In seiner letzten Sitzung der Sitzungsperiode hatte sich der Ausschuss mit einem drängenden Thema beschäftigt – der vorausschauenden Grundwasser- und Oberflächenwasserbewirtschaftung. In einem über 170 Seiten umfassenden Gutachten hatte sich die Schmidt & Holländer Ingenieurgesellschaft mit seinem Büro in Stade mit dem WMMK beschäftigt und gemeinsam mit Experten aus insgesamt acht Institutionen einen Blick in die Zukunft erarbeitet. Die Konzeptarbeit erfolgte von Oktober 2023 bis Mai 2026 und war von der NBank mit ca. 90 Prozent (254.812 Euro) der Kosten gefördert worden. Das umfangreiche Papier gliedert sich in eine Betrachtung des Ist-Zustandes, der Ermittlung sowie der Analyse der Prognosesituation und der abschließenden Erarbeitung von Konzepten und Maßnahmen für ein nachhaltiges Wassermengenmanagement.
Gesamtkonzept im Internet eingestellt
Das vollständige Konzept ist für jedermann zum Download unter: www.serviceportal-schaumburg.de/ eingestellt. In der Ist-Analyse wurde der Zeitraum der Jahre 2012 – 2021 betrachtet. Die Prognosen und Ausblicke gliedern sich in die kommenden Jahre 2030, 20260 sowie 2100. Insbesondere bei den weit in der Zukunft liegenden Prognosen wurde auch von den anwesenden Fachleuten eine gewisse Unsicherheit eingeräumt. In der Aussprache zu der Tagesordnung wurde auch der dramatische Sommer 2020 angesprochen, als die Menschen in Lauenau nur noch mittels Tankwagen der Feuerwehr mit Brauchwasser, beispielsweise zur Toilettenspülung, sowie Trinkwassereinkäufen in den Supermärkten mit Wasser versorgt werden konnten (wir berichteten). Im Jahr 2021 waren im Landkreis Schaumburg circa 8,87 Millionen Kubikmeter Wasser geliefert worden.
Private Haushalte sind größter Verbraucher
Der Verbrauch gliederte sich in etwa 66 Prozent Haushalte und Kleinabnehmer unter 500 Kubikmetern, 15 Prozent Handel und Gewerbe sowie 19 Prozent Großabnehmer. Aus dem Gutachten geht hervor, dass der individuelle Wasserverbrauch der mit etwa zwei Dritteln größten Verbraucher tendenziell vermutlich steigen wird. Grund dafür sind unter anderem Bewässerung, Kühlung, Freizeitnutzung. Ebenfalls wird im Bereich der ackerbaulichen Landwirtschaft durch die zunehmende Bedeutung von Feldberegnung, mit einem Mehrbedarf gerechnet. Für den industriellen Zweig erwarten die Fachleute eine relativ stabile Entwicklung. In der Prognose geht das Gutachten von einem grundsätzlichen Wasserbedarf von etwa 12 Millionen Kubikmetern pro Jahr aus. Beruhigend wirkt das Fazit der Gutachter. „Auch wenn die zukünftige Entwicklung von großen Unsicherheiten geprägt ist, ist die Tendenz stabil.“ Der Landkreis Schaumburg verfüge über ein gleichbleibendes „Grundwasserdargebot“.
Mit der Ressource Wasser haushalten
Mit Blick bis in das Jahr 2060 empfiehlt das Gutachterteam, mit der soliden (WMMK) Basis hauszuhalten und die Ansprüche an die wichtige Ressource Wasser nur im Rahmen eines nachhaltigen Verbrauches zuzulassen. Die Empfehlungen der Expertenkommission reichen von einer Verbesserung der Datenlage über Runde Tische der Wasserversorger, Erfahrungsaustausch aller Bau-Beteiligten, Planung für Niedrigwasserphasen und Notfallplänen bis zu Vorschlägen zu Pilotprojekten beispielsweise zum Thema „Schwammstadt“. Um die zukünftige Wasserversorgung aller Nutzergruppen inklusive Natur sicherzustellen, empfiehlt das Maßnahmenkonzept eine Kombination aus konzeptionell- planerischen Maßnahmen, technischen Maßnahmen sowie eine Verbesserung der Datenlage. Der Ausschuss empfahl dem Kreisausschuss einstimmig, das WMMK zu beschließen sowie für die Umsetzung jährliche Haushaltsmittel in Höhe von 50.000 Euro einzustellen.