Schaumburgs Jäger beziehen Stellung | Schaumburger Wochenblatt

Schaumburgs Jäger beziehen Stellung

Die Geehrten mit Karl-Heinz Schommerloh (60 Jahre Mitgliedschaft), Reinhold Dunke (40 Jahre), Dirk Durnio, Albert Haake und Hermann Platte (alle 50 Jahre). (Foto: ste)
Die Geehrten mit Karl-Heinz Schommerloh (60 Jahre Mitgliedschaft), Reinhold Dunke (40 Jahre), Dirk Durnio, Albert Haake und Hermann Platte (alle 50 Jahre). (Foto: ste)
Die Geehrten mit Karl-Heinz Schommerloh (60 Jahre Mitgliedschaft), Reinhold Dunke (40 Jahre), Dirk Durnio, Albert Haake und Hermann Platte (alle 50 Jahre). (Foto: ste)
Die Geehrten mit Karl-Heinz Schommerloh (60 Jahre Mitgliedschaft), Reinhold Dunke (40 Jahre), Dirk Durnio, Albert Haake und Hermann Platte (alle 50 Jahre). (Foto: ste)
Die Geehrten mit Karl-Heinz Schommerloh (60 Jahre Mitgliedschaft), Reinhold Dunke (40 Jahre), Dirk Durnio, Albert Haake und Hermann Platte (alle 50 Jahre). (Foto: ste)

Vom Rettungseinsatz für Rehkitze bis zum harten politischen Schlagabtausch in Hannover: Die Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Schaumburg im Lauenauer Sägewerk machte deutlich, dass Jagd heute weit mehr ist als nur Tradition. Es geht um knallharte Umweltpolitik, invasive Arten und ein Raubtier, das die Gemüter spaltet.

Partner der Natur: Mehr als nur das grüne Abitur

Dass Jäger längst als unverzichtbare Akteure im Naturschutz anerkannt sind, unterstrichen die Ehrengäste aus der Politik. Die stellvertretende Landrätin Andrea Stüdemann und der Landtagsabgeordnete Jan-Philipp Beck (SPD) sparten nicht mit Lob: Ob bei der aufwendigen Rehkitzrettung per Drohne, dem Schutz seltener Fledermausarten oder der Bestandspflege von Rebhuhn und Kiebitz – die Jägerschaft sei ein „fester und verlässlicher Partner“ des Landkreises.

Brennpunkt Wolf: Die Wende im Jagdgesetz

Eines der Themen des Abends: Der Wolf. Nach der Entscheidung des Bundestages vom 5. März 2026, den Wolf offiziell als „jagdbar“ einzustufen, wartet Niedersachsen nun auf die finale Anpassung des Landesrechts. Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes, fand deutliche Worte. Angesichts von 60 Rudeln im Land und einer steigenden Zahl von Nutztierrissen – verschärft durch einen schockierenden Vorfall in Hamburg, bei dem eine Frau gebissen wurde – forderte er klare Regeln. Seine wichtigste Bedingung für künftige Entnahmen: „Die Anonymität der Jäger muss gewahrt bleiben!“ Der Schutz vor Anfeindungen und Hass im Netz und in der realen Welt habe oberste Priorität.

Invasion der Waschbären und volle Streckenlisten

Die Statistik von Kreisjägermeister Michael Schaer liest sich wie ein biologischer Lagebericht:
Waschbären-Boom: Die Abschusszahlen haben sich seit 2021 auf über 2.000 Tiere mehr als verdoppelt – die maskierten Räuber werden zunehmend zum Problem für die heimische Fauna.
Wildschweine & Co: Mit fast 1.400 erlegten Wildschweinen bleibt der Druck hoch, während sich die Hasenpopulation erfreulicherweise erholt hat.
Tiergesundheit: Das Veterinäramt gab vorsichtige Entwarnung bei der Schweinepest, meldete jedoch Einzelfälle von Blauzungenkrankheit beim Muffelwild und Geflügelpest bei Wildvögeln.

Kurioses aus dem Revier: Wenn der Hase „fremdgeht“

Trotz ernster Themen gab es auch Grund zum Schmunzeln. Vorsitzender Sven Wilkening berichtete von tierischen Hinweisen aus der Bürgerschaft der besonderen Art: Ein Waschbär, der es sich nach einer Kletterpartie durchs Fenster auf einer Heizung gemütlich machte (und ein unschönes „Geschenk“ auf dem Teppich hinterließ), sorgte ebenso für Erheiterung wie ein liebestoller Hase, der die Rassekaninchen einer Anwohnerin etwas zu leidenschaftlich bedrängte. Dennoch, so betonte Wilkening trotz allen Humors: „Wir nehmen natürlich alle Hinweise sehr Ernst!”

Personalien und Ehrenamt

Die Jägerschaft blickt optimistisch in die Zukunft: Die Mitgliederzahlen steigen, die Digitalisierung zieht mit der App „Jagd online“ ein. Auch personell wurden die Weichen neu gestellt:
Neuer Kreisjägermeister: Ulrich Menneking folgt auf Michael Schaer.
Vorstand: Kyra Braun übernimmt das Amt der Schatzmeisterin, Guido Hiller bleibt Geschäftsführer.
Besondere Ehre für treue Weggefährten: Höhepunkt der Versammlung waren die Ehrungen für langjährige Treue. Besonders hervorzuheben: Karl-Heinz Schommerloh, der für stolze 60 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde. Weitere Auszeichnungen gingen an verdiente Mitglieder wie Reinhold Dunke (40 Jahre), Dirk Durnio, Albert Haake und Hermann Platte (alle 50 Jahre). Hermann Platte erhielt die Verdienstmedaille der Jägerschaft in Silber, Michael Schaer und Guido Hiller in Bronze. Sven Wilkening wurde mit der Hundeführer Verdienstmedaille ausgezeichnet.


„Die Anonymität der Jäger bei Wolfsabschüssen muss gewahrt bleiben!“

Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes


Sonja und Stephan Weichert
Sonja und Stephan Weichert
Freie Journalisten
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