechschleimhaus. Das heißt: Hunde riechen bis zu 100 Millionen mal empfindlicher als Menschen. Der Hundesportverein Exten ist ohnehin schon sehr breit in der Hundeausbildung aufgestellt mit Agility, Flyball, Obedience, Turnierhundsport, Treibball, Tricktraining und mehr. Jetzt kommt ganz neu auch Spürhundsport dazu. Die „Nasenarbeit”, so ist man sich im Verein sicher, ist eine der besten Möglichkeiten, den Hund geistig und körperlich auszulasten und seine natürlichen Fähigkeiten zu fördern. Die Beziehung Mensch-Hund wird dadurch gestärkt und die Nasenarbeit ist mental und auch körperlich sehr fordernd für die Hunde, die genau das lieben. Volker Winter ist der Vorsitzende des Vereins und zusammen mit seiner Frau Claudia Wallenstein-Winter trainiert er den Bouvier „Emma”. Uns erzählt Winter, wie aus der ganz normalen „Emma” eine richtige Spürhündin wird. Und das nach dem Ausbildungsprinzip „...von leicht nach schwer” und mit richtig viel Spaß für Hund und Halter.

Für welchen Hund eignet sich Spürhundsport?

Zuerst einmal sei gesagt: Weder die Größe noch die Rasse spielen eine Rolle. Aber: Hunde mit kurzgezüchteter Nase haben allein schon dadurch ein eingeschränktes Riechverhalten. Dennoch können sie auch als Spürhund ausgebildet werden. Im Hundesportverein Exten sind derzeit sieben Hunde unterschiedlicher Rassen in der Ausbildung und das vom Welpen bis zum Senior. Auch ansonsten überdrehte und gestresste Hunde können ausgebildet werden und der positive Nebeneffekt: Sie zeigen weniger Problemverhalten im Alltag. Die Teamarbeit zwischen Mensch und Hund wird gefördert und bei unsicheren und ängstlichen Hunden kann das Selbstbewusstsein gestärkt werden und sie bewegen sich sicherer in ihrer Umwelt.

Was können Spürhunde leisten?

Man mag es kaum glauben, aber Hunde können je nach Witterung bis zu zehn Kilometer weit und bis zu acht Meter tief unter den Schnee riechen. Sogar bis zu drei Meter ins Erdreich ist nachgewiesen. Dabei können sie nicht nur vorher antrainierte Gegenstände erschnüffeln, auch Trauer, Wut, Angst oder Freude ist für die Hunde riechbar. Bei der Sucharbeit sind sie so angestrengt, dass die Körpertemperatur des Hundes bis zu einem Grad steigen kann. Und Hunde haben die Eigenschaft, Düfte zu speichern; bis zu einem Jahr.

Wie wird trainiert?

Das Training beim Hundesportverein Exten ist klar definiert über eine operante und instrumentelle Konditionierung der Hunde. Im Klartext heißt das: Lernen am Erfolg! Das gewünschte Verhalten des Hundes wird positiv verstärkt. Ziel ist es, in den Spürhunddisziplinen Trümmerfeld, Behältnis-Strecke und Flächensuche sowie im Dreikampf in den gleichen Disziplinen Erfolge zu holen. Dabei sollen die Hunde in der Platzposition mit der Nase in der Nähe des zu suchenden Gegenstands anzeigen. Trainingszeiten sind immer montags um 18 Uhr.


Sonja und Stephan Weichert
Sonja und Stephan Weichert
Freie Journalisten
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