Am 13. September 2026 öffnen insgesamt 33 Denkmale in Stadthagen und der Samtgemeinde Lindhorst ihre Pforten für Besucherinnen und Besucher. Seit über 30 Jahren organisiert die Schaumburger Landschaft das Event. Die Geschäftsführerin des Vereins, Lu Seegers, beschreibt die Veranstaltung als die größte der Schaumburger Landschaft und aufgrund des Umfanges mit einem Vorbildcharakter in Niedersachsen. Die „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ hat den diesjährigen, europaweit durchgeführten Tag, unter das Motto: „NetzWERKE:Denkmale & Infrasuktur“ gestellt.
Weit über 100 Ehrenamtliche
Mit Stolz berichtete Seegers, dass in der Vorbereitung und ganz besonders am Tag des offenen Denkmals weit mehr als 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für ein Gelingen des Tages beitragen. Der Landkreis Schaumburg bietet eine Fülle von Denkmalen, weshalb der jährliche Tag im siebenjährlichen Wechsel immer in einer anderen Teilregion stattfindet. Ganz ausdrücklich dankt die Geschäftsführerin der Landschaft all den Institutionen, Vereinen und Privatleuten, die ihre Objekte für eine Besichtigung zur Verfügung stellen. Einen besonderen Status nimmt dabei sicherlich das Stadthäger Schloss ein.
Stadthäger Schloss mit seinen historischen Kaminen
Seit 1920 residiert hier das Finanzamt. Der „Schlossherr“, Leiter der Finanzbehörde, ist seit Mai 2025 Oliver Knop. Knop wusste zu berichten, dass das Finanzamt im Stadthäger Schloss bereits im 16. Jahrhundert einen Vorgänger hatte. Damals war hier der Residenzsitz des Grafen, bevor dieser nach Bückeburg wechselte. Hier landeten also schon vor über 400 Jahren die Steuern und Abgaben der Schaumburger Bevölkerung. Oliver Knop hat seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits auf die Besucherscharen vorbereitet und verspricht mit einem Schmunzeln:“ Das Steuergeheimnis bleibt selbstverständlich erhalten!“ Im Gespräch betonte Lu Seegers, dass es bei diesem besonderen Tag nicht nur um die Präsentation prächtiger Bauten geht. Vielmehr soll die gesamte Palette an Baudenkmalen gezeigt werden. Neben aufwendig restaurierten Gebäuden, werden auch „Sorgenkinder der Denkmalpflege“ gezeigt - Häuser, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht, noch nicht, erst spät oder nicht fachmännisch restauriert wurden. Volker Wehmeyer, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Regionalarchitektur und Kulturlandschaft der Schaumburger Landschaft wird sein umfassendes Wissen bei einer Reihe von Objekten einbringen.
Spurensuche und großes Begleitprogramm
Die Schaumburger Landschaft lädt ein, sich auf Spurensuche vergangener Jahrhunderte zu begeben. Kirchen, bäuerliche Gebäude, Stadthäuser, Herrensitze, Gärten, das Schloss in Stadthagen, das Mausoleum und die ehemalige Synagoge öffnen ihre Tore für die Besucher. Auch neue Denkmale, wie der Jüdische Friedhof von 1822, können besichtigt werden. In Lindhorst gehören der Hof Laeseke (1827) sowie eine Jugendstilvilla aus dem Baujahr 1920 dazu. Sie diente den Bahnbeamten als Dienstwohnung. Neben den umfangreichen Besichtigungsmöglichkeiten haben die Organisatoren für den Tag des offenen Denkmals ein buntes Begleitprogramm auf die Beine gestellt. Neben vielfältigen kulinarischen Angeboten gibt es Gottesdienste, Ausstellungen, Führungen, Musikauftritte, „Achttourige“, Vorführung traditioneller Handarbeitstechniken und spezielle Angebote für Kinder. Horst Kiekhäfer vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) hat eine Fahrrad-Route ausgearbeitet und ausgeschildert, auf der im Uhrzeigersinn die Denkmale per Pedes abgefahren werden können. Aussagekräftige Broschüren sind in der Vorbereitung und stehen in Kürze zur Verfügung. Das Schaumburger Wochenblatt wird in den nächsten Ausgaben die 33 Objekte vorstellen.
„Das Stadthäger Schloss war als Residenzsitz schon im 16. Jahrhundert Steuerbehörde!”