Schaumburger Wochenblatt
  1. Seit Montag ist es soweit. Zeh...

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    Seit Montag ist es soweit. Zehn Leute dürfen sich wieder treffen. Das ist die Gelegenheit, um Grillfest, Klön-Abend oder Familientreffen nachzuholen. Das ist bitter nötig, denn danach haben sich alle gesehnt: endlich wieder mit Familie und Freunden an einem Tisch zusammen sitzen! Ich liebe solche Runden. Ob damals in der WG-Küche oder wenn Oma die Familie mit Reh und Rotkohl an ihren Esstisch lockt. Man sieht sich und hat Zeit füreinander. Hier kommt zur Sprache, wofür sonst keine Zeit ist: "Und, was ist so los bei dir?" oder: "Wie geht's dir eigentlich?" Die Eine erzählt von den neusten Projekten auf der Arbeit, der Andere vom Neustart in Kita und Schule. Dazu ein kurze Story aus der Nachbarschaft oder ein wichtiges Update, dass ein alter Schulfreund ernsthaft erkrankt ist. In aller Regel darf ein kleiner Disput nicht fehlen, der mit der Frage, ob jemand Kaffee möchte, gedeckelt wird. Schade, dass Tische ihre Geschichten nicht erzählen können. So bleibt uns nur mancher Rotweinfleck oder die Kinderkritzelei im Holz als Erinnerung an die kostbaren Stunden und Gespräche. Die Tischgemeinschaft mit anderen war auch Jesus heilig. Immer wieder saß er mit Vertrauten und Fremden zusammen. Er war sogar so dreist, sich in andere Häuser einzuladen. Ein Zeichen dafür, wie wichtig es ihm war, Menschen zu begegnen, mit ihnen zu essen und zu trinken. Gewiss wurde oft bis in die Nacht über Gott und die Welt diskutiert. Bei solchen Gesprächen kommt das auf den Tisch, was zählt und was im Leben wichtig ist. Es wird gelacht und geweint. Man kann Dampf ablassen oder gemeinsam schweigen. In dieser Woche erinnert uns ein Bibelwort daran, dass Jesus ein freundlicher Gastgeber ist: "Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Bei mir werdet ihr Ruhe finden" (Matthäusevangelium 11,28). Bei ihm kann man abladen und auftanken. Vor allem bietet er einen Ort, an dem alle dazugehören. Keiner sitzt am Katzentisch. Keiner ist außen vor. Ich freue mich schon auf das nächste Treffen am runden Tisch, auf Zeit miteinander und Begegnung. Wie gut, dass wir uns wieder in kleinen Runden treffen können. Wie gut, dass bei Gott immer ein Platz für uns frei ist.

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