Hannover muss das enttäuschende Unentschieden gegen das Schlusslicht aus Münster wegstecken, bevor es gegen den VfL Bochum geht. Zwei Partien stehen noch aus, holt 96 dabei sechs Punkte, wird es sich aller Wahrscheinlichkeit auf dem Aufstiegsrelegationsrang festbeißen.
Münsters Jorrit Hendrix versetzte den „Roten“ in der 93. Minuten einen Nackenschlag, an dem sie noch lange zu Kauen hatten. 96-Abwehrspieler Bastian Allgeier klärte einen lang geschlagenen Ball per Kopf nach vorn. Die Kugel prallte in Hendrix Richtung, der sie per Direktabnahme in den Torwinkel jagte. So stand es 3:3-Unentschieden. 96 kam seinerseits noch zu einer Führungschance, schlug jedoch nicht mehr zurück. Das Remis nach einem „wilden Spiel“ (96-Trainer Christian Titz) brachte die „Roten“ nicht weiter. Elversberg zog auf Tabellenplatz zwei vorbei und hat es nun in der Hand, den direkten Aufstieg aus eigener Kraft zu verwirklichen.
Keine zehn Minuten vor dem bitteren Ausgleich hatte sich noch eine ganz andere Dramaturgie für die Partie angedeutet. Da war es 96-Mittelfeldspieler Stefan Thordarson gewesen, der die Hannoveraner ebenfalls mit einem Schuss der Marke Traumtor mit 3:2 in Führung gebracht hatte. Zu diesem Moment sprach viel dafür, dass 96 den Spieltag auf dem wichtigen Tabellenplatz zwei beenden würde.
Hannover hatte sich zu Beginn der Partie allmählich eine Überlegenheit erarbeitet. In der Folge kamen die „Roten“ auch zu Strafraumszenen, kaum jedoch zu eindeutigen Chancen. Das mutige Schlusslicht aus Münster war hier weit wirkungsvoller. Imad Rondic rammte eine genau geschlagene Ecke per Kopf zum 1:0 für den Außenseiter ins Netz. Hannover spielte trotz dem Rückschlag weiter nach vorn, wurde jedoch kaum gefährlich. Erneut waren es dann sechs Minuten vor der Pause die Preußen, die einnetzen. Ime Okon und Kolja Oudenne ließen sich auf dem Flügel zu einfach überspielen. Die Hereingabe von Rondic verwertete Shin Yamada zum 2:0 für die Gäste.
Bevor Publikum und Mannschaft unruhig werden konnten, gab Mustapha Bundu der Partie eine erste Wendung. Der Flügelspieler veredelte einen Konter indem er sich durch zwei Gegenspieler hindurchdribbelte und zum 1:2 in den Winkel vollendete. Kurz danach stand wieder Bundu im Mittelpunkt. Waniss Taibi flankte mit viel Gefühl von rechts auf den Offensivspieler. Dieser behielt die Nerven und schoss sicher zum 2:2 ein.
96 ging also mit dem Unentschieden in die Kabine und drückte in Durchgang zwei auf den Sieg. Es kamen nun beide Seiten zu Chancen, auch 96-Torwart Nahuel Noll zeichnete sich aus. Bevor es zur Achterbahnfahrt in der Schlussphase kam, in welcher der späte Ausgleich für tiefe Enttäuschung sorgte.
Titz hielt fest, dass 96 die defensive Stabilität „ein Stück weit abhandengekommen“ sei. „Wie werden uns schütteln und dann in die verbleibenden Spiele gehen“, so der Coach.
Dabei tritt 96 zunächst gegen den VfL Bochum (Anpfiff Sonnabend, 13 Uhr). Im Hinspiel enttäuschten die „Roten” hier mit einem 0:0 auf eigenem Platz. Das Team hatte ein deutliches Chancenplus. Diesmal gilt es gegen die heimstarken Bochumer effektiver zu sein und in der Defensive weniger zuzulassen als gegen Münster.
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