Schaumburger Wochenblatt
  1. 1.000 Kilometer gegen Rasselisten

    Dirk und Manuela Schäfer: Protestmarsch durch Deutschland

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    LANDKREIS (jh). Die beiden Tierschützer Dirk und seine Frau Manuele Schäfer haben den Rasselisten für Hunde den Kampf angesagt. "Wir werden mit unseren Wünschen bei vielen auf Ablehnung stoßen, aber wir finden, dies ist der einzig vernünftige Weg. In erster Linie geht es uns mit der Aktion darum, dass wir Politiker und auch unsere Mitbürger zum Umdenken anregen. Wir hoffen auch, dass wir mit unserem Marsch die öffentliche Diskussion anregen", sagt Dirk Schäfer. Das Ehepaar hält selbst zwei Rottweiler zuhause. "Kein Hund kommt schon böse auf die Welt. Es ist der Mensch, der ihn durch Erziehung und Umgang aggressiv macht", betont Manuela Schäfer. An Beißunfällen seien erwiesenermaßen nicht die Hunde, sondern in den allermeisten Fällen, die Besitzer Schuld. In der bestehenden Hundeverordnung und in den Rasselisten werden Hunderassen in "gefährliche Rassen" und "Rassen, bei denen eine Gefährlichkeit anzunehmen ist", eingeteilt. Auf den einzelnen Hund, seine Aufzucht, Erziehung, Haltung und Verwendung wird dabei keine Aufmerksamkeit gerichtet. Die Haltung von einigen Hunderassen, die auf dieser Liste geführt werden, ist in einigen Bundesländern komplett verboten oder sehr erschwert. Einheitliche Gesetze und ein Hundeführerschein Die beiden Tierschützer monieren: "In fast jedem Bundesland gibt es unterschiedliche Richtlinien und Gesetzgebungen. Teilweise sind diese sogar von Kommune zu Kommune verschieden. Wir finden, dass es bundesweit eine einheitliche Gesetzgebung für die Hundehaltung geben sollte. Es macht doch keinen Unterschied, ob ich meinen Hund in Berlin, Bayern oder Sachsen halte." In den Beißstatistiken der Bundesländer ist erkennbar, dass die Gefahrenabwehr durch die Rasselisten bis dato wenig erfolgreich war. In vielen veröffentlichten Beißstatistiken führen sogar bisher friedliche Familienhunde die Statistiken an oder sind unter den häufigsten Nennungen vertreten. Grund dafür kann unter anderem eine nicht artgerechte Haltung und ein ungenügendes Wissen über den eigenen Hund sein. "Wir halten die Einführung für einen sogenannten Hundeführerschein mit einem theoretischen und praktischen Teil für sinnvoll", erklärt Dirk Schäfer. Die jeweiligen Rasseeigenschaften, Vorlieben und Bedürfnisse der Hunde sollten dabei eine entscheidende Rolle spielen. Vom Norden in den Süden Im Mai 2019 wird das Ehepaar von der dänischen Grenze quer durch Deutschland bis nach München laufen. Begleitet werden sie dabei von ihren beiden Rottweilern, die in vielen deutschen Bundesländern auf der Rasseliste stehen. In 32 Etappenpunkte haben sie die Strecke eingeteilt. "Wir freuen uns auf viele Mitmenschen, die mit uns laufen. Jeder kann gerne an jeder der Stationen dazu stoßen und eine Stunde, einen Tag oder eine Woche mit uns spazieren, egal, ob mit oder ohne Hund, egal welche Rasse", sagt Manuela Schäfer. Geplant ist, dass an jedem Abend ein Tierheim in der jeweiligen Stadt als Ziel angelaufen wird. "An jedem Abend wollen wir dann den Tag gemeinsam ausklingen lassen: Mit einer Veranstaltung oder einfach einem Grillabend", erzählt Dirk Schäfer. Am 15. Mai macht der Protestmarsch Halt beim Bückeburger Tierheim. "Wir freuen uns natürlich besonders, wenn sich viele Schaumburger finden, die mit uns weiterspazieren und sich so für die Abschaffung der Rasselisten einsetzen", hofft Manuela Schäfer. Weitere Infos unter 
www.gegen-rasselisten.de. Foto: jh

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