Schaumburger Wochenblatt
  1. Das "Dojo" wird zum Campingplatz

    Einhundert Niederländer wandern zwei Tage durch Deister und Süntel / Ansprechende Route fordert die Teilnehmer

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    LAUENAU (al). Für eine Nacht ist das "Dojo" der Lauenauer Selbstverteidiger zum Campingplatz geworden. Rund 100 Teilnehmer aus den Niederlanden sowie einige Gäste aus Kirgisien rollten dort ihre Schlafsäcke aus, um sich am nächsten Morgen auf einen zweitägigen Orientierungsmarsch zu begeben. Der so genannte "Pooltocht" hat in holländischen Pfadfinderkreisen eine lange Tradition.

    Seit jetzt 25 Jahren wird der Extremlauf um eine hölzerne Scheibe als Wanderpreis für den ausdauerndsten Teilnehmer und ein "Blasenpokal" für Pechvögel veranstaltet. Vorwiegend in Norddeutschland, jedoch auch in anderen Bereichen der Benelux-Staaten machen sich die Wanderer auf den Weg, nur ausgerüstet mit einer präparierten Karte, auf denen Koordinaten die ungefähre Route anzeigen.

    Das Blatt für die jüngste Tour hatte sogar einen weißen Fleck, der zu umrunden war und genau den Konturen der niederländischen Provinz Flevoland entsprach. Doch deren eher flache und nach Angaben von Organisatorin Kim Vlaardingerbroek "eintönige" Landschaft entsprach gar nicht dem, was die Teilnehmer zwischen Lauenau und Bad Münder erwartete. Am ersten Tag marschierten sie nämlich bis hinauf auf den Deisterkamm und dann weiter in die Badestadt, um in der dortigen Sporthalle zu übernachten. Am anderen Morgen ging es über die Höhen des Süntel zurück nach Lauenau.

    Während die von Anlaufposten kontrollierte Pflichtstrecke bei insgesamt etwa 60 Kilometern lag, sammelten Unentwegte Wertungspunkte auf bis zu 75 Kilometern. Bei der ersten Etappe war dies noch verhältnismäßig leicht; am zweiten Tag behinderte Schneefall und später Regen die Tour. Trotzdem gab es fast nur begeisterte Kommentare über die winterlich verschneite Landschaft. Die einzige Sorge der Organisatoren lag in der zu Ende gehenden Jagdsaison und der frühen Dunkelheit begründet. Vorsorglich waren deshalb die Teilnehmer mit reflektierender Schutzkleidung ausgestattet worden.

    Eine endlos lange Reihe von Wanderstiefeln sowie etliche Rucksäcke beherrschten das Bild bei der Siegerehrung im "Dojo". Das Quartier wurde einhellig gelobt: "So bequem hatten wir es noch nie", lobte Vlaardingerbroek die weichen Matten der Sportstätte. Deshalb ging ein dickes "Dankeschön" an den SV Victoria und seine Judoabteilung.

    Nur der letzte "Aufstieg" durch das Treppenhaus in die zweite Etage der ehemaligen Fabrikhalle stieß nicht gerade auf strahlende Gesichter. Aber das war durchaus verständlich für flachlandgewohnte Niederländer – am Ende der langen zweitägigen Tour mit etlichen Höhenmetern. Foto: al

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