Schaumburger Wochenblatt
  1. Anregungen zur Auseinandersetzung mit dem anstehenden Stadtjubiläum

    Koller und Tatje schlagen Schützenfest-Denkmal auf Marktplatz vor

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    STADTHAGEN (bb). In Zeiten, in den es vor allem um Absagen und Verlegungen von Veranstaltungen geht, richten zwei bekannte Stadthäger den Blick voraus auf eine bedeutende Festivität in 2022. Bernd Koller und Adolf Tatje stellten in einer Nachricht an Vertreter von Politik, Verwaltung und Vereinen Überlegungen zur Feier des Stadtjubiläums im übernächsten Jahr vor, "um in unserer Bevölkerung einen breiten Prozess zur Auseinandersetzung mit der Geschichte unserer Stadt zu initiieren". Neben manchem anderen regen die beiden Stadthäger Kohlkönige (Tatje 2000, Koller amtierend) dabei auch die Installation eines Denkmals auf dem Marktplatz an, das an die soweit zurückreichende Historie des Schützenfestes und dessen zentrale Rolle für das gesellschaftliche Leben in der Kreisstadt anknüpft. Für die Bürger solle die Feier des Stadtjubiläums "als ein Meilenstein zur Rückbesinnung und als Start für eine gemeinsam zu gestaltende Zukunft genutzt werden". So formulierten der langjährige Stadtarchivar Adolf Tatje und der ebenfalls in vielfacher Weise in die Stadtgesellschaft vernetzte Bernd Koller die Zielsetzung ihrer Wortmeldung, die sie per E-Mail an eine Reihe von Adressaten versandten. Dabei betonten sie ausdrücklich, sich nicht in die Planungen des "FestiWall" einmischen zu wollen. Unter diesem Motto will die die Stadt die 800-Jahrfeier in 2022 über ein Wochenende begehen, mit dessen Organisation das Kulturzentrum "Alte Polizei" beauftragt wurde. Durchaus wollen sie jedoch einen Anstoß in die Stadtgesellschaft geben, sich mit dem Jubiläum zu beschäftigen. Und formulieren dabei einige konkrete Anstöße, die zusätzlich zu den anlaufenden Planungen verwirklicht werden könnten. Ein großer Umzug wie zur 750-Jahrfeier sei unter den finanziellen Rahmenbedingungen nicht zu realisieren, möglicherweise werde er auch als nicht als zeitgemäß betrachtet. Allerdings könnten beim Schützenfest in 2022 historische Elemente in den, oder die Rundmärsche mit aufgenommen werden. Ebenso regen die beiden die Installation eines Denkmals auf dem Marktplatz an, mit Bezug zum Schützenfest. Beispielsweise in Form eines sich an eine Bank lehnenden Rottbruders, ein Schlachtschwertträger sei wegen der Vandalismus-Gefahr kaum zu verwirklichen, so Koller. Solche von Passanten direkt nutzbare Denkmale in anderen Städten seien ein Publikumsmagnet. Er schlägt als Standort den Platz unter dem restaurierten Wahlfischkiefer am Rathaus vor, weil hier die Verbindung Stadthagens zur Hanse und nach Kiel greifbar werde. Tatje schwebt die Installation an Stelle des Marktbrunnens vor. Weitere Anregungen sind ein Hinweis auf die Webertradition Stadthagens im Eingangsbereich des im Umbau befindlichen Einzelhandelsstandorts in der Bahnhofsstraße. Hier befand sich einst eine Weberei, wie Tatje festhält. Ebenso könne am Bauprojekt in der Krummen Straße die Verbindung zur Historie dieser Häuser hergestellt werden. Eine Darstellung der Berufe Bäcker, Drucker, Schmied und Geigenbauer könnte an die hier einst ausgeübten Handwerke erinnern. Der WC-Bau am Lusthaus könne durch einen Graffiti-Künstler mit Szenen aus der Stadtgeschichte optisch aufgewertet werden. Hinzu kommt die Idee, eine Medaille im Andenken an die Stadthägerin Clara Asch zu schaffen, die von den Nazis ermordet wurde. Die Unterschrift der Kauffrau ist überliefert, sie könnte eine Medaille zieren, mit der Persönlichkeiten geehrt werden, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus und für die Völkerverständigung einsetzen. Tatje und Koller betonen, dass unter den Umständen der schwierigen Finanzlage der Stadt vor allem ehrenamtliches Engagement zur Umsetzung der Vorschläge gefragt sei, sich hier Vereine und Sponsoren einbringen könnten. Koller erklärte, mit der städtischen Koordinatorin des Jubiläumsjahres, Claudia Schößler Leiterin des I-Punktes Kontakt aufnehmen zu wollen. Die Vorschläge des Duos seien bei den Adressaten bisher auf durchaus reges Interesse gestoßen. Foto: privat/archiv bb

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