Schaumburger Wochenblatt
  1. Gefährdung trotz Einhaltung der Grenzwerte?

    Toxikologe referiert auf Veranstaltung der Bürgerinitiative / "Emissionen könnten die Gesundheit beeinträchtigen"

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    Doktor Kruse, Toxikologe der Universität Kiel, führte in einem längeren Referat vor rund 130 Zuhörern im Ratskellersaal in das Thema ein. Kruse erklärte dabei, dass nicht alle gesetzlichen Grenzwerte geeignet seien, eine Beeinträchtigung der Gesundheit auszuschließen. Zum Teil würden neuere Erkenntnisse auf merkliche gesundheitliche Auswirkungen auch bei Werten weit unter den administrativen Bestimmungen hindeuten, dies gelte insbesondere für die Staubbelastung. Für manche krebserregende Stoffe bestehe schlicht kein Schwellenwert, unter dem eine Gefährdung ausgeschlossen werden könne, entsprechend seien diese möglichst weit zu vermindern, besser ganz zu vermeiden. Außerdem sei für ihn als Toxikologen die Gesamtbelastung entscheidend, die Vorbelastung im betroffenen Areal sei jedoch nicht festgestellt worden.

    Sorgen würden ihm besonders die vom eigentlichen Werk sowie der zugehörigen Brecher-Anlage erzeugten Stäube bereiten. Stäube, insbesondere Feinstäube, würden bereits unter den gegenwärtig geltenden Grenzwerten zu Gesundheitsbeeinträchtigungen führen, Folgen könnten Bronchitis, Asthma, Schwächungen des Immunsystems und auch Krebs sein. Des Weiteren richtete er den Blick auf Quecksilber, das mit der Verbrennung von Braunkohle entstehe. Kruse empfahl eine Reihe von Maßnahmen, um Gefährdungen zu mindern. Darunter war die Forderung nach umfangreichen weiteren Einhausungen, um die Staubbelastung sicherer als durch Befeuchtung zu reduzieren. Durch die Verwendung von spezieller Braunkohle falle bei der Verbrennung weniger Quecksilber an, wichtig sei hierzu auch die Qualität der Filter.

    Heiko Schapka, Planer der Anlage am Georgschacht, meldete sich zu Wort, und erklärte, dass die im Mischwerk verwendeten Filter dieselbe Qualität erreichen würden, wie die der heimischen Firma "Lühr". Das Werk in Stadthagen sei "neuester Technologie". Die gesetzlichen Vorgaben würden eingehalten, mancher gesetzliche Grenzwert werde im Sinne Kruses deutlich unterschritten. Das Unternehmen verwende große Mühe auf die Minimierung der Staubbelastung. Auf Nachfrage erklärte Heiko Schapka, dass die Feuerung der Anlage mit Erdgas etwa drei- bis vier Mal so teuer gewesen wäre, wie die Feuerung mit Heizöl und Braunkohle.Foto: bb

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