Schaumburger Wochenblatt
  1. Junge Aleviten feiern den Frühlingsanfang

    Feiertag Hidirellez im Alevitischen Kulturzentrum begangen

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    Angehörige aller Ortsjugenden des Bundes der alevitischen Jugendlichen (BDAJ) in Norddeutschland habe im alevitischen Kulturzentrum Schaumburg in Stadthagen gemeinsam den alevitischen Feiertag Hidirellez gefeiert. Gemeinsam mit dem BDAJ Hannover organisierte der BDAJ Stadthagen den Abend, um die Jugendlichen nach einer langen Pause wieder zusammenzuführen. Der alevitische Feiertag Hidirellez finde am 5. und 6. Mai statt und werde auch als Frühlingsfest bezeichnet. Seinen Ursprung habe dieser Anlass in der Erzählung, dass die beiden alevitischen Schutzpatrone Xizir (Schutzpatron auf dem Land) und Ilyas (Schutzpatron auf den Meeren) einst das Wasser zur Unsterblichkeit tranken und sich seitdem jedes Jahr in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai auf der Erde unter einem Rosenbaum treffen, schilderte Elisa Yildirim vom BDAJ Stadthagen den Hintergrund dieser Tradition. An diesen Tagen würden besondere Wünsche geäußert und Hoffnungen geweckt, von denen sich gewünscht werde, dass sie Xizir und Ilyas wahr werden lassen. Dafür würden die Wünsche symbolisch an die Äste eines Baumes gebunden oder auf einen Zettel geschrieben und in ein fließendes Gewässer geschmissen. Die Schutzpatrone sollen die Wünsche an sich nehmen und in Erfüllung gehen lassen. Zu Hidirellez eine sich die Schönheit der Natur. Es stelle einen Wendepunkt dar, an dem das Unsichtbare in der Natur sichtbar werde und das Schlafende erwache. So wie die Natur sich entwickele und jedes Jahr neu geboren werde, stelle Hidirellez die Reinkarnation aller Lebewesen symbolisch dar. "Die Alevitinnen und Aleviten feiern daher die Schönheit und das Erwachen der Natur, indem sie ihre Schutzpatrone herbeirufen und sich wünschen, dass allen Lebewesen der Erde Gesundheit, Frieden, Freundschaft, Toleranz und Gerechtigkeit gebracht wird, damit alle Herzen in Frieden ruhen können", so die Formulierung in einer Pressemitteilung. Für die Feier in Stadthagen hatte das Organisationsteam geplant, die Wünsche symbolisch als Bänder an einen Baum zu binden. Diese Ritual verzögerte sich wegen des heftigen Regens zunächst. Nachdem es im Lauf des Abends aufklarte, wurde es doch möglich, dieses auszuführen. Der Bund der alevitischen Jugendlichen in Deutschland stelle eine der größten Migrantenselbstorganisationen Deutschlands dar und setzt sich neben der Vermittlung und Praxis der alevitischen Lehre unter anderem dafür ein, einen Beitrag zum gerechten und friedlichen Zusammenleben aller Menschen, zur Einhaltung der Menschenrechte, zur Gleichstellung aller Geschlechter sowie zur Integration und gleichberechtigten Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Einwanderungsgeschichte zu leisten. Foto: bb

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