Joachim Muth wird nicht nur Nachfolger von Klaus-Peter Grote im Amt des Kreisbrandmeisters, sondern auch in dem Posten des Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Schaumburg. Die Versammlung des Verbandes im Ratsgymnasium Stadthagen wählte Muth einstimmig in die neue Funktion. Grote wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Grote warf sich in seiner letzten Rede seiner Amtszeit einmal mehr für das Ehrenamt im Brandschutz und anderen Rettungsorganisationen in die Bresche. Die Feuerwehrleute würden für ihren Dienst brennen, würden lernen und würden Teamgeist spüren wollen. „Vergraulen wir sie nicht durch Bürokratie und abgehobenes Verhalten. Ein Miteinander auf Augenhöhe ist das wahre Erfolgsrezept“, betonte der Vorsitzende. Grote hatte beispielhaft darauf hingewiesen, dass elf Jahre Wartezeit auf ein Bundesfahrzeug im Bereich Zivil- und Katastrophenschutz „zutiefst demotivierend“ seien. Es sei dringend, das Ehrenamt zu fördern. Der Einsatz dieser Kräfte in Feuerwehr und Rettungsorganisationen sei unersetzlich. Wichtig sei hier unter anderem eine zeitgemäße Ausstattung. „Moderne Technik begeistert“, so Grote und halte die Ehrenamtlichen im Dienst.
Zudem wies der Vorsitzende auf eine zunehmend zu beobachtende mangelnde Kritikfähigkeit hin. Oft gelinge es nicht mehr, sachliche Diskussionen auf Augenhöhe zur führen. Hier sehe er die Kinder- und Jugendfeuerwehren als ideale Basis, so Grote. Sie würden den Grundstein legen für ein Leben in Gemeinschaft.
Ein gewisser Rückgang der Mitgliederzahlen in den aktiven Abteilungen sie bei den Wehren im Jahr 2025 zu verzeichnen gewesen. Mit 67 sei dieser noch nicht besorgniserregend, müsse jedoch im Auge behalten werden. Zuversichtlich stimme der stabile Unterbau in Kinder- und Jugendfeuerwehren. Die Hoffnung sei, dass viele der jungen Leute in die Einsatzabteilungen nachrücken würden.
Im Rahmen der Kreisausbildung seien 2025 1030 angeforderte Lehrgangsplätze angeboten worden. 878 seien tatsächlich belegt worden. Diese Belegung von 86 Prozent sei ein Wert, der sich sehen lassen könne. Grote dankte den Ausbildern für ihr Engagement, das sie ja zusätzlich zu den normalen Diensten in ihren Ortswehren aufbringen würden.
Seit 2004 leitet Grote den Kreisfeuerwehrverband als Vorsitzender. Er scheide nun „nicht mit Wehmut“ aus dem Amt, so Gote. Stattdessen sei er dankbar, „dass ich diesem Verband vorstehen durfte“. Das Erreichte, sei dabei nicht sein Verdienst, sondern beruhe auf einer Teamleistung.
Joachim Muth wurde einstimmig zu Grotes Nachfolger gewählt, Marc-Henning Kommerein zum stellvertretenden Vorsitzenden, Andreas Schlicht zum Kassenführer und Roland Kramer zum Schriftführer, Anna Sebode zur stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwartin.
Mehrere Gastredner hoben die Leistungen Grotes in seiner Amtszeit hervor. Der Präsident des Feuerwehrlandesverbandes lobte Grote als „Visionär des Feuerwehrwesens“, der den Brandschutz in Schaumburg immer vorangetrieben habe.
Muth betonte, sein Vorgänger habe den Verband mit viel Herzblut und außerordentlichem Engagement geführt. Vom Tempolimit auf der Autobahn bis zur Gewalt gegen Einsatzkräfte habe Grote konfliktträchtige Themen angepackt und für seine Überzeugungen gekämpft. Als wertvolle Maßnahme habe sich auch die Einrichtung des „Runden Tisches“ für die Blaulichtorganisationen erwiesen. Muth ernannte Grote zum Ehrenvorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, die Versammlungsteilnehmer erhoben sich, um zu applaudieren. Neben der Ernennungsurkunde erhielt Grote auch ein Trikot seines Lieblingsvereins aus dem Süden Deutschlands.
Bernd Kording erhielt die Ehrennadel in Bronze des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, Thomas Reese das Feuerwehr Ehrenkreuz in Silber, Marcel Dehnst, Marlon Sievert, Christian Voß, Christian Fischer das Feuerwehr Ehrenkreuz in Bronze und Andreas Neuber die Feuerwehr-Ehrenmedaille.
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