Schaumburger Wochenblatt
  1. Endspurt für Bürgermeister Heinz Kraschewski

    Zum Ende der Amtszeit will er noch möglichst viele gesteckten Ziele verwirklichen

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    AUETAL (ste). Das Auetal hat ein ganz besonderes Jahr vor sich. Es wird das Jahr "Nach Corona und nach Heinz Kraschewski". Denn der über alle politischen Grenzen hinaus beliebte Bürgermeister wird bei der anstehenden Kommunalwahl 2021 nicht erneut antreten. Das SW fragte nach bei Heinz Kraschewski, wie er 2020 erlebte und was er sich für 2021 wünscht. SW: "Corona-Pandemie" ist das Wort des Jahres 2020. Welche Herausforderungen stellte die Pandemie an ihre Gemeinde? Heinz Kraschewski: "Das Rathaus ist seit Mai 2020 für spontane Besuche geschlossen. Der ganz überwiegende Teil der Auetaler Bürger*innen nimmt es relativ gelassen und zeigt Verständnis. Man kann uns ja nach telefonischer Terminvereinbarung jederzeit erreichen und im Vorab-Telefonat können Details schon besprochen werden. Das erleichtert die Bearbeitung und verkürzt die Wartezeit. Politische Sitzungen fanden bislang wenn notwendig statt. Teilweise haben die Fraktionen mit "halber Besetzung" teilgenommen. Wir mussten uns einen größeren Sitzungsraum für den Rat suchen. Insoweit sind wir der ev.lt. Kirchengemeinde Auetal dankbar, dass sie uns den Gemeinderaum in Rolfshagen mehrfach unkompliziert zur Verfügung gestellt hat. SW: "Die Stadtkassen waren ohnehin nicht mit Überfluss gesegnet. Was bedeuten die Mehrausgaben durch Corona für das Auetal und wo liegen die besonderen Herausforderungen? Heinz Kraschewski: "Im Spaß hatte ich zu Beginn bereits gesagt, dass man den Armen nicht so viel wegnehmen könne. Aber ernsthaft: Die Gemeinde Auetal kommt relativ gut durch die Krise, die sich allerdings im nächsten Jahr noch verschärfen könnte. Jammern nützt nichts: wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen und zumindest sehr hohe Fehlbeträge im Haushalt auch für die Folgejahre zu vermeiden. SW: Ein Jahr ohne Weihnachtsmarkt und viele andere Feste liegt hinter uns. Was für kreative Einfälle gibt es im Auetal, um den Menschen dennoch ein wenig Freude ins Leben zu bringen? Heinz Kraschewski: "Da bei uns beliebte Aktionen wie der Seniorenausflug im Sommer und auch die alljährliche Weihnachtsfeier ausfallen mussten, haben wir gemeinsam mit Kirche und dem Auetaler Gewerbeverein eine Weihnachtstüte für alle Senioren und Seniorinnen über 75 Jahre gepackt und über unsere Ortsvorsteher*innen verteilen lassen. In der Tüte befand sich auch ein Los. Die Gewinner*innen wurden Mitte Dezember gezogen. Auf sie wartete ein Verzehrgutschein über 20 Euro, der in den Auetaler Gaststätten eingelöst werden kann. Dadurch wollen wir auch die heimische Gastronomie unterstützen. SW: Ist die Pandemie auch eine Chance? Was gibt es an Ideen von Menschen im Auetal, die es ohne Corona möglicherweise nicht gegeben hätte. Heinz Kraschewski: "Da alle Weihnachtsmärkte im Auetal abgesagt wurden, finde ich die Idee des Familienzentrums und der Rolfshäger Vereine toll, eine Adventshütte zu eröffnen, die bis zum 23. Dezember für Besucher*innen unter Einhaltung der Corona-Regeln mit vielfältigen Angeboten von Basteleien bis Glühwein geöffnet hat. Im Rathaus haben wir erstmalig in größerem Rahmen das Homeoffice für uns entdeckt. Zwangsläufig kommen dann neue Ideen zur Erweiterung der IT-Möglichkeiten auf. Nicht billig aber sicherlich lohnenswert. SW: Ausblick 2021: Welche Themen bewegen das Auetal im kommenden Jahr? Heinz Kraschewski: "Corona darf nicht zum Stillstand führen und alles überlagern. Natürlich wird nach aktueller Veröffentlichung der Trassenvarianten der ICE-Strecke diese Diskussion großen Raum bei allen Auetalern einnehmen. Die Ziele, die wir uns - also Rat und Verwaltung - gesteckt haben, müssen weiterverfolgt werden. Höchste Priorität hat dabei der Bau eines neuen Kindergartens in Rehren. Daneben sind Baugebiete (sowohl Wohngebiete als auch Gewerbeflächen) sowie Sportentwicklungsplanung wichtige Stichworte. SW: Bürgermeister einmal ganz persönlich: Was wünscht sich Heinz Kraschewski für das kommende Jahr? Heinz Kraschewski: "Mit einem akuten Bandscheibenvorfall erst einmal Genesung und beste Gesundheit, was ich natürlich allen wünsche. Ich möchte natürlich zum Ende meiner Amtszeit noch möglichst viele der genannten Ziele verwirklichen oder zumindest für meine Nachfolge vorbereiten. SW: Am 12. September ist Kommunalwahl, am 26. September Bundestagswahl. Welche logistischen Herausforderungen stellt das an die Gemeinde Auetal: "Gibt es einen Wunschkandidaten für den scheidenden Bürgermeister Heinz Kraschewski?" Heinz Kraschewski: "Das eingespielte Wahlteam in der Gemeindeverwaltung und auch die erfahrenen Ehrenamtlichen in den Wahllokalen dürften trotz der "Doppelbelastung" keine Probleme mit den Wahlen und ihrer Organisation haben. Einige werden sicherlich murren, wenn ihnen zwei mal im Monat der Sonntag "gestohlen" wird. Aber ich bin da guter Dinge. Im Auetal wird das Ehrenamt sehr hoch gehalten. Verständlicherweise habe ich keinen Wunschkandidaten oder auch keine Wunschkandidatin. Ich würde mich freuen, wenn es einen sachlichen und fairen Wahlkampf gäbe. Ansonsten nehme ich mich nicht so wichtig, dass ich an der Qualität meiner potenziellen Nachfolgerin/Nachfolgers zweifeln möchte. Die gerüchteweise gehandelten Kandidaten kenne ich schon einige Zeit und traue ihnen das Amt durchaus zu. Sie können sich auch voll auf die Unterstützung des Rathaus-Teams verlassen. Foto: privat

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