Schaumburger Wochenblatt

Bastian Kautscha will Rintelner Bürgermeister werden und tritt für das Wählerbündnis „Rintelner Interessen” an. (Foto: ste)

Jetzt ist die Katze aus dem Sack

Die Gerüchteküche brodelte schon länger, allerdings hieß es hinter vorgehaltener Hand immer, Bastian Kautscha wolle für die CDU in den Kampf um das Bürgermeisteramt gehen. Stimmte auch, doch die CDU entschied sich dafür, die Kandidatur von Dr. Fabian Horn (FDP) zu unterstützen. Kautscha war also raus aus dem Rennen. Sollte man denken, denn bereits bei Kommentaren zu diversen Presseartikeln brachte sich Kautscha wieder in Position und es keimte der Verdacht auf, dass er für das Wählerbündnis „Rintelner Interessen” (RI) als Kandidat antreten wolle. Am Dienstag Abend dann die Bestätigung. „RI” in Person von Dr. Ralf Kirstan lud zur Pressesitzung am Donnerstag, 2. April, ins Rathaus ein. Neben der amtierenden Bürgermeisterin Andrea Lange (parteilos), Dr. Fabian Horn (FDP mit Unterstützung der CDU) steht jetzt also mit Bastian Kautscha ein dritter Kandidat zur Wahl. Der Gerüstbaumeister mit Firma im Auetal und Wohnsitz in Rinteln ist im Auetal Vorsitzender des Gewerbevereins. Wofür er politisch steht, was er in Rinteln an Themen anpacken möchte, darüber wird nachberichtet.
Wahre Liebe zum Auto. (Foto: ste)

„Rinteln Mobil“: E-Mobilität im Fokus

Am Sonntag, 12. April, verwandelt sich die Rintelner Innenstadt von 11 bis 18 Uhr in einen lebendigen Treffpunkt rund um das Thema Mobilität. „Rinteln mobil“ lädt ein, eine spannende Vielfalt an Ausstellenden zu entdecken. Zwei- und Vierradhändler präsentieren ihre neuesten Modelle und bieten wertvolle Informationen sowie Zubehör rund um Fahrzeuge an. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der E-Mobilität und nachhaltigen Lösungen für die Mobilität der Zukunft. Auch die Fortbewegung auf dem Wasser spielt in der Stadt an der Weser natürlich eine Rolle. Für Fahrzeugliebhabende gibt es außerdem die Gelegenheit, beeindruckende Oldtimer zu bestaunen. Am Informationsstand der Polizei haben Interessenten die Möglichkeit zur Fahrradcodierung. Ein Highlight des Tages wird das Brandschutzmobil der VGH auf dem Kollegienplatz sein – spektakuläre Vorführungen und wichtige Informationen rund um das Thema Brandschutztechniken und Sicherheitsmaßnahmen erwarten die Besuchenden. Hier bekommt man praxisnahe Einblicke in den Brandschutz und kann sich über wichtige Vorsorgemaßnahmen informieren. Die Feuerwehr wird sich ebenfalls auf dem Kollegienplatz präsentieren und spannende Einblicke in ihre Arbeit und Ausrüstung geben. Von der Haltestelle am Kollegienplatz finden ab 13 Uhr Kutschfahrten mit Bauer Giese durch die schöne Rintelner Innenstadt statt. Tickets können vor Ort erworben werden. Von hier werden auch die Tesla Probefahrten beginnen. Natürlich wird auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Imbiss- und Getränkestände bieten eine große Auswahl an Köstlichkeiten und erfrischenden Getränken. Zwischen 13 und 18 Uhr lädt der Einzelhandel zu einem verkaufsoffenen Sonntag ein – ideal, um die Zeit mit einem entspannten Einkaufsbummel zu verbinden. Die Veranstaltung ist selbstverständlich rollstuhlgerecht und bietet somit allen Interessierten eine barrierefreie Teilnahme.
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Ulrich Seidel, Karin Bader und Dirk Böhning (vorne v.l. sitzend), Reinhard Stemme, Heiko Ruhe, Peter Blaumann, Heiko Bader, Marijan Gaspar, Matthias Tatge, Heinz Kraschewski und Rolf Schmidt (hinten v.l.) bei der Ehrung des NFV Kreises Schaumburg mit den silbernen und goldenen Ehrennadeln für ihr ehrenamtliches Engagement.  (Foto: ste)

Einmalig: Geballtes Ehrenamt beim SC Rinteln

Reinhard Stemme ist der Kreisvorsitzende des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) im Kreis Schaumburg und er konnte jetzt zusammen mit dem Ehrenamtsbeauftragten des Fußballkreises, Matthias Tatge, gleich neun hohe Auszeichnungen an verdiente Ehrenamtler des SC Rinteln vergeben. So viel wie nie zuvor auf einen Schlag. Sechs Mal war es die „Goldene Ehrennadel“ des NFV, die laut Ehrungsordnung des Niedersächsischen Fußballverbandes e.V verliehen werden kann, wenn eine mindestens 25-jährige verdienstvolle ehrenamtliche Tätigkeit auf Verbands-, Bezirks- oder Kreisebene im Niedersächsischen Fußballverband geleistet wurde. Zur silbernen Ehrennadel müssen mindestens 15 Jahre geleistet worden sein. SCR-Vorsitzender Gordon Seymour würdigte die Geehrten als Menschen, deren Herz für den Verein schlägt und die sich in großartiger Weise für den Verein verdient gemacht hätten. Er bedauerte, dass Volker Posnien an der Ehrung nicht teilnehmen konnte und will die Ehrung mit einer goldenen Ehrennadel nachholen. Stemme, mittlerweile im sechsten Amtsjahr in dieser Position, würdigte besonders die Verdienste der Ausgezeichneten im Jugendbereich, der die Basis für eine spätere gute Herrenmannschaft sei. Mit der silbernen Ehrennadel wurden Heiko Bader, Marijan Gaspar und Heiko Ruhe ausgezeichnet. Bader war und ist Jugendtrainer, Schiedsrichter und C-Lizenz Inhaber. Auch Gaspar engagiert sich im Jugendbereich, ist Greenkeeper des Vereins und war Vereinswirt. Ruhe ist sportlicher Leiter des SCR und zweiter Vorsitzender. Die goldene Ehrennadel ging an Karin Bader, Peter Blaumann, Dirk Böhning, Heinz Kraschewski, Rolf Schmidt und Ulrich Seidel. Seidel ist besonders in geschäftsführenden Positionen aktiv im Verein und Platzkassierer. Die Verdienste von Rolf Schmidt könnten eine ganze Seite füllen. Er ist unter anderrem Vereinsmanager und Geschäftsführer des SCR. Auch die Leistungen von Heinz Kraschewski kann man nicht vollständig wiedergeben. Er war Vorsitzender und Geschäftsführer des Vereins sowie ehemaliger Herrenspieler. Dirk Böhning ist seit 2001 zweiter Vorsitzender des SCR und Peter Blaumann war lange Jugendleiter und auch sportlicher Leiter des Herrenbereichs. Karin Bader, die bereits mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Rinteln ausgezeichnet wurde, ist ebenfalls ein SCR-Ehrenamts-Urgestein.
Oskar Urban erhält von Bürgermeisterin Andrea Lange die Ehrenamtskarte überreicht. (Foto: ste)

Ehrenamtskarte im Informatikunterricht beantragt

Eigentlich, so Oskar Urban, habe er den Antrag auf Ausstellung einer Ehrenamtskarte aus einer Laune im Informatikunterricht gestellt. Nachdem er die „Juleica“ (Jugendleiter-Card) absolviert habe, kam er im Unterricht auf die Idee der Antragstellung. „Und dann ging alles ganz schnell“, so Oskar beim Pressetermin im altehrwürdigen Rathaussaal mit Bürgermeisterin. Über den Freiwilligenserver des Landes Niedersachsen konnte er digital den Antrag stellen, sein Verein, die Rintelner DLRG, erhielt einen Prüfauftrag, ob Oskar auch tatsächlich ehrenamtlich tätig ist. Dann ging der Antrag nach Bestätigung an die Stadt Rinteln, wo nochmals geprüft wurde. Auch hier gab es keine Beanstandungen und Oskar wurde gefragt, ob er die Ehrenamtskarte per Post zugeschickt haben wollte, oder offiziell verliehen von der Bürgermeisterin der Stadt Rinteln: „Wenn ich schon mal die Chance habe, die Karte aus den Händen der Bürgermeisterin im Ratssaal zu erhalten, dann nutze ich die auch“, so Oskar selbstbewusst. Die Niedersächsische Staatskanzlei druckte also die Karte, schickte sie an die Stadt Rinteln und die terminierte die Übergabe an den Ehrenamtlichen. „Du stärkst mit Deiner ehrenamtlichen Tätigkeit das Gemeinwohl, hast mit anderen zusammen hunderten von Kindern die Angst vor dem Wasser genommen und bist beim Schwimmkurs aktiv“, würdigte Lange seine Tätigkeit. Mit der Ehrenamtskarte gibt es nun zahlreiche Vergünstigungen für den Inhaber: „In einigen Bürgerbüros kann ich jetzt kostenlos kopieren und auch in Jugendherbergen habe ich jetzt Vorteile“, freute sich Oskar über die Auszeichnung. Für Andrea Lange war es die erste Ehrenamtskarte, die sie an eine Person unter 18 Jahren aushändigen konnte. Dabei ist die Beantragung einer solchen Karte kein Hexenwerk. Einfach auf www.freiwilligenserver.de gehen, Antrag stellen, schon geht der Prozess los. Voraussetzung ist allerdings, dass man tatsächlich ehrenamtlich unterwegs ist.
Dieter Nolting erhält nach Ausscheiden aus dem aktiven Dienst einen Feuerwehr-Ruhestandsstuhl für seine Wohnwagenurlaube. (Foto: ste)

Keine Biersteuer für neue Feuerwehrspritze

Als Ortsbrandmeister der Stützpunktwehr „Unter der Schaumburg“ führt Roman Stasitzek eine Wehr, die aus der Fusion der Wehren Deckbergen und Schaumburg hervorging und die mit 62 Aktiven und einem Altersdurchschnitt der Einsatzkräfte unter 36 Jahren gut funktioniert. Doch die überbordende Bürokratie macht auch Stasitzek zu schaffen: „Manchmal wünschte ich mir eine Sekretärin!“ Ein Problem, dass der stellvertretende Kreisbrandmeister Michael Möller nur zu gut kennt: „Vor 30 Jahren konntest Du nach 18 Jahren Ortsbrandmeister deinem Nachfolger einen Ordner übergeben. Dein Nachfolger musste seinem Nachfolger schon mehr als 20 übergeben und heute brauchst du fast ein ganzes Feuerwehrhaus für die Dokumentation!“ Doch neben der bürokratischen Arbeit gab es auch den ganz normalen Einsatzwahnsinn im vergangenen Jahr mit kuriosen Einsätzen wie „Hirsch im Zaun gefangen“ oder die Suche nach einem Fahrzeugführer nach einem Verkehrsunfall: „Die drei betrunkenen Fahrzeuginsassen waren sich sicher, dass noch ein Vierter mit im Auto saß der es steuerte; stimmte aber am Ende nicht!“ So kamen 5109 Stunden Arbeit zusammen: „Büro- und Kommandoarbeit nicht mitgerechnet!“ Die Zukunft der Wehr sieht Stasitzek damit gut gesichert: „Überall wird über Fusionen von Wehren geredet, hier bei uns hat das geklappt und der Feuerwehrbedarfsplan wird uns nicht schocken!“ Geduld muss die Wehr aufbringen bei der Frage nach der Beschaffung eines neuen TLF 3000: Mercedes und Rosenbauer bekamen zwar den Zuschlag für das Fahrzeug, doch ausgeliefert werden kann es vorerst nicht. Hintergrund ist, das neue Fahrzeuge mit einer „ERS“, also Einsatzstellen-Rundum-Sicherung, ausgerüstet sein müssen und dieses Ausstattungsmerkmal muss bei der Fertigung berücksichtigt werden. Für das wehreigene und in die Jahre gekommene Tragkraftspritzenfahrzeug TSF wurde von der Stadt bereits ein gebrauchtes Löschfahrzeug LF 8/6 geliefert: „Das erreicht aber auch bald das Alter für den Feuerwehrruhestand“, so Stasitzek. Noch offen ist auch die Lösung des Notstromproblems im Feuerwehrhaus. Die vorhandenen 14 Kilowatt-Stromerzeuger reichen nicht aus. Nötig wird der Notstrom auch deshalb, weil das Feuerwehr ein sogenannter „Leuchtturm“ bei Katastrophenlagen für die Bevölkerung von Deckbergen, Schaumburg und Westendorf ist. Dass das Geld bei der Neubeschaffung von Feuerwehrmaterial bereits 1926 ein Problem war, hatte Ortsbürgermeisterin Gisela Stasitzek in alten Ortsbüchern nachgelesen. Doch für eine neue Feuerwehrspritze eine Biersteuer zu erheben, das wollte auch niemand.
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