Ehrung für skurril-abgründige Geschichten | Schaumburger Wochenblatt

Ehrung für skurril-abgründige Geschichten

Nicolas Mahler (li.) wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis ausgezeichnet, Florian Kottmair mit dem Hans-Huckebein-Preis. (Foto: Roger Grabowski)
Nicolas Mahler (li.) wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis ausgezeichnet, Florian Kottmair mit dem Hans-Huckebein-Preis. (Foto: Roger Grabowski)
Nicolas Mahler (li.) wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis ausgezeichnet, Florian Kottmair mit dem Hans-Huckebein-Preis. (Foto: Roger Grabowski)
Nicolas Mahler (li.) wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis ausgezeichnet, Florian Kottmair mit dem Hans-Huckebein-Preis. (Foto: Roger Grabowski)
Nicolas Mahler (li.) wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis ausgezeichnet, Florian Kottmair mit dem Hans-Huckebein-Preis. (Foto: Roger Grabowski)

Der international bekannte Comiczeichner und Illustrator Nicolas Mahler hat den mit 10.000 Euro dotierten Wilhelm-Busch-Preis für satirische und humoristische Zeichenkunst und Versdichtung vor mehr als 150 Gästen in Stadthagen für sein Lebenswerk erhalten. Der Künstler erzählt in mittlerweile 60 Publikationen abgründige Geschichten zwischen Autofiktion und reiner Erfindung.
Seine skurrilen Figuren wie „Flaschko“, der Mann mit der Heizdecke“ (2002), „Akira Kurosawa und der meditierende Frosch“ (2023) oder die real existierende Finanzbeamtin „Frau Goldgruber“, verkörpern einen zeitlosen Humor und finden länderübergreifend eine große Leserschaft. Ebenfalls international bekannt sind seine Literatur-Adaptionen, die im Suhrkamp Verlag erscheinen. Dabei reicherte Nicolas Mahler Klassiker der Weltliteratur von James Joyce über Franz Kafka bis Thomas Bernhardt mit dem Geist der Ironie an. Mahler selbst spricht von „Verwurstung“ des literarischen Materials und betont, dass diese Werke keine Parodie seien. Er nimmt die literarischen Stoffe und verleiht ihnen Spannungsmomente, die auf neue Pointen zulaufen, so die Schaumburger Landschaft in einer Pressemitteilung.

Minimalistischer Stil

Mahlers Stil, der häufig als minimalistisch skizziert wird, arbeitete auch die österreichische Schriftstellerin und bildende Künstlerin, Teresa Präauer, in ihrer Laudatio heraus. Ein prägendes Element in den Comics von Nicolas Mahler seien „schwarze Kringel“, die ein Glas Bier, ein Gedankenknäuel oder eine Nase darstellen könnten. Die Kringel ermöglichten es, in den „Kosmos von Nicolas Mahler“ einzutauchen. Mahler selbst bezeichnete sich in seiner feinsinnig-ironischen Dankesrede als hochgeehrt, den Wilhelm-Busch-Preis entgegennehmen zu dürfen. Bereits in der Kindheit sei ihm das große Wilhelm-Busch-Album eine wichtige Lektüre gewesen. Stets habe er sich gewünscht, ein ähnlich bekanntes Werk vorzulegen, das in sämtlichen Haushalten zu finden sei. Im Interview mit dem NDR-Journalisten Jan Starkebaum, betonte Nicolas Mahler, dass er sich weniger mit aktuellen Themen als mit solchen beschäftige, die manchmal erst spät zünden. Dafür sei er bestrebt, stets die erste Skizze als endgültige Fassung zu verwenden, frei nach dem Ausspruch seiner Finanzbeamtin „Frau Goldgru ber“, die Nicolas Mahler attestiert hatte: „Das wird schon irgendwie Kunst sein“.

Hans-Huckebein-Preis

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch der mit 2.500 Euro dotierte Hans-Huckebein-Preis vergeben, der humoristische und satirische Versdichtung im Sinne Wilhelm Buschs würdigt. Der Rezitator, Autor und Vorsitzende der Hans-Huckebein-Preisjury, Frank Suchland, zeichnete in diesem Jahr Florian Kottmair aus. In seinem Text „Planmäßig“ thematisiert er Erfahrungen mit der Deutschen Bahn – „mit viel Raffinesse und spitzbübischem Charme“, wie Frank Suchland in seiner Laudatio erklärte. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom „Sevdah Duo“, das, mit Goran Stevanovich am Akkordeon und Yannick Hettich am Cello, vielfältige Klänge in Anlehnung an bosnische Volksmusik bot. Gestiftet wird der Wilhelm-Busch-Preis, der alle zwei Jahre vergeben wird, von der Stiftung Sparkasse Schaumburg, der Schaumburger Landschaft und den Schaumburger Nachrichten. Eine hochkarätige Jury von Comic- und Satireexpertinnen und -experten, darunter die Direktorin des Museums Wilhelm Busch in Hannover, Dr. Eva Jandl-Jörg, der Direktor des Caricatura Museums Frankfurt am Main, Martin Sonntag, der Comic-Verleger und Redakteur, Martin Jurgeit, und der ZEIT-Redakteur, Tillmann Prüfer, wählt den jeweiligen Preisträger aus.


Bastian Borchers
Bastian Borchers
Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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