Schaumburger Wochenblatt
  1. Enttäuschung, Angst und Ahnungslosigkeit

    Die Bürger fühlen sich zu wenig und zu spät informiert / "Das ist eine Zumutung, was die da machen"

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    STADTHAGEN (sb/nb). In Stadthagen soll eine Asphaltmischanlage entstehen, die den Georgschacht wieder zum Leben erweckt und Arbeitsplätze schafft. Oder nicht? Die Meinungen gehen auseinander. Für den Stadtrat ist das ganze beschlossene Sache. Die Bürger sehen das anders. In den letzten Wochen hat die Bürgerinitiative "Bürgerprotest Stadthäger Asphaltmischwerk" bereits über 2.400 Unterschriften dagegen gesammelt. "Alles wird geschlossen, wie zum Beispiel das Freibad. Und jetzt kommt hier so ein Schrott hin. Die sollten mehr für Kinder tun und nicht für die Industrie. Was sind sieben Arbeitsplätze gegen die hoch krebserregenden Abgase. Und der Wind zieht schön in Richtung Stadt. Irgendwas läuft da falsch", sagt Sabine Scholz. Mit dieser Meinung ist die Stadthägerin nicht alleine. Ob mit den möglichen Beeinträchtigung der Gesundheit durch Staub und Lärm oder mit den fehlenden Informationen: Stadthagens Bürger sind unzufrieden. Das spiegelt sich ebenso klar in den Aussagen der Bürger wieder, die das Schaumburger Wochenblatt auf dem Stadthäger Marktplatz befragt hat.

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    Hilke Ruprecht, Stadthagen:

    "Die Infopolitik war so schlecht. Die Bürger wurden viel zu spät und zu wenig informiert. Anfangs hatte ich nur von einem Museum gehört. Dann war ich relativ überrascht, dass ein Asphaltmischwerk gebaut werden soll. Ich bin auf jeden Fall dagegen. Und die Belastung ist sicher höher als gesagt wird. Die Politiker wollen uns Bürger nur veräppeln."

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    Klaus Mebus, Stadthagen:

    "Es ist ein Fehler, dass sie die Mischanlage in den Westen bauen, weil der Wind von dort kommt. Wenn sie sie in einen Bereich bauen würden, wo keine Belastung für Anlieger entsteht, wäre es wohl okay. Aber die Informationspolitik seitens der Stadt ist schlecht, die Vorinformationen dazu fehlten vermutlich ganz. Und es ist schlecht, wenn bei einer Info-Veranstaltung von der Stadt keiner auftaucht. Das ist schlechter Stil."

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    Janina Schlader und Sarah Schlader, Niedernwöhren:

    "Es wird meist heißer gekocht als gegessen wird. Ich habe das ganze erst so am Rande verfolgt. Eine richtige Meinung habe ich noch nicht. Aber bald ist eine Bürgerveranstaltung, da werde ich hingehen."

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    Karin Weiß, Stadthagen:

    "Ich bin streng dagegen. Es ist schon genug Mist in der Luft. Wir haben früher am Georgschacht gewohnt, ich weiß also wovon ich rede. Meine Kinder sind jetzt alle Asthmatiker. Für mich ist das ein Grund Stadthagen zu verlassen. Das ist eine Zumutung, was die hier machen."

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    Beate Wendte, Niedernwöhren:

    "Die hätten das alles früher öffentlich machen müssen. Das ist zu spät gelaufen. Arbeitsplätze sind immer gut, ob es keine gesundheitlichen Schäden und Lärmbelästigung gibt, ist fraglich. Ich finde es aber gut, dass der Georgschacht belebt wird. Ich bin da noch ein bischen zweigeteilt."

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    Oskar Bönisch, Stadthagen:

    "Ich habe bei der Bürgerinitiative dagegen unterschrieben. Ich bin auch überzeugt, dass es nicht in Ordnung ist, was die vorhaben. Aber wenn man alles bremst, fragt man sich trotzdem, ob das richtig ist oder nicht. Ein bisschen enttäuscht bin ich von Hellmann. Bei dem habe ich gedacht, er tendiert ein bisschen mehr zu den Bürgern. Aber der scheint ja selber nicht zu wissen, was er will. Das mit den Arbeitsplätzen ist sowieso gelogen. Aufhalten werden wir das trotzdem nicht, ist so mein Gefühl."

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    Heiner Seidel, Stadthagen:

    "Ich habe noch nicht das Gefühl wirklich informiert worden zu sein. Weder von der Stadt, noch von der Gegenseite. Von der BI hört man, Tausende von Lastern werden durch die Stadt fahren. Die anderen sagen, es soll nur ein kleines Werk sein. Ich würde gerne mehr wissen, dann kann ich miteintscheiden, ob das gut ist oder nicht."

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    Julia Gerland, Lauenhagen:

    "Ich habe gehört, dass das geplante Werk unter Verdacht steht, krebserregend zu sein. So etwas möchte man ja nicht vorm Haus haben. Die Stadtoberen haben echt zu wenig gemacht. Ich habe gar nichts im Kreis mitbekommen. Ich habe nur eine kleine Info von der Bürgerprotest-Initiative gelesen, zufällig, weil ich mit der Bahn unterwegs war. Ansonsten hab ich am Rande eher mal etwas von Verwandten und Bekannten gehört."

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    Katharina Schüler, Stadthagen:

    "Ich finde es blöd. Die "da oben" entscheiden irgendwelche Sachen, die wir gar nicht wollen. Die interessiert das nicht, ob wir was dagegen haben. Bei uns war eine Dame von der BI im Laden, die davon erzählt hat, da habe ich dagegen unterschrieben. Ich weiß das Arbeitsplätze gesichert werden sollen. Aber die sollten mal etwas machen, was wirklich etwas für uns ist. Ich drehe jeden Cent um."

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    Diana Reeh, Stadthagen:

    "Ich finde es unmöglich, dass man das so hintenrum gemacht hat und vin der Stadt offensiv andere Tatsachen behauptet werden. Der Stadtrat hat die Sache beschlossen und die Leute werden vor vollendete Tatsachen gestellt."

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    Hannelore Carstens und Hund Chicco (Stadthagen): "Die Bürgerinitiative erhält keinen Einblick in die Unterlagen des Anlagenbetreibers, da müssen die jetzt Druck machen. Wenn man da nicht reingucken darf, haben sie schon etwas zu verbergen. Das sagt man ja so, und das ist auch meine Meinung dazu."

    Foto 12 (ihre Kinder) Familie Bornemann, Stadthagen:

    "Wie die Stadt sich verhält, ist nicht so gut. Wir haben auf dem Marktplatz schon gegen das Werk unterschrieben, damit es nicht gebaut wird. Mit fünf Kindern haben wir natürlich Angst, wegen dem giftigen Staub. Wir Eltern haben unser Leben gelebt, aber die Kleinen sollen es ja auch noch schön haben. Wir hoffen das Beste."

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