Beim 21. Kreissporttag des KreisSportBundes Schaumburg in Krankenhagen kamen Vertreter aus Politik und Sport zusammen, um über die Zukunft der regionalen Vereinslandschaft zu beraten. Neben beeindruckenden Mitgliederzahlen, wegweisenden Wahlen und verdienten Ehrungen standen vor allem strategische Antworten auf den Mangel an Ehrenamtlichen im Fokus der Versammlung.
Mit 61 stimmberechtigten Delegierten plus vielen Gästen kam der 21. Kreissporttag des KreisSportBundes Schaumburg (KSB) im Rintelner Ortsteil Krankenhagen zusammen. Die Wahl des Veranstaltungsortes fiel dabei aus gutem Grund auf Krankenhagen, verfügt der dortige TSV doch über einen mustergültig modernen und innovativen Sportverein inmitten des KSB. Die allgemeinen Kennzahlen unterstreichen das enorme Gewicht der Organisation: Rund 55.000 Mitglieder aus fast 220 Sportvereinen des Kreises vertrauen auf die Interessenvertretung durch den KSB, der sämtliche Sport- und Schützenvereine im Landkreis sowie die regionalen Fachverbände repräsentiert.
Starke „Familie Sport“
Im Rahmen der offiziellen Grußworte hob der scheidende Landrat Jörg Farr seine große Dankbarkeit dafür hervor, dass die „Familie Sport“ in Schaumburg ein so starkes Fundament besitzt. Sport erfülle längst weit mehr Aufgaben als reine Körperertüchtigung – er integriere, agiere modern, kreativ und trage maßgeblich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei, weshalb der Landkreis ein klares Bekenntnis zur wertvollen Arbeit des KSB abgebe. Rintelns Bürgermeisterin Andrea Lange zeigte sich erfreut über den Versammlungsort, der zugleich eine verdiente Würdigung für die engagierte Arbeit des heimischen TSV Krankenhagen darstelle. Der Vorstandsvorsitzende des Landessportbundes (LSB), Reinhard Rawe, charakterisierte den Sport treffend als einen zentralen „Lernort der Demokratie“. Dies nahm der Landtagsabgeordnete Philipp Beck zum Anlass, seine Sorge um den allgemeinen gesellschaftlichen Zusammenhalt zu formulieren, und betonte gleichzeitig, dass der Sport hierbei den wirksamsten Gegenpol bilde. Zudem unterstrich Beck, dass das Land das wichtige Sportstättenförderprogramm mit einem Volumen von 20 Millionen Euro fest im Haushalt verankert hat.
Leiden ist leichter als handeln
Ein zentrales Highlight des Abends bildete der Impulsvortrag von Prof. Dr. Ronald Wadsack, der unter dem Titel „Sportverein und Zukunft – Leiden ist leichter als handeln“ stand. Er appellierte eindringlich an die Vereine, aktiv zu gestalten, statt sich auf bloßes Verwalten zu beschränken. Dem akuten Mangel an engagierten Ehrenamtlichen, der für zahlreiche Vereine seit Jahren das Problemfeld Nummer eins darstellt, könne beispielsweise durch innovative Vereinsformen und die gezielte Auslagerung von Aufgaben wirksam begegnet werden. Dennoch erlebe er in Gesprächen mit Verantwortlichen häufig noch ein großes Beharrungsvermögen nach dem Motto „Das haben wir noch nie gemacht...“ oder ein enges Gartenzaundenken im Sinne von „Mein Verein...“, was frische Ideen und notwendige Entlastungen durch Kooperationen spürbar hemme.
Neuer Ehrenvorsitzender ist Dieter Fischer
Abgerundet wurde der Abend durch wichtige Ehrungen, Vorstandswahlen und positive Jahresberichte. Für ihre besonderen Verdienste wurden Andreas Bültmann (Vorstand Sportstättenbau und Sportgeräte des KSB) mit der bronzenen Ehrennadel des KSB sowie Jörg Farr und LSB-Chef Reinhard Rawe jeweils mit der „Friedrich-Meier-Ehrennadel“ ausgezeichnet. Bei den anstehenden Wahlen wählte die Versammlung Dieter Fischer zum neuen Ehrenvorsitzenden, nachdem dieses Amt zuvor von dem verstorbenen Friedrich Meier ausgeübt worden war. Neuer Finanzvorstand wurde Jörg Dettmer als Nachfolger für Timo Stopp, während Ulrich Karcher (Sportentwicklung), Jörg Eberding (Vereinsentwicklung), Hagen Rank (Bildung) und Andreas Bültmann (Sportstätten und -geräte) in ihren Ämtern bestätigt wurden. Den Posten des Vorstands für Öffentlichkeitsarbeit übernahm Uwe Kläfker für den ausgeschiedenen Axel Bergmann, während die Sportjugend künftig durch Lea Hansch und Tobias Rinne im KSB-Vorstand vertreten wird. In ihren anschließenden Jahresberichten blickten die Verantwortlichen äußerst zuversichtlich in die sportliche Zukunft Schaumburgs. Hagen Rank betonte dabei die unverzichtbare Rolle der Verbände bei Zukunftsthemen wie Bürokratieabbau und Digitalisierung und verwies auf die kostenfreien Fortbildungsangebote des KSB. Während Ulrich Karcher erfreut leicht ansteigende Mitgliederzahlen vermeldete, verzeichnete Andreas Bültmann eine wachsende Nachfrage bei Förderanträgen für Sportstätten und -geräte, und Jörg Eberding zog ein positives Fazit über den regen Austausch sowie erfolgreiche Aktions- und Erlebnistage in der Vereinsentwicklung.