Achtung! Abteilung „Thekenwissen:“ Dieser Ausspruch wird dem Schriftstelle Otto Julius Bierbaum (1865 – 1910), auch unter dem Pseudonym „Simplicissimus“ bekannt, zugesprochen und bezeichnet so ganz allgemein eine Haltung, bei der man seine positive Lebenseinstellung nicht verliert, auch wenn um einen herum die Welt im Chaos versinkt. Okay, das mag jetzt doch etwas arg übertrieben dargestellt sein, aber im Grunde stimmt es. Tiefenpsychologisch erwiesen ist aber, dass diese lebens- und liebenswerte Lebenseinstellung sehr geeignet ist, den persönlichen Stresslevel auf ein erträglicheres Maß zu senken. Wie bin ich eigentlich darauf gekommen? Ich musste tatsächlich kurz darüber nachdenken, weil mir der Ursprungsgedanke entfallen war. Darüber habe ich geschmunzelt – wirklich! Selbstironie oder auch „über sich selbst lachen können“, gehört zu den Königsdisziplinen des Humors. Man verhindert damit, dass man sich selbst zu wichtig nimmt. Meistens kann man derartige Situationen anderen Menschen gar nicht so vermitteln, dass sie ebenfalls zum Lächeln angeregt werden. Meine Frau wollte kürzlich, in Gedanken verloren, per Fernbedienung das Fernsehprogramm wechseln und nahm dazu versehentlich einen länglichen Tablettenkasten zur Hand. Ein herzliches Lachen von ihr ließ mich zum „Tatort“ eilen. Ich habe mich mehr darüber gefreut, dass sie lachen konnte, als selbst geflasht zu werden. Warum war ich nochmal auf das Thema gekommen? Klar, natürlich, wie konnte mir das entfallen? Hoffentlich keine ersten Anzeichen einer medizinisch relevanten Veränderung, wahrscheinlich aber eher meine „Plaudermotivation“ bei der Kolumne.
Inspiriert von Wilhelm Busch
Erst jetzt dringe ich zum Kern vor – die Verleihung des Wilhelm-Busch-Preises. Das hatte mich motiviert, über Humor nachzudenken. Seit 1987 wird dieser Preis im Schaumburger Land verliehen – 2007 gar an Vicco von Bülow (Loriot). Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Die bekanntesten Namen im Zusammenhang mit dem Wiedensahler Dichter, Schriftsteller, Cartoonisten, Maler und vieles mehr, sind unstrittig Max und Moritz. Sicherlich haben schon Generationen von Kindern und Erwachsenen – weltweit! – über ihre Streiche gelacht. Bei genauer Betrachtung und aus der Sicht heutiger Juristen, waren die beiden „Lausbuben“ nicht anderes als „Jugendliche Intensiv-Täter“. Ein Begriff für hochkriminelle Jugendliche. Diebstähle, Einbrüche, Raub, Körperverletzung und sogar versuchte Tötungsdelikte gehören in ihr Repertoire. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Die Welt im Großen, und unser Alltag im Kleinen, lädt derzeit nicht zum Lachen ein. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist es immens wichtig, seinen (den ganz persönlichen Humor), nicht zu verlieren. Das Gegenteil würde unweigerlich in tiefste Depression stürzen. Humor ist eindeutig sehr individuell. Der kommerzielle Humor wird von einigen berufsmäßigen Comedians bedient – mal mehr, mal weniger unter die Gürtellinie gezielt. Wer es mag – na gut. 70.000 Besucher bei einer Veranstaltung von Mario Barth sagen viel darüber aus. Wir haben tatsächlich einmal eine Großveranstaltung eines der bekannten Comedians in der damaligen Kampa-Halle besucht und sind in der Pause, nach einem kurzen „KfC-Besuch“ unterwegs, nach Hause gefahren. Es hat einfach nicht unser Humorzentrum getroffen.
Lachen ist gesund
Fest steht aber auch: „Lachen ist gesund!“ Ich habe dazu intensiv recherchiert. Beim Lachen werden 17 Muskeln im Gesicht aktiviert – bei Jürgen Klopp sind es vermutlich 27. Das Lachen des Bundestrainers ist schon etwas Besonderes. Bei seinem Dienstantritt hatten viele Fußballfans HerzKLOPPfen, manche benahmen sich gar wie beKLOPPt. Hoffentlich KLOPPT auch alles! Beim herzhaften Lachen sollen zwischen 100 und 400 Muskeln im ganzen Körper beansprucht werden, das Blut wird mit mehr Sauerstoff versorgt und … das liebe ich besonders … es werden Endorphine produziert. Wer schaut nicht lieber in ein freundlich lächelndes Gesicht, als in das eines grummelnden Griesgrams (auch über Alliterationen kann man/frau lächeln). Mit meinen humorigen Höhenflügen wünsche ich Ihnen einen sonnigen Sonntag und verbleibe mit einem Lächeln,
Ihr Axel Bergmann