Schaumburger Wochenblatt
  1. Gefährlicher Vorfall mit einem "Polenböller"

    88-Jähriger fast von einem großem, herausgesprengten Stück aus einem Metallstreifen getroffen

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    SACHSENHAGEN (jb). Viel Glück im Unglück hatten ein 88-jähriger Sachsenhäger, sowie sein im selben Haus wohnender Sohn am Silversterabend. Gegen 17.30 Uhr schreckte der Bewohner eines Hauses in der Elbinger Straße auf, weil zusätzlich zu der gewohnten Silvesterknallerei plötzlich ein extrem lauter Knall sowie ein Fensterklirren zu hören war. Bei der Nachschau entdeckte der Senior ein faustgroßes Loch in der Schlafzimmerfensterscheibe sowie ein großes Metallstück auf seinem Bett. Das Metallstück hatte offenbar die Thermopane-Verglasung durchschlagen und war auf dem Bett gelandet. Bei den Recherchen zur Herkunft des Stückes wurde man schnell fündig. Das seinem Haus gegenüberliegende Grundstück ist statt mit Steinen, mit einer metallenen Grundstückseinfassung versehen. Direkt in Höhe des beschädigten Hauses fehlt ein großes Stück in der Einfassung. Es ist deutlich erkennbar, dass dieses fehlende Stück förmlich herausgesprengt worden war. In Verbindung mit dem zuvor vernommenen sehr lauten Knall liegt für die Polizei der Verdacht nahe, dass ein bisher Unbekannter an der Stelle einen sogenannten "Polenböller" zur Explosion gebracht hatte. Die Sprengwirkung war dermaßen stark, dass ein mehrere Zentimeter großes Stück aus dem Metallstreifen herausgesprengt wurde, quer über die Straße etwa zehn Meter weiter flog und auf der gegenüberliegenden Seite das Fenster des Hauses durchschlug. Möglicherweise bestand der Sprengkörper auch aus einem Selbstlaborat. Unter dem Begriff "Polenböller" sind in Deutschland illegale, oftmals im östlichen Ausland produzierte Feuerwerkskörper bekannt. Feuerwerkskörper mit einer solchen Sprengwirkung sind in Deutschland legal nicht erhältlich. Die Vorstellung, was hätte passieren können, wenn das Metallstück das weniger Meter danebenliegende Wohnzimmerfenster durchschlagen hätte, ist erschreckend. Hier hatte der 88-jährige vor dem Fernseher gesessen. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstosses gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet und bittet um Hinweise auf den oder die möglichen Verursacher. Vielleicht sind in Sachsenhagen Personen aufgefallen, die zum Jahreswechsel mit auffallend lauten und starken Feuerwerkskörpern hantiert hatten. Hinweise nimmt die Polizei in Stadthagen unter 05721 / 40040 entgegen. Foto: Polizei

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