Schaumburger Wochenblatt
  1. Unterbringung ist ein stetiger Jonglage-Akt

    Tierschutzbund-Präsident besucht die Tierauffangstation

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    Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, hat sich bei einem Besuch über die Situation in der Tierauffangstation Bad Nenndorf informiert. Durchaus typisch sei die hohe Auslastung, welche Einrichtung und Team vor große Probleme stellt, so der Präsident. "Wir müssen jonglieren", umschrieb Jutta Schneider, Vorsitzende des Tierschutzvereins Rodenberg/Bad Nenndorf, das Bemühen des Teams in der Tierauffangstation um die Aufnahme neuer Schützlinge. Insgesamt 198 Tiere nahm die neben dem Bauhof in Bad Nenndorf gelegene Station in 2019 auf, 206 in 2020 und 195 in 2021. Bei der Unterbringung würden auch immer wieder Tierschützer aus dem Unterstützer-Team einspringen, indem sie ein Privat-Quartier böten, wenn Kapazitäten knapp seien. Hohe Bedeutung habe natürlich die Vermittlung, um den Tieren ein neues Heim zu geben und in der Einrichtung wieder Kapazitäten frei zu machen. Thomas Schröder hob das Engagement des Teams aus Ehrenamtlichen und angestellten Mitarbeiter hervor, hier werde ganz Außergewöhnliches für den Tierschutz unter schwierigen Bedingungen geleistet. Jutta Schneider betonte, dass die Arbeit ohne angestellte, ausgebildete Mitarbeiter heute nicht mehr zu bewältigen sei. Auch diese würden sich in einem außergewöhnlichen Maß einbringen. Thomas Schröder unterstricht dies, schließlich würden auf die Einrichtungen immer größere Anforderungen zukommen. Da gehe es einerseits um die hohe Auslastung, andererseits um Auflagen, etwa im Bereich Arbeitsschutz, auch die Abwicklung beispielsweise kaufmännischer und steuerlicher Abläufe sei sehr fordernd. Thomas Wolf, Rodenberger Samtgemeindebürgermeister, hielt fest, dass die Samtgemeinden Rodenberg und Nenndorf sehr dankbar für das Engagement der Betreiber sein müssten. Diese würden mit ihrer Tätigkeit Aufgaben abdecken, welche die Kommunen sonst selbst erledigen müssten, der Vergleich mit der Freiwilligen Feuerwehr liege gar nicht so fern. Jutta Schneider führte aus, dass die Kommunen mit finanzieller Unterstützung zur Deckung des Etats beitragen würden. Dieser bleibe jedoch sehr eng gestrickt. Eigentlich brauche die Station eine weitere Fachkraft im Team. Der Verein werde auf die Kommunen zukommen müssen, wie sich das weiterführen lasse. Ein wichtiger Schritt sei die geplante Erweiterung, zur Fläche von derzeit rund 1000 Quadratmetern komme dann noch einmal etwa die Hälfte hinzu (wie berichtet). Die Fläche stellt die Samtgemeinde Nenndorf kostenlos zur Verfügung, unter anderem eine Quarantänestation soll entstehen. Thomas Schröder unterstrich die Verantwortung der Kommunen in dem Themengebiet. Der Tierschutzbund als Dachverband könne ebenfalls ein Stück weit finanzielle Hilfe leisten. Dazu würden auch Gelder zur Unterstützung von Investitionen zählen, wenn die Kommunen bereit seien, sich in gleicher Höhe zu beteiligen. Auch sei eine professionelle Beratung bei Planungen möglich. Zudem stehe ein Notfallfonds zur Verfügung. Schröder hielt zudem fest, dass der Angriffskrieg auf die Ukraine voraussichtlich auch für die Tierheime in Deutschland erhebliche Auswirkungen haben werde. Viele der Flüchtenden seien mit ihren Tieren unterwegs. Ohne gültigen Tollwutschutz müssten diese tierischen Familienmitglieder zunächst in Quarantäne. Foto: bb

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