Noch immer tun die Vereine in Schaumburg insgesamt zu wenig, um die Entwicklung oder den Aufbau von Frauenmannschaften zu fördern. Anderswo ist der weibliche Mitgliederteil der größte Wachstumsbereich innerhalb des DFB. In Schaumburg gingen im vergangenen Sommer nur noch neun Mannschaften ins Kreisligarennen.
Zumindest die spielerische Qualität in der Kreisliga hat sich durch die Konzentration der Spielerinnen auf wenige Klubs merklich verbessert. So kämpfen mit der SG BRW Deckbergen und dem TSV Krankenhagen zwei personell deutlich verbesserte Teams um den Aufstieg in den Bezirk, die in der vergangenen Saison bestenfalls im Mittelfeld zu finden waren. Beide finden sich gleichauf in der Verfolgerrolle wieder, scheinbar aber ohne Chance, das überragende Team der Saison zu stoppen. Bezirksabsteiger SG Lauenhagen/Pollhagen-Nordsehl leistete sich nämlich nur am allerersten Spieltag ein 0:0 und ließ im Anschluss zehn Siege mit nur einem Gegentor folgen, und das, obwohl die SG gleich drei maßgebliche Spielerinnen in der Sommerpause abgeben musste. Die weiter verbesserte mannschaftliche Geschlossenheit lässt erwarten, dass sich die Elf bei sechs Punkten Vorsprung die Meisterschaft im Sommer nicht mehr nehmen lassen wird.
Ob es nach dem Aufstieg für den Schaumburger Kreismeister zu einem Derby in der Bezirksliga kommt, ist derzeit aber höchst fraglich. Mit dem TSV Eintracht Bückeberge II verfügt der Fußballkreis nur über ein Team in der unteren Bezirksstaffel. Wie die TuSG Wiedensahl und die SG Lauenhagen in den Jahren zuvor liegt Aufsteiger TSV Bückeberge II als Schlusslicht auf einem Abstiegsplatz und braucht eine fulminante Aufholjagd, um die zwölf Punkte zum rettenden Ufer noch einspielen zu können. Mit bislang nur vier Zählern hat sich die junge Mannschaft ohne Zweifel völlig unter Wert verkauft. Abgeschrieben hat man in Wendthagen den Klassenerhalt deshalb auch noch nicht, vielmehr versucht man durch personelle Umbildungen im Kader, die zweite Mannschaft noch einmal für den Klassenerhalt aufzupeppen. In den ersten vier bis fünf Spielen der Rückserie sollte sich abzeichnen, ob dieser Rettungsversuch eine Erfolgschance hat. Punktspielstart soll bereits am 27. Februar gegen den TuS Davenstedt sein.
Eine Woche später, eine Klasse höher, in der Bezirksoberliga, geht es für die erste Mannschaft der Eintracht beim TSV Havelse II wieder um Zählbares. Das Team bewegt sich auf ähnlichem Level wie im vergangenen Jahr und belegt in der Winterpause den vierten Rang im Bezirksoberhaus. Zwar bewies die TSV-Elf große individuelle Klasse, für ein Spitzenteam fehlte es aber auch im zweiten Jahr nach dem Aufstieg an Konstanz. Dem Spitzenreiter SV Friesen Lembruch und Verfolger TSV Limmer konnte der TSV deshalb noch nicht das Wasser reichen. In der Rückrunde wird das größte Augenmerk des Vorjahresdritten deshalb auch auf dem Bezirkspokal liegen, in dem das Team ohne Gegentor bis ins Halbfinale vorgerückt ist. Im nächsten Jahr will die Elf dann den ersten Anlauf auf den Oberliga-Aufstieg nehmen. Dazu fehlen der Eintracht aber noch zwei bis drei Klassespielerinnen und eine weitere starke Torfrau. Foto:pm