Schaumburger Wochenblatt
  1. Schutz für Frauen vor Gewalt – an jedem Tag zu jeder Zeit

    Das Frauenhaus Schaumburg hilft seit 31 Jahren

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    LANDKREIS (pp). Das von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Schaumburg vor 31 Jahren ins Leben gerufene Frauenhaus ist heute ein fester Bestandteil im sozialen Netzwerk und in der Gesellschaft des Landkreises. "Seit der Eröffnung 1987 konnten wir 1.605 Frauen und 1.800 Kindern Schutz bieten", berichtet Sabine Fischer, die zusammen mit Doris Weide, Ulrike Lehmann und Gabriele Rudnick das Team des Frauenhauses bildet. Schutz finden Frauen, die von Gewalt im sozialen Nahraum betroffen oder bedroht sind. Das geht über die häusliche Gewalt hinaus und umfasst beispielsweise auch Stalking, Menschenhandel oder Übergriffe von Ex-Partnern. Die Hilfe ist an jedem Tag im Jahr und zu jeder Uhrzeit möglich. Erreichbar ist das Frauenhaus über die Nummer 05721-3212 oder über die Polizei (110), die dann den Kontakt zu einer Mitarbeiterin herstellt. "Wir können 8 Frauen mit ihren Kindern aufnehmen", berichtet Fischer. Dabei fällt auch ein besonderer Blick auf die Kinder, die mit betroffen und oft auch traumatisiert sind. "Wenn unsere Kapazitäten einmal ausgeschöpft sind, vermitteln wir die Hilfesuchenden über unser Netzwerk an Frauenhäuser in den benachbarten Kreisen. Das kann auch sinnvoll sein, um Frauen aus ihrer Umgebung herauszunehmen und ihnen so zu ermöglichen, sich sicher auf die Straße trauen zu können", erläutert Ulrike Lehmann. Ein bundesweites Angebot erreichen betroffene Frauen auch über die Telefonnummer 08000-116016. Neben der akuten Hilfe hat das Team des Frauenhauses auch weitere Schwerpunkte. Dazu gehören Beratungen im Vorfeld, psychosoziale Beratung und Begleitung, Existenzsicherung, die Arbeit mit Kindern und nachgehende Beratung sowie Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit. "Unsere Mitarbeiterinnen bekommen für ihre oft sehr belastende Tätigkeit unsere Unterstützung, beispielsweise bei regelmäßigen Supervisionen", so AWO-Geschäftsführerin Heidemarie Hanauske. Prozentual etwas angestiegen ist die Zahl der hilfesuchenden Migrantinnen von 65,5 Prozent im Jahr 2016 auf 68,8 Prozent in 2017. Hierbei ist die sprachliche Barriere oft ein Problem - die Verständigung ist dann oft nur über Sprachmittler oder "mit Händen und Füßen" möglich. Im Frauenhaus können die Betroffenen bleiben, solange es nötig ist. Das geht von einer einzelnen Übernachtung bis hin zu Aufenthalten von über einem Jahr, beispielsweise wenn viele Formalitäten, auch mit in- oder ausländischen Behörden, zu erledigen sind. Die Frauen können zur Ruhe kommen, sich auf ihre eigenen Kräfte besinnen und sich neu orientieren sowie die Beratung und Unterstützung des Teams in Anspruch nehmen. Sie wohnen mit ihren Kindern in einem Zimmer und versorgen sich selbst. Küchen, Bäder und Wohnzimmer sind Gemeinschaftsräume. Belange des Zusammenlebens werden gemeinsam in regelmäßigen Versammlungen besprochen. Mitbringen sollten die Hilfesuchenden nach Möglichkeit wichtige Papiere (z. B. Ausweise, Geburtsurkunden, Krankenversicherungsdaten - auch für die Kinder), Kontokarten, Kleidung, Schulsachen und das Lieblingsspielzeug ihrer Kinder. Foto: pp

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