Schaumburger Wochenblatt
  1. "Vor uns liegen große Themen"

    Axel Wohlgemuth gibt im Jahresabschlussgespräch einen Ausblick auf 2022

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    Besonders in Bückeburg war der Wahlkampf sehr spannend. Erst nach der Stichwahl stand der neue Verwaltungschef und erster Bürger der Stadt fest. Axel Wohlgemuth trat in die Fußstampfen Reiner Brombachs. Wohlgemuth ist dabei ein richtiger Verwaltungsspezialist und steht für einen offenen Dialog mit den Bürgern. Nadine Hartmann: Ein turbulentes Jahr liegt hinter Bückeburg. Können Sie die bewegendsten und wichtigsten Ereignisse aus Ihrer Sicht zusammenfassen? Axel Wohlgemuth: Ich freue mich sehr, dass es diesmal mit der Wahl geklappt hat. Der Abend der Stichwahl war sicherlich der bedeutendste und auch schönste Abend. Erst gemeinsam mit der Familie und den Freunden gezittert und dann ein bisschen gefeiert. In den Wochen danach kamen dann die Abschiede: Von meinen bisherigen Kollegen der VHS in Minden, aus der Stadtrats- und Kreistagsfraktion. Am Ende dann der Anfang: Der Amtsantritt am 01.11. und schließlich die Vereidung in der ersten Ratssitzung. Es waren sehr emotionale Wochen. NH: Der Wahlkampf hat sich gelohnt: Bei Ihrer zweiten Kandidatur für das Bürgermeisteramt hat es geklappt, seit rund zwei Monaten sind Sie nun im Amt. Wie war das alles für Sie? AW: Im Rathaus bin ich sehr nett aufgenommen worden. Viele von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kenne ich ja schon aus meiner Zeit als Ratsmitglied. Aufgrund meiner beruflichen und politischen Erfahrung fühle ich mich für das Amt des Bürgermeisters gut gerüstet. Die ersten Wochen dienen natürlich erst einmal der Einarbeitung in die aktuellen Themen und der Abstimmung der Ziele mit der Verwaltung für die nächsten Jahre. NH: Was wird sich mit Ihnen als Bürgermeister ändern, wo wollen Sie Veränderungen umsetzen und mit den Bürgern in Kontakt kommen? AW: Ich stehe für Transparenz und Ehrlichkeit. Alle Parteien und Gruppierungen mitzunehmen ist mir ein wichtiges Anliegen. Vor uns liegen große Themen wie die Gestaltung des Klimawandels und der Digitalisierung. Diesen Herausforderungen werden wir nur gemeinsam begegnen können, davon bin ich fest überzeugt. Zudem haben wir als Stadt aber sicherlich auch einen Nachholbedarf beim Thema Bildung. Ich möchte in den nächsten Jahren die Bildungsakteure in unserer Stadt stärker zusammenführen und möchte daher in Zukunft eine jährlich stattfindende Bildungskonferenz etablieren. Ansonsten gilt für die Bürger das was ich auch vor der Wahl gesagt habe: Meine Tür steht immer offen! Wer eine Frage oder ein Anliegen hat kann sich gerne bei mir melden. Aber natürlich versuche ich auch viel vor Ort und direkt ansprechbar zu sein. Aufgrund der aktuellen Lage ist dies derzeit aber leider nur eingeschränkt möglich. NH: Stichwort Pandemie: Wie bewerten Sie die aktuelle Lage und was denken Sie, inwieweit wird uns dieses Thema in Bückeburg noch 2022 weiter beschäftigen? AW: Wenn man den Fachleuten zuhört, dann sagen sie unisono, dass uns das Virus noch eine Weile beschäftigten wird. Die Lage wird also aller Voraussicht nach angespannt bleiben. Auf der anderen Seite lernen wir aber auch immer mehr mit der Pandemie zu leben. Wir erleben gerade, wie schnell wirksame Impfstoffe entwickelt und angepasst werden. Zudem werden die notwendigen Hygienemaßnahmen im Alltag immer mehr zur Routine. Man hat seine Maske einfach dabei und weiß, dass man sie z.B. beim Einkaufen aufsetzen muss. Aber: Am härtesten treffen uns daher immer wieder die angeordneten Kontaktbeschränkungen. Für uns alle sind die sozialen Kontakte aber genauso wichtig wie die Luft zu Atmen. Als Stadt sind wir auch Veranstalter zahlreicher Events, die die Bückeburger zusammenführen. Die Frage, was in welcher Form stattfinden kann, wird im Laufe des Jahres eine wichtige Frage. Die Menschen wollen sich einfach begegnen und dafür muss die Stadt weiterhin einen Rahmen schaffen. NH: Was wird in 2022 wichtig für Bückeburg und seine Bürger, was wird die Menschen bewegen, positiv als auch negativ? Welche besonderen Ereignisse und Maßnahmen erwarten die Bürger? AW: Wir werden Bückeburg an vielen Stellen weiter nach vorne bringen, da bin ich mir sicher. Aber einer der wichtigsten Punkte wird sein, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Pandemie noch haben wird. Wir haben Branchen, die derzeit extrem unter Corona leiden. Ein großes Ziel von uns muss es daher sein, eine lebendige Innenstadt zu bewahren. Dafür brauchen wir einen attraktiven Mix von Handel und Gastronomie. Neben der Verbesserung der Aufenthaltsqualität müssen wir uns daher auch überlegen, wie wir die Besucher in die Stadt zurückholen und zum Wiederkommen animieren. Neben der optischen Aufwertung durch die neuen Baumquartiere geht es auch darum, den stationären Handel stärker mit dem Online-Handel zu verknüpfen. Mit der Stelle des City-Managers, der im neuen Jahr die Wirtschaftsförderung verstärkt, unterstützen wir unseren Einzelhandel vor Ort. NH: Etwas angenehmes zum Abschluss: Wie werden Sie das Weihnachts- und Silvesterfest verbringen und was möchten Sie den Lesern zum Jahreswechsel mit auf den Weg geben? AW: Weihnachten wird wie immer mit der Familie gefeiert, Sylvester gemeinsam mit einer befreundeten Familie. Wichtig ist dabei immer, dass es etwas leckeres zu Essen und zu Trinken gibt. Auf die Knallerei verzichten wir schon seit Jahren wegen der Hunde. Von daher trifft uns das Feuerwerksverbot nicht so sehr. Den Bückeburgern wünsche ich ein friedliches Fest. Schauen Sie hoffungsvoll in die Zukunft. Ich bin mir sicher, dass wir diese Pandemie gemeinsam immer besser in den Griff bekommen werden.

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