Kurzfristig musste 96-Cheftrainer Dieter Hecking kurzfristig den Ausfall von Innenverteidiger Vinicius (Wadenverhärtung) kompensieren. Für den Brasilianer rückte Balitsch zurück in die Viererkette, Lala übernahm die Kapitänsbinde und die Rolle neben Christian Schulz im defensiven Mittelfeld.
Attraktive Spielzüge blieben im ersten Durchgang weitgehend Mangelware. Beide Mannschaften neutralisierten sich über weite Strecken, auch wenn der Gastgeber zunächst das zwingendere Spiel aufzog. Erst in der Schlussviertelstunde wurden die Niedersachsen etwas mutiger, waren aber auf Einzelaktionen Forssells angewiesen. Zunächst verfehlte der Finne nach einem Solo aus 19 Metern knapp den rechten Pfosten (34.), dann nach schöner Direktabnahme den gegenüberliegenden (36.).
Mit Schlaudraff für Krebs setzte Hecking ein Offensivzeichen, das erhört werden sollte. 96 kam nun besser aus den Startlöchern. Nachdem Christian Schulz Gastgeber-Torhüter Drobny aus der Ferne prüfen konnte (46.), verpassten die Roten gleich dreimal aus fast identischer halbrechter Position. Plötzlich drehten die Gastgeber auf. Nach einer Stunde scheiterte der Serbe alleine vor Fromlowitz stehend – Rausch hatte das Abseits aufgehoben – an dessen riesiger Reaktion, dann wurde sein Schuss im allerletzten Moment abgeblockt (62.). Aber in der 64. Minute wurde die Drangphase der Hertha belohnt: Über Dardai kam das Leder rechts an den Strafraum zu Nicu, der klug zu Marko Pantelic quer legte. Wenig später vergab der Serbe, als er eigensinnig am erneut glänzend reagierenden Fromlowitz scheiterte (66.).
Der eingewechselte Hanke legte im Duell mit Drobny noch einmal auf Huszti ab, doch der Ungar traf rechts im Strafraum aus spitzem Winkel nur den rechten Pfosten des verwaisten Gehäuses (79.). Als 96 alles auf eine Karte setzen musste, setzte Hertha schnelle Konter. Cicero verpasste noch knapp (79.), der eingewechselte Andrej Voronin sorgte dann schließlich aber doch für den Knockout: Nach mustergültigem Cicero-Zuspiel scheiterte der Ukrainer im ersten Versuch noch an Fromlowitz, konnte den Abpraller aber per Kopf zum 2:0 verwandeln (85.). Den Schlusspunkt setzte dann in der Nachspielzeit der zweite Joker Valerie Domovchiyski nach Voronin-Vorarbeit. Das Spiel brachte im Gesamtfazit Hanno Balitsch bestens auf den Punkt: „Wir haben über weite Strecken des Spiels ordentlich gegen den Ball gearbeitet. Leider hatten wir anfangs nicht den Zug zum Tor - der kam bei uns erst zu Beginn der zweiten Halbzeit. Da hatten wir dann zwei, drei aussichtsreiche Schusschancen und die Riesenchance zum Ausgleich. Wenn man dann natürlich nicht die Kaltschnäuzigkeit hat auswärts dann mal ein Tor zu machen, dann reichts nicht.”