Zehn Tage auf dem Sigwardsweg unterwegs Von Minden nach Idensen und zurück: Eine Pilgergruppe ist ingesamt 170 Kilometer zu Fuß unterwegs

LANDKREIS/MINDEN (jb). Zum "Sommerpilgern auf dem Sigwardsweg" hatten sie sich zwar angemeldet - doch dass es so heiß werden würde, damit hatten sie nicht gerechnet. Zehn Tage lang waren acht Frauen und ein Mann im Alter von 43 bis 68 Jahren insgesamt 170 Kilometer zu Fuß unterwegs. Stationen der Tour von Minden bis Minden waren zunächst auf der Nordroute des Sigwardswegs Petershagen, Schlüsselburg, Kloster Loccum und Bergkirchen. Von einfachen Pilgerherbergen über eine Ferienwohnung auf dem Bauernhof bis zum Landhotel gab es die unterschiedlichsten Unterkünfte. Alle Teilnehmenden erreichten ihr selbst gestecktes Ziel - ohne Blasenpflaster ging es allerdings nicht. Zum letzten Mal innerhalb ihrer langjährigen Tätigkeit in der Evangelischen Erwachsenenbildung hatte Irene Esser zusammen mit dem Mindener Pilgerbüro zu der Pilgertour eingeladen. Es war das achte Mal, dass sie den ganzen Sigwardsweg gegangen ist. "Eine Zehn-Tage-Tour ist immer etwas Besonderes", sagt sie. "Im gemeinsamen Unterwegs-Sein kommt etwas in Gang - und erst die große Freude, am Ende des Tages die Etappe geschafft zu haben." Die Pilgerstrecken umfassten zwischen 15 und 22 Kilometer am Tag. "Entlang der Weser und rund um Apelern war es in der prallen Sonne am heißesten", meint Pfarrer i.R. Uwe Marczinzik, der mit kirchenpädagogischen Impulsen das Programm mit gestaltete. "Im Petershäger Wald, auf den Bergkämmen in Rehburg und bei Bückeburg und auch im Wiehengebirge waren wir vor der Sonne geschützt." Alle schwärmten am Ende von den intensiven Naturfarben, die entstehen, wenn die Sonne durch den Blätterwald scheint. "Ich selbst laufe immer noch mit der Karte in der Hand", lacht Irene Esser, "doch die modernen Pilger laden sich bereits den ganzen Sigwardsweg auf ihr Smartphone und können am Ende des Tages genau sagen, wie viele Schritte wir gelaufen sind." Die Morgen- und Abendandachten, geistliche Impulse am Weg und Gesprächsangebote wurden zum Teil von Herta Mohazzab und Gabriele Lutter eingebracht. Die beiden hatten eine Pilgerbegleiter-Fortbildung absolviert, die sie befähigt, selbst Touren anzubieten."Im nächsten Jahr werden wir das zehnjährige Jubiläum des Sigwardswegs feiern", erklärt Uwe Marczinzik. "Bis dahin gibt es noch viel zu tun, um zum Beispiel alle Wegmarkierungen wieder in Ordnung zu bringen." Wer sich im Sigwardsweg-Verein engagieren oder an einer geführten Tour teilnehmen möchte, kann sich im Pilgerbüro melden unter 0571 8374425 oder pilgerbuero@sigwardsweg.de. Foto: Schaumburger Land Tourismusmarketing