Schaumburger Wochenblatt
  1. Diskussionen um Bewegungsbad 
und Außenschwimmen gehen weiter

    Informationsabend zur Entwicklung des "Tropicana" / Uneinigkeit in Sachen Bürgerumfrage

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    STADTHAGEN (bb). Die Stadtverwaltung hat in einer Bürger-Informationsveranstaltung im Rathaus zur "Weiterentwicklung des Tropicana" die Überlegungen zum Bau eines Bewegungsbeckens und eines Außenschwimmbeckens vorgestellt. Rund 50 Bürger verfolgten den Vortrag und tauschten sich anschließend lebhaft darüber aus, welches Becken Priorität haben sollte und ob eine erneute Bürgerbefragung sinnvoll sei. Helmut Kirchhöfer, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Stadthagen, gab zunächst einen Einblick in den Planungsstand und die Entwicklung des "Tropicana" in den vergangenen Jahren. Bei zurückgehenden Besucherzahlen seien im Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe und im Stadtrat die Möglichkeiten diskutiert worden, eine Attraktivitätssteigerung des Freizeitbades zu erreichen (SW berichtete). Die Vorbereitungen für den Bau eines Bewegungsbades seien abgeschlossen, der Rat habe auch die Investitionskosten von rund 1,7 Millionen Euro für das kommende Haushaltsjahr bereitgestellt. Erfahrungen in anderen Bädern würden zeigen, dass derartige Becken stets eine sehr hohe Auslastung erreichen würden. Dies sei auch in Stadthagen zu erwarten, nach dem Wegfall des Therapiebeckens im Krankenhaus hätten viele Vereine entsprechenden Bedarf angemeldet. Seien die Investitionskosten aufgebracht, bestehe die Möglichkeit, das Bewegungsbecken ohne größere Zuschüsse etwa mit einer "Schwarzen Null" zu betreiben. Die Investitionskosten würden sich allerdings nicht wieder hereinholen lassen. Ein Außenschwimmbecken erfordere eine Investition von etwa 3 bis 4,4 Millionen (konventionelles Becken) oder 2,6 bis 3,6 Millionen Euro (Naturbad). Hier würde der Betrieb zu einem deutlich höheren Defizit führen.

    Kerstin Thieler von der Initiative "Pool Challenge" kündigte an, dass sie sich mit Gleichgesinnten weiterhin für die Verwirklichung von Außenschwimm-Möglichkeiten einsetzen werde. Mit alternativen Konzepten lasse sich eine deutliche Begrenzung des Defizites erreichen. Eine andere Stimme verwies auf den Andrang auf die in der "Badewonne" in Nordsehl angebotenen Kurse. Für ein Bewegungsbecken im "Tropicana" sei eine ähnliche Nachfrage zu erwarten. Bürgermeister Oliver Theiß erklärte, dass es angesichts der Finanzlage der Stadt nicht möglich sei, sowohl Bewegungsbecken als auch Außenbecken zu bauen und zu betreiben. Deshalb halte er es für angebracht, in einer weiteren Bürgerumfrage zu klären, ob die Stadthäger ein Außen- oder ein Bewegungsbecken vorzögen. Diese Linie unterstützten auch Eva und Jürgen Burdorf sowie Ratsherr Richard Wilmers (Gruppe WIR). Für beide Maßnahmen gebe es gute Gründe, hielt Jürgen Burdorf fest. Es gelte jedoch, "den Bürgern reinen Wein einzuschenken". Beides zu verwirklichen sei aus finanziellen Gründen unrealistisch. Eva Burdorf schlug vor, ein abgespecktes Freibad mit entsprechend verringertem Defizit zu bauen. In ähnliche Richtung ging die Idee von Johannes Wilkening-Ruhe. Warum nicht die Modernisierung der "Badewonne" mit einem überschaubaren Beitrag aus Stadthagen unterstützen und in Stadthagen stattdessen ein Freibad in einer günstigen Variante verwirklichen, fragte er. Die SPD-Mitglieder Thomas Pawlik und Ute Hartmann-Höhnke widersprachen der Idee einer erneuten Bürgerumfrage. Die Entscheidung für das Bewegungsbecken sei vom Rat nach rund zweijährigem Beratungsprozess bereits gefasst worden, zahlreiche Schritte zu Vorbereitung des Baus seien abgeschlossen. Das "Herzblut" mit der viele Bürger die Idee eines Freibades unterstützen würden, werde auch in der Gruppe SPD/Grüne wahrgenommen, so Thomas Pawlik. Es gelte, diese Initiative der Bürger aufzunehmen, alternative Konzepte zu prüfen und die Kräfte zu bündeln, um nach dem Bau eines Bewegungsbeckens auch die Verwirklichung einer Außenschwimm-Möglichkeit zu erreichen.Foto: bb

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