Schaumburger Wochenblatt
  1. Ehrung für 66.666. Impfung im Impfzentrum Schaumburg

    Freude allerdings getrübt: Zentrum läuft weit unter Auslastungsgrenze

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    LANDKREIS/STADTHAGEN (bb). Kürzlich konnte das Impfzentrum Schaumburg die 66.666 Impfung gegen das Covid-19-Virus vermelden, die das Team im Zentrum in der Festhalle in Stadthagen vornahm. Unbeschränkte Freude über diese Marke herrschte beim das Impfzentrum betreibenden DRK-Kreisverband Schaumburg indes nicht. Denn würde mehr Vakzin zur Verfügung stehen, hätte man die Impfkampagne schon deutlich weiter vorantreiben können, wie DRK-Kreisverbandspräsident Bernd Koller betonte. Sicherlich könne man grundsätzlich froh sein, dass es gelungen sei, innerhalb unerwartet kurzer Zeit wirksame Impfstoffe zu entwickeln, hielt Koller fest. Dies habe man zu Beginn der Pandemie kaum für möglich gehalten. Insofern sei die Vergabe von 66.666 Dosen durchaus ein Grund zum Feiern. Entsprechend wurde Melanie Anders aus Lauenau auch mit einem Blumenstrauß und Urkunde überrascht, als sie ihre Zweitimpfung erhielt. Sie erhielt die 66.666. Impfung im Zentrum in Stadthagen. Sicherlich würde sich Melanie Anders freuen, in 15 Tagen den vollen Schutz gegen das Virus erreicht zu haben, wie Koller ausführte. So wie sie würden sicherlich auch die 512 weiteren Impfberechtigten denken, die an diesem Tag die Zweitdosis erhielten. Impfzentrum weit unter 
Auslastungsgrenze Letztlich ist es aber diese Zahl von 512, die bei Koller ein Stück weit für Verdruss sorgte (hinzu kamen 13 Erstimpfungen). Mit ihr laufe das Impfzentrum weit unter seiner Auslastungsgrenze. 1.200 Impfungen pro Tag in acht Stunden seien für das eingespielte Impf-Team kein Problem, auch nicht 1.500 Impfungen wie eine Sonderaktion im April aufgezeigt habe. "Das Team des Impfzentrums einschließlich der Impfärzte könnten sich ohne weiteres vorstellen bis zu 2.000 Erst- und Zweitimpfungen an einem Tag durchzuführen", wie Koller festhielt. Am 14. April sei die 33.333 Impfung gefeiert worden, auf 66.666 habe man schon Mitte Mai kommen wollen, wie Koller unterstreicht. Dies wäre auch möglich gewesen, wenn genügend Impfstoff verfügbar wäre, so der DRK-Präsident. Zu Enttäuschungen unter den Menschen führe, dass sie sich anmelden und auf den kräftig anwachsenden Wartelisten landen und sich dort lange gedulden müssten, bis sie einen Termin erhalten würden. Das werde sich durch die Aufhebung der Priorisierung voraussichtlich noch einmal deutlich steigern. Zudem sei ein erheblicher bürokratischer Aufwand damit verbunden, dass für die Impfzentren, die Hausärzte und die Betriebsärzte keine abgestimmten Listen bestehen würden, so gehe auch der Überblick über die Zahl der Impf-Willigen verloren. Koller erklärte, dass alle notwendigen Zweitimpfungen vorgenommen werden könnten. So werde der wichtige Schritt zum vollständigen Schutz erreicht. Man könne davon ausgehen, dass durch die bisherigen Impfungen in besonders gefährdeten Gruppen Leben gerettet und mancher schwerwiegender Verlauf verhindert worden sei. Insofern sei dies als Erfolg zu werten, auch wenn er sich ein höheres Impftempo gewünscht hätte. Foto: privat/bb

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