Schaumburger Wochenblatt
  1. BIPAB65 sucht Schulterschluss mit anderen Bürgerinitiativen

    Protestaktion mit etwa 130 Unterstützern gegen den Bau einer Ortsumgehung um Nienstädt herum

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    SAMTGEMEINDE NIENSTÄDT (bb). Die Bürgerinitiative pro alte B65 (BIPAB65) hat ihr Ziel, den Bau einer Ortsumgehung um Nienstädt herum zu verhindern, mit einer Protestaktion unterstrichen. Rund 130 Unterstützer demonstrierten dabei mit Luftballons und Fackeln in einer Art Kette, welchen Verlauf die geplante Umgehungstrasse nehmen soll. Vielen Anwohnern im Raum um Nienstädt seien die Führung und die Dimension der geplanten Umgehungsstraße nicht klar, erklärte Kristin Kolbe-Schade, Sprecherin der Bürgerinitiative. Dies habe sich bei den "guten Gesprächen" gezeigt, zu denen es im Rahmen der Aktion gekommen sei. Die Helfer hatten verschiedene Stände in der Feldmark aufgebaut, um Fackeln und Luftballons an die Teilnehmer zu verteilen. Zusätzlich zeigten Weidepfähle den geplanten Verlauf auf. Kristin Kolbe-Schade erklärte, sie sei erfreut über die Beteiligung bei der unter Corona-Auflagen organisierten Veranstaltung. Diese übertreffe die bei den verschiedenen von BIPAB65 auf die Beine gestellten Informationsveranstaltungen. Die Aktion im Raum Nienstädt fand im Rahmen eines bundesweiten Protestwochenendes statt mit rund 60 vergleichbaren Kundgebungen. Auch darüber hinaus habe BIPAB65 zuletzt an der Vernetzung mit Gruppen mit vergleichbaren Zielen gearbeitet, wie Kristin Kolbe-Schade auf einem Abschlusstreffen auf dem Hof Gottschalk in Kirchhorsten erklärte. Das Team habe sich in die Formulierung eines Positionspapieres eingebacht, das "unsinnige, überholte Straßenbauprojekte" zurückweise. Ein wichtiger Kernpunkt der Forderungen sei es, die weitere Abarbeitung des Bundesverkehrswegeplanes vorerst zu stoppen. Schließlich beruhe dieser in vielen Teilen auf Planungsgrundlagen, die wie in Nienstädt teils vor Jahrzehnten erstellt worden seien. Derzeit befinde sich jedoch ein Klimaschutzgesetz in der Neuformulierung, von dem grundlegende Änderungen zu erwarten seien. Auf dessen Basis sei dann der Verkehrswegeplan zu überarbeiten angepasst an die Anforderungen moderner Verkehrsinfrastruktur. Das Papier werde deutschlandweit an die verschiedenen politischen Ebenen und Medien verteilt, insgesamt solle so eine breitere Öffentlichkeitswirksamkeit erreicht werden. Kolbe-Schade machte klar, dass sie durchaus Grund zu verstärkten Anstrengungen sehe. Das Projekt in Nienstädt liege bei der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr oben auf der Arbeitsliste, während man für lange Zeit einen Baustart erst in ferner Zukunft erwartet habe. Hoffnung mache ihr, dass zunächst zum Beispiel eine aktuelle Verkehrszählung erstellt werde. Schließlich geht die BI davon aus, dass die von einer Umgehung ausgehende Entlastung für den Nienstädter Ortskern nicht so groß sei, wie in den Planungen zu Grunde gelegt. Kolbe-Schade dankte dem Ortsrat Gelldorf für dessen Beteiligung und dem Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion Axel Wohlgemuth, dass er sich bei der Aktion über das Projekt informiert habe. Auch die Ortsgruppe der Grünen Bergkrug unterstützte die Aktion. Der Neubau einer Umgehungsstraße würde zu einer Lärmbelastung für andere Anwohner und zudem zu einer weiteren Flächenversiegelung führen. Nötig sei ein Paradigmenwechsel in der Mobilitätspolitik, so die Position der Grünen. Foto: bb/privat

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