Schaumburger Wochenblatt
  1. "Menschenkenntnis, zusammen mit sehr gesundem Menschenverstand"

    Schiedsmann Helmut Meyer wird feierlich verabschiedet / Birgit Gärtner und Uwe Müller folgen im Amt nach

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    LINDHORST (bt). Die Fußstapfen sind groß, die Birgit Gärtner und Uwe Müller am 1. Januar vorfinden. Die Lindhorsterin und der Heuerßer treten an diesem Tag die Nachfolge von Schiedsmann Helmut Meyer an. Der Beckedorfer war bisher für den Bereich der Samtgemeinde Lindhorst insgesamt zuständig. Zukünftig kümmert sich Birgit Gärtner als Schiedsfrau um die Gemeinde Lindhorst, Uwe Müller ist als Schiedsmann für die übrigen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde zuständig. In einer kleinen Feierstunde führte Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther mit seinen Mitarbeiterinnen Birgit Gerland und Silke Schweer die beiden neuen Amtsinhaber in ihre Tätigkeit ein und verabschiedete Helmut Meyer mit herzlichen Worten und Geschenken. Birgit Gärtner wohnte der Zeremonie allerdings nicht bei, da ihr überraschenderweise noch ein Platz für eine Berlinreise zugefallen war. Helmut Meyer hat das Amt des Schiedsmannes hauptamtlich am 1. Januar 2004 angetreten, nachdem er vorher bereits als stellvertretender und als kommissarischer Schiedsmann tätig gewesen war. In den insgesamt 16 Jahren seiner Amtszeit bearbeitete Meyer nach eigenem Bekunden 43 Streitfälle im Rahmen des Nachbarschaftsrechts. Seine Erfolgsquote kann sich sehen lassen. Sie liegt bei 75 Prozent. Sehr häufig war bei "Zwischen - Tür - und - Angel - Fällen", wie Meyer diese Art des Einsatzes nannte, sein Rat gefragt, ohne dass es letztlich zur Streitschlichtung gekommen ist. Das Geheimnis seines Erfolges? "Menschenkenntnis, zusammen mit gesundem Menschenverstand", verrät der Beckedorfer. Bei Nachbarschaftsstreitigkeiten geht es zunächst zum Schiedsmann, bevor eine Klage vor einem Amtsgericht zulässig ist. Der Kläger hat dann eine vom Schiedsamt ausgestellte Bescheinigung über einen erfolglosen Einigungsversuch mit der Klage einzureichen. Manchmal saß bei der Schlichtung, die stets bei Meyer zuhause stattfand, ein Rechtsanwalt ohne Rederecht an der Seite des Angeschuldigten. Manchmal trennte man sich ohne Erfolg, dann strebten die Parteien möglicherweise ein Gerichtsverfahren an. Andreas Günther zeigte sich von der Art des Herangehens und der Art der Amtsausübung angetan. "Schade, dass wir Sie verlieren", bedauerte er den Rückzug Meyers, der mittlerweile seinen 82. Geburtstag begangen hat. Gute Arbeit sei nicht eine Frage des Alters, sondern der Einstellung. Der Bürgermeister war in hohem Maße von der ruhigen, bestimmten und gelassenen Art beeindruckt, wie der Beckedorfer Angelegenheiten des Nachbarschaftsrechts abgewickelt hat. Er könne gut zuhören, attestierte er dem aus dem Amt scheidenden Schiedsmann. Er sei allseits beliebt und sehr geschätzt worden, hob er hervor. Meyer habe jederzeit kontaktiert werden können; es sei ihm, Günther, "immer eine Freude gewesen, mit Ihnen zusammenzuarbeiten", wandte er sich an Meyer und dankte ihm für seine langjährige Tätigkeit als Schiedsmann der Samtgemeinde mit einem Präsent. Foto: bt

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