Schaumburger Wochenblatt
  1. "Es fehlt der Sport und der Austausch untereinander"

    Funktionstraining oder Rehasport in Selbsthilfegruppen nicht möglich

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    LUHDEN/LANDKREIS (nh). Vereine haben es momentan nicht leicht - durch die Corona-Beschränkungen sind Treffen und Veranstaltungen nahezu unmöglich, hinzu fehlt vielen der direkte Austausch untereinander. Von dieser Problematik weiß auch Rüdiger Schmidt aus Luhden, Landesvorsitzender der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) in Niedersachsen, zu berichten. In ihrem Verbund kommt noch hinzu, dass wichtige Therapien in Selbsthilfegruppen, bei denen Funktionstraining oder Reha-Sport ausgeübt wird, ebenfalls nicht stattfinden können. Das hat neben der sozialen Komponente auch körperliche Auswirkungen auf die von Morbus Behterew betroffenen Mitglieder. Nadine Hartmann: Herr Schmidt, wie sieht es aktuell aus - kann noch irgendwas stattfinden oder liegt derzeit alles auf Eis? Rüdiger Schmidt: Generell sind alle Art von Treffen momentan schwierig. Unser Reha-Sport oder das Funktionstraining in den örtlichen Gruppen (In Schaumburg gibt es derzeit vier örtliche Gruppen: Bad Eilsen, Bad Eilsen-Rinteln, Minden-Bückeburg sowie BAd Nenndorf, Anm. der Red.) kann schon seit Dezember erneut nicht mehr stattfinden. Zwischenzeitlich durften die Mitglieder wieder hin, die Bad Eilsener Gruppe durfte für ihr Training in die Luhdener Sporthalle, um wenigstens Trockengymnastik zu machen. Im Sommer konnte man zudem auch mal raus an die frische Luft. Wassergymnastik zum Beispiel ging aber gar nicht. Wann es nun wieder weitergeht, ist unklar. NH: Wie ist das für die Mitglieder? RS: Das ist natürlich nicht so toll. Zum einen sorgt der Sport dafür, dass es den Betroffenen körperlich besser geht, das fehlt natürlich. Was aber auch vermisst wird, ist der Austausch untereinander, der natürlich auch eine wichtige Komponente in der Selbsthilfe darstellt. Alle würden gerne und brauchen die Bewegung, können aber nicht. NH: Wie hat ich der zwischenzeitliche Stillstand auf ihre Mitgliederzahlen ausgewirkt? RS: Die Austritte halten sich noch in Grenzen, sind aber schon eingie. Auf Landesebene haben wir rund 200 Mitglieder verloren, von insgesamt 2200. Das hat natürlich auch mit dem fehlenden Sportangebot und den nicht stattfindenden Gruppenaktivitäten zu tun. NH: Was bieten Sie Ihren Mitgliedern alternativ an? RS: Auf unserer Homepage und in unserem DVMB-Journal haben wir einige Übungen für Zuhause veröffentlicht, sodass die Mitglieder zumindest einzeln etwas Sport machen können. Als Landesverband versuchen wir natürlich, im Kontakt mit den Mitgliedern, meist über die einzelnen Gruppensprecher, zu bleiben. NH: Was steht denn so in diesem Jahr - abseits von Corona - für die DVMB auf der Agenda? RS: Eigentlich wollten wir wieder an der Regionalschau teilnehmen, das fällt wegen der Verschiebung flach. Dafür machen wir dann im nächsten Jahr wieder mit einem Stand mit. Interne Veranstaltungen wie die Mitgliederversammlung und das Gruppensprecherseminar haben wir im vergangenen Jahr im Herbst mit begrenzter Teilnehmerzahl durchgeführt, die Vorstandsitzung online. Die nächste Mitgliederversammlung ist für Mai angedacht, mal sehen, ob wir uns da bereits wieder treffen dürfen. Und sobald es wieder möglich ist, der Lockdown und die Beschränkungen aufgehoben werden, wollen wir unseren Mitgliedern wieder den Rehasport oder das Funktionstraining anbieten. Foto:nh

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