Schaumburger Wochenblatt
  1. Mädchen und Jungen sicheren Anlaufpunkt bieten

    Erstes Geschäft in Schaumburg wird zur "Kinderschutzinsel"

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    STADTHAGEN/LANDKREIS (bb). Mädchen und Jungen sichere Anlaufpunkte im öffentlichen Raum zu bieten, an die sie sich wenden können, wenn sie in Not sind, sich unwohl fühlen oder sonst Unterstützung brauchen, dies ist die Grundidee des Projekts "Kinderschutzinsel". Vertreter der vom Landesinnenministerium unterstützten Initiative weihten nun die erste diese Inseln im Landkreis ein. Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen für Zivilcourage und für die Unterstützung von Kindern in der Gesellschaft, hoben Michaela Schneider, von der Geschäftsstelle der "Kinderschutzallianz", und Jürgen Henze, Kontaktbeamter der Polizei Bad Nenndorf und Projektkoordinator "Kinderschutzinsel" hervor. Beim Pressetermin am Standort von "Deisterbike" in Stadthagen informierten sie über die Hintergründe. Das Team von "Deisterbike" um Inhaber André Hendschke hatte sich zur Beteiligung bereiterklärt, das Geschäft ist nun das erste im Landkreis, das zur "Kinderschutzinsel" wurde. Michaela Schneider erläuterte, dass es darum gehe, Anlaufpunkte zu bieten, an denen Kinder mit Unterstützungsbedarf mit offenen Armen empfangen werden. Egal ob es um drohende Prügel durch die Klassenkameraden, den verlorenen Hausschlüssel oder gar hochgradige Gefahrensituation gehe, Kindern sollen die mit einem Aufkleber markierten Schutzinseln die Möglichkeit einer sicheren Zuflucht geben. "Eigentlich ist das eine Selbstverständlichkeit", erklärte André Hendschke sein Mitwirken. "Kein Kind sollte mit Angst durch die Gegend laufen", hielt er fest. Michaela Schneider und Jürgen Henze erläuterten, dass der Aufwand nicht hoch sei. Eigentlich gehe es nur darum, Kindern in einem Rahmen Unterstützung zu leisten, der für jeden Bürger ganz natürlich sein sollte. Nämlich Kinder die verwirrt, unsicher, verängstigt oder in Not sind, zu helfen. Es gelte, auf das Kind im Geschäft oder dem Büro einzugehen, ihm zuzuhören und Empathie zu zeigen. Und bei Bedarf die Eltern oder die Polizei zu verständigen. Einige Regeln sind zu beachten. Stets müssen zwei Angestellte im jeweiligen Betrieb anwesend sein, und das Kind soll sich nur im öffentlichen Raum des Unternehmens aufhalten, nicht etwa in ein Hinterzimmer oder Büro geführt werden. Auch soll den Kindern kein Essen oder Getränke angeboten werden. Voraussetzung ist zudem ein ebenerdiger Eingang hin zur Straße. Die teilnehmenden Betriebe würden mit Handlungsanweisungen oder Schulungen vorbereitet. "Wir hoffen, dass gar nicht viele Kinder die Schutzinseln nutzen müssen. Aber wenn es dazu beiträgt, nur ein Kind davor zu bewahren, in die falschen Hände zu geraten, ist es schon den Aufwand wert", so Henze. Zudem gehe es darum, darauf hinzuwirken, Kinder in einer Atmosphäre möglichst großer Sicherheit aufwachsen zu lassen, so Henze und Michaela Schneider. In Schaumburg gab das Polizeikommissariat Bad Nenndorf in gewisser Weise symbolisch den Startschuss für die Initiative, "Deisterbike" ist das erste Geschäft im Landkreis, das zur Schutzinsel wird. Henze und Schneider hoffen auf viele weitere Geschäfte und Büros als Teilnehmer, die Kinder die Möglichkeit geben wollen, umgehend aus einer Gefahrensituation in eine gewaltfreie Umgebung gelangen zu können. Interessierte können sich unter inseln@kinderschutzallianz.org melden.Foto: bb

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