Nach Berichten über Probleme bei der Terrorfahndung werden die Rufe nach mehr Personal für die Polizei lauter. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte, es herrschen „zum Teil haarsträubende Zustände” bei den Ermittlungen. „Die Polizei ist bei der Terrorfahndung überlastet”, sagte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg der Hannoverschen „Neuen Presse”. „Wir haben nicht so viele Spezialisten, wie wir für die Observierung von Verdächtigen bräuchten”. Die Festnahme dreier mutmaßlicher Terroristen im September im Sauerland sei zwar von der Taktik und dem Ergebnis her ein großer Erfolg gewesen, der Fall mache aber deutlich, dass die Polizei an ihre Grenzen stoße - „im personellen, technischen und rechtlichen Bereich”. Es mache ihm Angst, dass die Beamten nicht in der Lage seien, die Kommunikation von Verdächtigen ausreichend zu überwachen, so Freiberg. Dabei sei die Gefahr nicht vorbei: „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Auftrag an diese Gruppe, Anschläge zuverüben, zurückgezogen wurde”. Auch der Chef des Bundestagsinnenausschuss, Sebastian Edathy, äußerte sich kritisch über die personelle Ausstattung der Polizei: „Der Abbau von 6000 Stellen seit 1998 ist ein Problem. Wir sind personell nicht so aufgestellt, wie wir sein sollten”, sagte der SPD-Politiker der „Berliner Zeitung”. Der Staat müsse rund um die Uhr abwehbereit und handlungsfähig sein. Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz und der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sprachen sich allerdings gegen neue Gesetzte aus: „Die Personalprobleme der Polizei zeigen organisatorischen, aber keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf”, so Bosbach. Der Rechtsexperte der Linksfraktion, Wolfgang Neskovic, sagte mit Blick auf die Forderungen nach Online-Durchsuchungen: „Bevor man die Polizei für den Ausnahmefall rüstet, muss man sie erstmal für den Normalfall ausstatten”. Nach Neskovic gebe es einen bizarren Wiederspruch zwischen dem, was man der Bevölkerung vorgaukelt und der tatsächlichen Ausstattung der Polizei.