So lautet das hoffnungsverheißende Motto des diesjährigen Weltgebetstags, der wie jedes Jahr am ersten Freitag im März rund um den Globus in über 150 Ländern gefeiert wurde. Frauen aus Nigeria haben diese Überschrift für den Gottesdienst gewählt, angelehnt an Matthäus 11,28-30. Viele Frauen und Mädchen in Nigeria leiden unter großer Armut, aber auch unter der weit verbreiteten Gewalt zu Hause und auf der Straße. Kriminalität, Bandenüberfälle, Vergewaltigungen und Korruption gehören zum Alltag. Die Grausamkeit der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram ist weltweit bekannt.
Im Weltgebetstagsgottesdienst haben uns die Frauen aus Nigeria einen Einblick gegeben, in die Probleme, mit denen sie jeden Tag konfrontiert werden. Der Glaube gibt den Frauen aber Kraft und ist eine Quelle der Hoffnung. Die Worte Jesu im 11. Kapitel des Matthäusevangeliums sind geradezu ein Lebenselexier: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Was für eine Einladung! Eine Einladung zum Lasten ablegen!
Auch wenn das Leben bei uns nicht mit dem in Nigeria zu vergleichen ist, läuft auch bei uns nicht immer alles rund. Wir alle tragen Pakete mit uns herum. Manche sind klein und handlich – der tägliche Stress, die To-do-Liste, kleine Reibereien. Andere Lasten sind sperrig und schwer: die Sorge um die Gesundheit, zerbrochene Beziehungen, die Last der Schuld oder die Angst vor der Zukunft.
Das Erstaunliche an Jesu Einladung ist, dass er keine Bedingungen stellt. Er sagt nicht: „Kommt, wenn ihr euer Leben im Griff habt.“ Er sagt: „Kommt, weil ihr beladen seid“. Meine Erschöpfung ist keine Barriere, sondern die Eintrittskarte zu seiner Ruhe.
Was bedeutet das für uns heute? Zu Jesus zu kommen bedeutet zuerst, vor ihm (und sich selbst) zuzugeben: „Ich kann gerade nicht mehr allein tragen.“ In der Stille des Gebets darf ich jedes Gewicht beim Namen nennen. Als nächstes darf ich Abgeben statt Festhalten. Jesus verspricht „Erquickung“ – das ist mehr als nur eine kurze Pause. Es ist ein inneres Aufatmen, ein Frieden, der den Verstand übersteigt. Schließlich schlägt Jesus einen Tausch vor. Er nimmt meine schwere Last und bietet mir sein „sanftes Joch“ an. Das bedeutet nicht Lastenfreiheit, sondern dass ich fortan nicht mehr allein tragen muss. Er geht an meiner Seite.
Zu ihm darf ich beten: „Herr, hier ist meine Last. Sie drückt mich nieder und raubt mir den Schlaf. Ich bringe sie dir – meine Sorgen, meine Müdigkeit, mein Versagen. Danke, dass du mich nicht wegschickst, sondern mir Ruhe schenkst. Hilf mir, heute in deiner Kraft zu gehen. Amen.