Schaumburger Wochenblatt
  1. "Wir fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit"

    Diakonische Mitarbeiter des Agaplesion fordern ein angemessenes Gehalt / Tarifstreit um eine gerechte Bezahlung

    Dieser Eintrag wird bereitsgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    VEHLEN (nh). Die laufenden Verhandlungen der verdi-Betriebsgruppe am Agaplesion Klinikum Schaumburg gehen in die nächste Runde. Die Angestellten diakonischer Arbeitgeber sollen zukünftig mehr Stunden die Woche arbeiten, ebenso mehr Tage arbeiten und auf Zusatzurlaub für Nachtarbeit und Altersentlassungstage verzichten. Dafür wird ihnen 3,9 Prozent mehr Gehalt geboten - ein Schlag ins Gesicht für die Betriebsgruppe und die Angestellten. Diese gehen heute in die nächste Verhandlungsrunde und haben feste Forderungen: sechs Prozent mehr Gehalt, Schutz vor Überlastung durch Begrenzung von Bereitschaftsdiensten, Verbesserung der Ausbildungsbedingungen sind nur einige von ihnen. Um vor der nächsten Verhandlungsrunde ihre Position nochmal zu bestärken, rief die verdi-Betriebsgruppe zu einer "aktiven Mittagspause" bei Bratwurst vor dem Klinikum auf - schließlich geht es jetzt für die Angestellten um die Wurst. Von 12 bis 13 Uhr versammelten sich die diakonischen Angestellten vor dem Klinikum, rund 70 von ihnen machten mit, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. "Das Angebot der Arbeitgeber kann man nur zurückweisen", erklärt Jan Bergmann von der Betriebsgruppe. "Wir fordern eine Angleichung an den öffentlichen Dienst, schließlich sollte gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden", so Bergmann. Die Benachteiligung ziehe sich bis hin zur Rente, sodass kirchliche Angestellte auch im Lebensabend weniger haben als ihre Kollegen im öffentlichen Dienst. "Das passt vorne und hinten nicht. Hinzu kommt der Personalmangel, sodass wir auf insgesamt 25.000 Überstunden jährlich kommen", so Bergmann weiter. Doch ohne angemessene Bezahlung lasse sich auch kein geeignetes Personal finden, im Gegenzug dazu würden sich einige Angestellte auch dazu entscheiden, den Arbeitgeber zu wechseln. Auch die Familien(un)freundlichkeit war Thema: "Man hat das Gefühl, dass die kirchlichen Arbeitgeber noch nicht in der Gesellschaft angekommen sind. Gerade für Mütter und Alleinerziehende wird es besonders schwierig und kaum stemmbar" erklären die Sekretärinnen Frau Stief und Frau Preul, beide seit Jahrzehnten bei der Diakonie angestellt. "Überall wird gekämpft, wir haben dieses Thema so oft angesprochen, doch es wird weder reagiert noch thematisiert", erklärt Preul. Selbst eine Unterschriftenaktion zu dieser Thematik, bereits 2017 durchgeführt, führte zu keiner Reaktion. So sind einige Teilnehmer der aktiven Mittagspause auch skeptisch, ob die weiteren Verhandlungen zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen werden. Falls man sich heute nicht einigt, kommt es entweder zu einem Schlichtungsverfahren und einen Kompromissvorschlag oder zur zweiten Möglichkeit: einem Streik. Die Betriebsgruppe jedenfalls beharrt auf ihren Forderungen und wollen diese Ungerechtigkeit nicht weiter hinnehmen. Es bleibt also spannend in den Gehaltsverhandlungen, der Ausgang ist nach wie vor offen. Foto: nh

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an