Trainer Mirko Slomka und die Mannschaft hatten die Begegnung gegen den 1. FC Köln vorab zu einem Endspiel im Kampf um den Ligaerhalt ausgerufen. Die Domstädter sollten geschlagen und mit in den Abstiegsstrudel gezogen werden. Rund 43 000 Zuschauer strömten ins Stadion, um 96 bei seinem Versuch zu unterstützen zu Teams wie Köln oder Bochum aufzuschließen. Und dann war nach 28, spätestens nach 45 Minuten bereits alles vorbei. Nach 28 Minuten lag das Team bereits mit 0:3 hinten, nach 45 Minuten ging es auf zehn Mann dezimiert in die Kabine, weil Hanno Balitsch mit Gelb-Rot vom Platz flog.
Nach dem Anpfiff gingen die 96er in die Offensive, sie liefen verändert auf vier Positionen mit Steven Cherundolo, Mario Eggimann, Hanno Balitsch und Jan Schlaudraff für Manuel Schmiedebach, Jan Durica, Constant Djakpa und Arouna Koné auf. Jiri Stajner eröffnete sich sogar die Möglichkeit, das 1:0 zu erzielen und vielleicht wäre die Partie ganz anders gelaufen, hätte er den Ball im Tor untergebracht. Nach dem 0:1 durch den glänzend aufgelegten Zoran Tosic in der 12. Minute nahm das Verhängnis jedoch seinen Lauf. Köln stand mit dem Vorsprung einigermaßen sicher in der Defensive und nutzte eiskalt die großen Räume, die ihm 96 zum Kontern bot. Petit stand vor seinem Treffer zum 0:2 völlig frei. Das Debakel perfekt machte Hanno Balitsch mit seinem Aussetzer in der 28. Minute, als er den Ball völlig unmotiviert im Strafraum mit der Hand spielte. Milivoje Novakovic versenkte den fälligen Elfmeter eiskalt. Für das Handspiel mit Gelb verwarnt kassierte Balitsch dann kurz vor der Halbzeit Gelb-Rot für sein hartes Einsteigen gegen Kölns Maniche.
Im zweiten Durchgang verwalteten die Kölner dann ihren Vorsprung ohne große Probleme. Die Gäste ließen den Ball laufen, Hannover kam phasenweise gar nicht mehr in Ballbesitz. Tosic erhöhte auf 0:4, Cherundolos Freistoßtreffer zum 1:4 war nur noch Ergebniskosmetik.
Ratlosigkeit machte sich im Anhang schon während der Partie und nach dem Abpfiff breit, auch Trainer und sich zum Interview stellende Spieler fanden keine schlüssige Erklärung für den Auftritt. Freiburg schaffte am Sonntag ein Unentschieden gegen Hoffenheim, die Roten rutschten so auf einen direkten Nichtabstiegsplatz. Die Ergebnisse der anderen Teams vom unteren Tabellenende hätten es 96 sogar ermöglicht, einen wichtigen Schritt aus dem Abstiegssumpf zu machen. Noch immer sind die Punktabstände gering. Die Mannschaft scheint jedoch keine Fortschritte zu machen. Die Fans fragen sich, wie ein Team, das gegen Köln untergeht, in den anstehenden Spielen gegen Hamburg, Schalke, Bayern München oder Bayer Leverkusen punkten soll.
Foto: bb