Schaumburger Wochenblatt
  1. "Im Rückblick war es ein ganz besonderes Jahr"

    Bürgermeister Oliver Schäfer resümiert das vergangene Jahr

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    OBERNKIRCHEN (nh). Auch für die Obernkirchener Bürger nähert sich das Jahresende. Aus diesem Anlass haben wir mit dem Bürgemeister der Stadt, Oliver Schäfer, gesprochen und das vergangene Jahr Revue passieren lassen. SW: Wenn Sie das vergangenen Jahr in Ihren Worten zusammenfassen würden, was ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
Oliver Schäfer: Wenig überraschend dominierte das Jahr die COVID-19-Pandemie mit einer Flut von sich in kürzester Zeit bereits überholender Gesundheitsregelungen. Die Menschen waren vielfach überfordert, die einzelnen Regelungen im Alltag zu verstehen. Vor allem dann, wenn im benachbarten Bundesland nur wenige Kilometer entfernt andere Regeln galten. Im Sommer gelang es immerhin für einen begrenzten Zeitraum, natürlich mit dem richtigen Abstand, so etwas wie Normalität im Alltag wieder zu finden. Leider ist es nun so gekommen wie es bereits im letzten Frühjahr von einigen vorausgesagt wurde. Aus den Schilderungen meiner Kollegen aus den Partnerstädten in Frankreich und Litauen habe ich erfahren müssen, dass die Beschränkungen des täglichen Lebens dort entweder ähnlich oder sogar wesentlich stärker waren.
SW: Wie fällt Ihr Resümee über das vergangene Jahr aus? Was ist Ihnen persönlich besonders in Erinnerung geblieben, was war überraschend?
OS: 2020 wird rückblickend ein ganz besonderes Jahr bleiben. Die Pandemie hat zu vielen Veränderungen im täglichen Umgang geführt. Kultur-, Sport- und Freizeitangebote haben fast nicht stattgefunden. Viele Geschäfte haben nicht öffnen dürfen. Ganz besonders der Gastronomiebereich, der trotz großer Anstrengungen Hygienekonzepte baulich umgesetzt hatte, ist hiervon betroffen. Das Leben ist in vielen Bereichen monotoner geworden. Viele Menschen vermissen die üblichen sozialen Kontakte und haben auch zu einem großen Teil darunter zu leiden. Besonders in diesem Jahr ist mir das Engagement der Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten in Erinnerung geblieben, die zum einem unter schwierigsten Bedingungen sich mit laufend ändernden Regelungen befassen mussten, aber zeitgleich immer die Betreuung und Förderung der Jüngsten im Auge hatten. Vor allem die zusätzliche Kreativität, die nochmals mit wöchentlichen Briefen an die Kinder zuhause hinzukam, Videos in den sozialen Medien, das hat mich sehr beeindruckt.
SW: Was ist im vergangenen Jahr vielleicht zu kurz gekommen, was ist liegen geblieben und wird im nächsten Jahr fortgesetzt werden?
OS: Uns ist es gelungen trotz des allem überlagernden Themas unsere täglich anfallenden Aufgaben weiter zu bearbeiten. Auch die Umsetzung im Haushalt hinterlegter Projekte konnten entsprechend abgearbeitet werden.
Die Bauarbeiten an der Eilsener Straße werden 2021 abgeschlossen werden. Diese sind derzeit zum Großteil bereits fertiggestellt. Die Restarbeiten sollen im Frühjahr mit dem Bau einer Querungshilfe über die Rathauenaustraße (L 442) beendet werden. Nicht liegengeblieben, sondern ausgefallen sind die Kontakte mit den älteren Geburtstags- und den besonderen Ehejubilaren oder die Seniorenfeiern. Das bedaure ich sehr. Bei diesen Terminen erzählen die Menschen sehr oft von früher und man bekommt einen Eindruck von ihrer Lebensleistung. Es ist wichtig, dass sie davon erzählen können und ihnen jemand interessiert zuhört. Als kleinen Trost haben wir zum Jahresende Briefe mit einem kleinen Geschenk verschickt. Dieses scheint sehr gut angekommen zu sein. 
SW: Was für einen Ausblick auf das kommende Jahr können Sie geben? Was wird in 2021 besonders wichtig für Obernkirchen, was wird die Obernkirchener bewegen?
OS: Im kommenden Jahr sollen in der Stadt zwei weitere Kinderbetreuungseinrichtungen (eine im Sonnenbrink und die andere in Gelldorf) fertiggestellt werden. Damit werden wir in Obernkirchen das Angebot weiter bedarfsgerecht ausgebaut haben. Ebenso soll das Begegnungszentrum für Jung und Alt am Bornemannplatz eröffnet werden. Ich würde mir wünschen, das mit dem neuen Zentrum der Bereich stark frequentiert wird und er zur Belebung der Innenstadt wesentlich mit beiträgt.
Ganz besonders bin ich auf die Fertigstellung der beiden neuen Ärztehäuser (in der Friedrich-Ebert-Straße und am Ziegeleiweg) gespannt. Ich bin froh , dass wir das Thema der künftigen Ärzteversorgung bereits 2013 aktiv aufgegriffen haben. Hier zeigen sich jetzt zwei ganz besondere Ergebnisse, zu denen ich den beteiligten Ärzten viel Erfolg wünsche.
SW: Was möchten Sie unseren Lesern und den Bürgern zum Jahreswechsel mitteilen?
OS: Das Jahresende ist traditionell der Zeitpunkt um sich das Vergangene nochmals vor Augen zu führen und auf das Neue zu schauen. Ich möchte mich bei den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Geschäftsinhabern der Stadt Obernkirchen bedanken, dass sie die Gesundheitsvorgaben so vorbildlich eingehalten haben und es fast zu keinen Beanstandungen gekommen ist. Ich kann an sie nur appellieren dieses weiterhin so zu tun und die damit erforderliche Geduld aufzubringen. Auch wenn es noch geraumer Zeit bedarf die Pandemie einzudämmen, glaube ich, dass wir trotz einiger Irrungen und Umwegen schließlich doch auf dem richtigen Weg sind. Und dann können wir wieder allen Freunden und Bekannten ein Lächeln schenken ohne es hinter einer notwendigen Maske verbergen zu müssen. SW: Vielen Dank für dieses freundliche Gespräch!

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