Schaumburger Wochenblatt
  1. Stationärer Handel in der Krise - Online boomt

    Wie gelingt der Wandel in der Innenstadt

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    RINTELN (ste). Der Innenstadthandel leidet seit Jahren darunter, dass sich das Einkaufsverhalten der Menschen verändert hat. Immer mehr Leerstände zeugen davon, dass sich der klassische Einkaufsbummel mehr und mehr in die heimischen Wohnzimmer verlagert und die Online-Händler die Profiteure davon sind. Corona beschleunigte diesen Prozess. Im ZDF-Morgenmagazin stellte Stadtentwicklungsforscher Frank Osterhage am Beispiel von Kiel vor, wie man den Aufenthaltsreiz in den Innenstädten steigern kann. Er forderte ein entschlossenes Handeln der Städte im Kampf gegen den Wandel. Wohnen, Kunst, Gewerbe, Handel, ein Austausch von Menschen an und in attraktiven Orten und das alles im Zusammenspiel mache den Reiz der Innenstädte künftig aus. Dabei müsse die Erreichbarkeit eine zentrale Rolle spielen, und zwar nicht nur für den Autoverkehr, sondern insbesondere auch für Verkehrsformen, die derzeit boomen: Fahrräder. Seine beiden Schlagworte für ein Zukunftskonzept für Innenstädte: "Multifunktionalität und Multimodalität!" Das heißt, dass Innenstädte künftig mehr eine bunte Mischung an Nutzungsformen erleben werden und zum anderen mit einer Vielzahl von Verkehrsmitteln attraktiv zu erreichen sind. Osterhage fordert auch, dass der Handel neben den stationären Angeboten auch attraktive digitale Angebote machen sollte. Die WGS-Fraktion im Rat der Stadt Rinteln will sich dem Thema Innenstadt jetzt mit einem Mehrstufenantrag annehmen. Rinteln hat eine seiner Hauptstärken in der historischen Bausubstanz, insbesondere in schönen Fachwerkbauten. Unter Mitwirkung des Arbeitskreis Denkmalschutz Rinteln e.V. will die WGS als ersten Schritt, dass die Stadt umgehend der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e.V. als Mitglied beitritt und in einem zweiten Schritt soll unter Hinzuziehung externer fachkundiger Beratung für Rinteln und seine Ortsteile mit Blick auf die Problemlage in sozio-kulturellen, soziologischen, ökonomischen, ökologischen, baulichen und stadtplanerischen Bereichen für die Entwicklung der Wohnsituation und für das Gewerbe ein nachhaltiges Entwicklungs- und Zukunftskonzept erarbeitet werden. Dabei - so der dritte Schritt des Antrags - soll unter Beteiligung von Bürger*innen ein Zukunftskonzept erarbeitet werden. In einem finalen vierten Schritt soll dann die Verwaltung verpflichtet werde, jegliche städtischen Vorhaben rechtzeitig daraufhin zu überprüfen, inwieweit sie abzustimmen sind mit den Erkenntnissen und Vorgaben des beschlossenen "Entwicklungs- und Zukunftskonzept für Rinteln und seine Ortsteile". Am 24. Juni soll der Rintelner Rat darüber beraten.

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