„Aus aktuellem Anlass unterbrechen wir die Sendung für eine Mitteilung: Seit den frühen Morgenstunden ist in einigen Ortschaften der Samtgemeinde Rodenberg ein Stromausfall eingetreten.“ So oder ähnlich könnte eine Meldung im Radio lauten. Nur hören kann sie von den Betroffenen kaum jemand: Der Stromausfall lässt auch die Radios in den Haushalten verstummen. Auch das Telefon funktioniert nicht, um entsprechende Nachfragen zu starten. Was dann?
Die Samtgemeinde Rodenberg hat für entsprechende Ausnahmesituationen Vorsorge in allen Ortschaften in Vorbereitung, die inzwischen soweit gediehen sind, dass sie nur noch von den örtlichen Gremien bestätigt werden müssten.
Es geht um die Einrichtung von einem „Informationspunkt“ mit „Notfall-Meldestelle“ in allen Orten. Sie werden durch ein neues, in Orange gehaltenes Schild dauerhaft gekennzeichnet, auf dem ein großer Telefonhörer abgebildet ist.
Den Standort vom „Informationspunkt“ legen die Gremien selbst fest. Er kann sowohl im Dorfgemeinschaftshaus, in Räumen der Feuerwehr oder beispielsweise im Schützenhaus eingerichtet werden.
Zur Aktivierung vom „Informationspunkt“ kommt es bei anhaltenden Problemen der Infrastruktur, wie Stromausfall, Ausfall von Telefonnetzen oder der Unterbrechung der Trinkwasserversorgung. Darüber hinaus bei differenzierten Großschadenslagen und extremen Wetterereignissen, wie Hitzeperioden oder Hochwasser über mehrere Tage.
Das Konzept der Informationspunkte der Samtgemeinde, mit dem ein Leitfaden an die Hand geben wird, das helfen soll, die einzelnen Voraussetzungen für die Einrichtung darzustellen, beruht auf den Arbeitsgruppen des Landkreises Schaumburg, die nach der Corona-Pandemie und dem zeitgleichen Beginn der Ukraine-Krise in den Jahren 2022/23 verschiedene Szenarien zum Bevölkerungsschutz berücksichtigt und nach Lösungen zum Schutz der Bevölkerung gesucht hat.
Damit ist das Handlungskonzept der Samtgemeinde gleichfalls eine Handlungsempfehlung des Landkreises Schaumburg.
Bei den genannten Szenarien steht der Ausfall der Kommunikation, der medizinische Notfall und die Informationsweitergabe im Fokus dieses Konzeptes. Konkret bedeutet dies: Beispielsweise bei einem Ausfall des Telefonnetzes ist es nicht möglich, einen Notruf über 110 oder 112 abzusetzen. Hierfür sind die Informationspunkte vorgesehen, die über Notrufannahmestellen verfügen, um über eigenen Funk Hilfen unterschiedlicher Art zu organisieren und gleichzeitig als Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger dient.
Daher werden die Informationspunkte in diesen Fällen aktiviert und bleiben dann täglich über 24 Stunden vor Ort besetzt. Eine Person, die als Ersthelferin oder Ersthelfer fungieren kann, gehört dazu. Hierfür werden Freiwillige aus der Bevölkerung in den Ortschaften gesucht, um die Zeiträume personell abdecken zu können.
Die Infopunkte sind nicht für den Aufenthalt der Bevölkerung gedacht, sondern zur Informationsannahme und -weitergabe, damit sie möglichst ohne Missverständnisse weitergegeben werden können. Zusätzliche Informationen erfolgen an den Informationspunkten durch Aushänge an den Außenwänden der Einrichtung.
Die Feuerwehr kann diese Aufgabe nicht übernehmen, da sie in den genannten speziellen Situationen andere Aufgaben übernehmen muss. Bereitstellung von Unterkünften, Versorgung mit Lebensmitteln oder Wärmestuben gehören nicht dazu. Für diese weitergehenden Hilfebedarfe werden mit einer Zeitverzögerung die Katastrophenschutz-Leuchttürme aktiviert, die sich in den Orten Lauenau und Rodenberg befinden werden.
Weitere Informationen werden durch entsprechende Informationsschriften den Haushalten mitgeteilt, kündigte die Arbeitsgruppe der Samtgemeinde an, in der der Samtgemeindedirektor Dr. Thomas Wolf, Jürgen Wilkening, Bürgermeister von Pohle, Ordnungsamtsleiterin Carmen Sobeck, Frauke Blings von der Feuerwehr Rodenberg und für die Samtgemeindefeuerwehr Rodenberg, Benno Blings, Sicherheitsbeauftragter, mitarbeiteten.