Schaumburger Wochenblatt
  1. Raser in Pohle beleidigt kleine Kinder

    Empörter Vater wendet sich an SW POHLE (al). Ein Auto hat in Pohle mit forschem Tempo die Rosenstraße durchquert. Vor Schreck stürzte ein Junge am Fahrbahnrand. Das hätte ein Vater vielleicht noch hingenommen. Doch der Fahrer bremste abrupt, öffnete die Tür und bezeichnete die verschreckten Kinder als "kleine Missgeburten", für die er "nicht langsam fahren" würde.

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    Der Vorfall ereignete sich am Freitag vergangener Woche gegen 16.30 Uhr. Die achtjährige Hanna spielte mit zwei kleineren Jungen aus der Nachbarschaft mit Rollern und Inlineskates auf der Straße. Vater Christian Zukowski arbeitete in Sichtweite im Vorgarten. Von der Apelerner Straße näherte sich rasch ein Pkw mit Anhänger. Schnell verließen die Kinder die Fahrbahn. Dabei stolperte der sechsjährige Maxi mit seinem Roller noch vor dem Bürgersteig und fiel hin. "Da der Pkw immer noch sehr schnell angefahren kam und ich mich nicht so schnell zu dem Jungen bewegen konnte, machte ich eine Geste, dass der Fahrer langsam werden solle", schreibt Zukowski an das SW. Dann kam es zu den beleidigenden Äußerungen. "Ich war so perplex, dass ich mir das Kennzeichen nicht aufgeschrieben habe", ärgert sich Zukowski. Auch ein späteres Abfahren der Siedlung habe ihm keinen Hinweis auf den Verbleib des Gespanns gebracht. Dabei kann es nur ein Anlieger oder ein Besucher im östlichen Viertel Pohles gewesen sein. Denn wegen der Vollsperrung der Hauptstraße ist die Rosenstraße derzeit einzige Zufahrt für das gesamte Gebiet, auf der alle es wieder verlassen müssen. "Wir brauchen deshalb dringend eine verschärfte Geschwindigkeitsbeschränkung, bevor ein Kind ernsthaft zu Schaden kommt", schlägt der Anwohner vor. Auf eine Anzeige gegen Unbekannt will er übrigens verzichten: "Die wird nichts erreichen." Er sieht auch ein, dass die momentane Großbaustelle gerade dem Bereich Rosenstraße viel abverlangt: "Allein zu den Grundstücken auf dieser Straße gehören 70 Autos", hat er nachgezählt. Hinzu kommen die weiteren Fahrzeuge in den benachbarten Bereichen zwischen Wilhelmshöh und Alhornstraße sowie Asternweg. Mit seinem Brief an die Zeitung wolle er zum Gespräch anregen und um gegenseitige Achtung bitten. Es könne doch nicht sein, dass Kinder auf offener Straße beleidigt würden. Schon vor Wochen hatte er auf eigene Kosten zwei gelbe Warnschilder gekauft und sie am Grundstücksrand aufgestellt. Seinen Frust über den Vorfall reagierte er zudem auf einem eigenen Entwurf ab: "Unsere Kinder sind keine Missgeburten!", heißt es auf der großen Tafel. Foto: al

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